
Pneumokokken-Impfung
Asthmatiker sollten sich gegen Pneumokokken impfen lassen
Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen empfiehlt die Ständige Impfkommission regelmäßige Impfungen gegen Pneumokokken und Grippe. Aktuelle Zahlen belegen, dass diese Empfehlung allzu oft nicht befolgt wird.
Das Ergebnis einer aktuellen Studie zum Impfstatus von Asthmatikern und Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (auch als Raucherlunge oder kurz COPD bezeichnet) lässt aufhorchen: Nur jeder sechste der untersuchten Patienten war gegen Pneumokokken geimpft. Auch beim Impfschutz gegen Grippe (Influenza) zeigten sich erhebliche Lücken: Weniger als die Hälfte der Studienteilnehmer hatte eine aktuelle Grippeimpfung erhalten. Als wichtigsten Grund für diese niedrigen Impfraten machten die Autoren der Studie mangelnde Information der Patienten aus.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfungen gegen Pneumokokken und Influenza für bestimmte, besonders gefährdete Personenkreise. Dazu gehören neben Patienten mit chronischen Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch Diabetiker und Menschen über 60 Jahre. "Vielen scheint noch nicht klar zu sein, dass eine chronische Lungenerkrankung und hohes Alter unabhängig voneinander ausreichende Indikationen für eine Pneumokokken-Impfung darstellen", so der Studienleiter Professor Tom Schaberg. Dies zeigte sich deutlich an der Altersverteilung der geimpften Studienteilnehmer: Von den 18- bis 20-Jährigen waren nur knapp zwei Prozent gegen Pneumokokken geimpft, bei den 71- bis 80-Jährigen war es dagegen fast ein Drittel.
"Viele Ärzte scheinen die Impfung ihren Patienten noch nicht in ausreichendem Maße zu empfehlen", so Schaberg weiter. In der Tat hatten 90 Prozent der ungeimpften Studienteilnehmer angegeben, noch nie etwas von der Pneumokokken-Impfung gehört zu haben. Andererseits hatten sich drei Viertel der geimpften Asthmatiker auf Empfehlung ihres Arztes impfen lassen. Andere Informationsquellen waren die Berichterstattung in den Medien sowie Ratschläge von Freunden und Verwandten.
Pneumokokken-Infektionen können schwere Lungenentzündungen auslösen. Jedes Jahr sterben in Deutschland schätzungsweise 12.000 Menschen an Pneumokokken-bedingten Erkrankungen - ungefähr so viele wie an Magenkrebs.





