
Vorsicht beim Petting
Auch ohne "echten" Sex kannst du dich mit HPV infizieren
Auch beim Petting kannst du dich mit vielen Krankheitserregern anstecken. HPV ist einer davon. Er kann Jahre später Krebs auslösen. Darum solltest du dich schon beim Petting vor HPV schützen.
Was ist HPV und warum ist es so wichtig?
HPV steht für "humane Papillomviren". Darunter verstehen Mediziner eine ganze Reihe von Viren, die alle zur gleichen Art gehören, die sich aber alle ein wenig voneinander unterscheiden und daher als unterschiedliche "HPV-Typen" bezeichnet werden. Einige HPV-Typen können bei Mädchen die Haut der Genitalregion sowie die Schleimhaut in der Scheide und auf dem Gebärmutterhals besiedeln. Bei Jungs findet man sie ebenfalls auf der Schleimhaut der Genitalregion und damit auch auf der Schleimhaut der Eichel.
Es gibt unterschiedliche Typen von HPV: Einige aggressive Typen können Krebs verursachen, andere - weniger aggressive - sind für Warzen verantwortlich. Wenn sich ein Junge mit HPV angesteckt hat, kann er das Virus an seine Freundin weitergeben, ohne das selbst überhaupt zu merken. Bei Mädchen und Frauen können sich aus einer HPV-Infektion je nach Virentypen später Genitalwarzen oder nach Jahren Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krebserkrankung liegen viele Jahre. In dieser Zeit ist die Frau zwar selbst nicht krank, kann aber das Virus wiederum an andere weitergeben.
Wie bekomme ich HPV?
Anstecken können sich also Mädchen und Jungs gegenseitig. Dazu müssen sie noch nicht einmal miteinander schlafen. Intensives Petting reicht schon. Das gilt übrigens auch für viele andere Krankheitserreger. Du kannst sogar vom sehr intensiven Petting schwanger werden, ohne mit dem Jungen geschlafen zu haben, falls er dabei einen Samenerguss hat. Viren, Bakterien und auch Spermien ist es sozusagen egal, ob sie direkt von Körper zu Körper wandern, oder ob sie zum Beispiel eure Hände als "Taxi" nehmen.
Wie kann ich mich vor HPV schützen?
Kondome bieten einen relativ hohen Schutz vor Krankheiten - und damit auch vor HPV. Auch wenn du noch gar keinen richtigen Sex möchtest, solltest du ein Kondom griffbereit haben, falls der schöne Abend mit deinem Freund intensiver wird als geplant. Damit schützt du dich vor einer Schwangerschaft und ihr beide euch vor einer Ansteckung mit Krankheitserregern. Auch wenn ihr beide vorher noch nie mit jemand anderem zusammen wart, dann nutzt doch einfach die Gelegenheit, euch daran zu gewöhnen und mit dem Kondom cool und locker umzugehen.
Allerdings bieten auch Kondome keinen hundertprozentigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft oder einer Ansteckung mit HPV. Gegen einige besonders aggressive HPV-Typen gibt es eine Impfung. Sie schützt dich bestmöglich vor einer HPV-Infektion.
Wie hängt HPV mit Krebs zusammen?
Erst seit wenigen Jahren weiß man, dass Gebärmutterhalskrebs von HPV verursacht wird. Warum manche Frauen, die mit HPV infiziert sind, krebskrank werden und andere nicht, ist aber noch nicht zu Ende erforscht. Gebärmutterhalskrebs ist eine gefährliche Krebsart. Durch regelmäßige Untersuchungen kann man sie aber zum Glück früh erkennen und behandeln. Solche Untersuchungen sind allerdings erst für Frauen über 20 Jahren vorgeschrieben.
Impfung gegen HPV
Gegen einige HVP-Typen, die als besonders aggressiv und krebsauslösend gelten, gibt es seit zwei Jahren einen Impfstoff. Die Impfung wird für Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren empfohlen. Vor diesen beiden HPV-Typen bietet die Impfung den bestmöglichen Schutz.
Ob eine Impfung für dich infrage kommt, kann dir dein Frauen-, Haus- oder Kinderarzt sagen. Bevor du dich impfen lässt, solltest du unbedingt mit deinen Eltern sprechen und dir ihre Zustimmung einholen.





