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60 Plus

Impfen - auch ab 60 Jahren gut geschützt bleiben

Für Impfungen gibt es keine Altersgrenze nach oben. Gerade Menschen ab 60 sollten für guten Impfschutz sorgen – vor allem gegen Grippe und Pneumokokken.

Impfen ist nur etwas für junge Leute? Stimmt nicht ganz. Zwar sollten sich junge Menschen auf jeden Fall impfen lassen, das heißt aber nicht, dass Impfungen mit zunehmenden Lebensjahren überflüssig werden. Im Gegenteil: Gerade ältere Menschen sollten sorgsam auf ausreichenden Impfschutz achten. Im Alter ist das Immunsystem oft weniger leistungsstark. Außerdem können Appetitlosigkeit, falsche Ernährung oder zu geringe Flüssigkeitszufuhr dazu führen, dass die körpereigene Abwehr zusätzlich geschwächt wird. Um gesund zu bleiben, sind Impfungen daher sehr wichtig. An erster Stelle steht eine vollständige Grundimmunisierung: Jeder Erwachsene sollte innerhalb seines Leben mindestens vier Mal gegen Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung geimpft worden sein. Fehlen diese Impfungen teilweise oder ganz, ist es ratsam, sie auch im Alter noch nachzuholen, und den Impfschutz zu komplettieren. Außerdem ist auf wichtige Auffrischimpfungen zu achten. Welche Impfungen ein Arzt gegeben hat, zeigt ein Blick in den Impfausweis. Ist dieser im Laufe der Jahre verloren gegangen und lassen sich erfolgte Immunisierungen nicht anders nachvollziehen - etwa durch eine Impfpflicht wie in der DDR - gilt der Grundsatz: Eine nicht dokumentierte Impfung gilt als nicht erfolgt. Gehen Sie also bitte zum Hausarzt und holen Sie die entsprechenden Impfungen nach!

Impfschutz – ein Thema, das einen ein Leben lang begleitet

Hat man alle Basisimpfungen erhalten, ist das Kapitel Impfen keineswegs erledigt. Nur bei bestimmten Erregern, beispielsweise bei Masern, Mumps und Röteln, hält eine vollständige Grundimmunisierung ein Leben lang vor. Jeder Erwachsene sollte seinen Impfschutz daher regelmäßig kontrollieren und auffrischen lassen. Besonders Ältere haben oft keinen Impfschutz gegen Tetanus und Diphtherie, obwohl für diese beiden Krankheiten eine Auffrischimpfung alle zehn Jahre genügt. Viele bedenken dabei nicht, dass sie nicht nur sich selbst gefährden: Als Großeltern können sie z. B. zum Risiko für ein neugeborenes Enkelkind werden, wenn sie das Kleine mit Keuchhusten (Pertussis) anstecken, bevor es selbst ab dem 3. Lebensmonat geimpft werden kann.

Jedes Jahr zur Grippeschutzimpfung

Als zusätzliche Standardimpfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Menschen ab 60 Jahren die Impfung gegen Grippe: Für sich genommen ist eine Grippe schon eine schwere, oft langwierige Erkrankung. Häufig bereitet sie darüber hinaus den Boden für eine zusätzliche Lungenentzündung. Es kommt zu einem Zusammenspiel der Erreger, bei dem diese sich gegenseitig beim Vermehren fördern. Die Folge sind oftmals lebensbedrohliche Krankheitsverläufe. Da sich Grippeviren ständig verändern, muss jedes Jahr ein neuer, angepasster Impfstoff verabreicht werden, der einen wirksamen Schutz bietet.

Gegen Pneumokokken impfen

Ein anderes Gesundheitsrisiko im Alter sind Pneumokokken. Laut STIKO-Empfehlung sollten sich alle Menschen ab 60 Jahren impfen lassen. Eine Wiederimpfung sollte alle sechs Jahre bei bestimmten Risikopersonen erfolgen. Diese Empfehlung zeigt bereits die Gefahr, die eine Pneumokokken-Infektion darstellt. Pneumokokken führen bei älteren Menschen oft zu Lungenentzündungen. Trotz Therapie enden schwere Pneumokokken-Erkrankung bei jedem zehnten Fall tödlich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von rund 12.000 Toten pro Jahr durch Pneumokokken in Deutschland aus . Für Senioren sind Pneumokokken besonders gefährlich, weil eine Lungenentzündung im Alter oft nicht die charakteristischen Symptome zeigt. Statt mit plötzlichem hohen Fieber, Schüttelfrost, Husten und eitrigem Auswurf beginnt die Krankheit oft schleppend, die Körpertemperatur ist nur leicht erhöht und beim Husten kommt es nur zu spärlichem Auswurf. Daher werden Lungenentzündungen bei älteren Menschen oft nicht erkannt. Eine Impfung kann Pneumokokken-Erkrankungen und ihren schlimmen Folgen vorbeugen.


Quelle: Nach Informationen der Ständigen Impfkommission, des Robert-Koch-Instituts, des Deutschen Grünen Kreuzes und der Ärzte-Zeitung
Autor: Martina Janning
Stand: May 22, 2008


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