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Interview mit einer Mutter

"Meine Tochter ist gegen HPV geimpft"

Uta R. hat zwei Töchter im Alter von 9 und 14 Jahren. Wie alle Mütter wünscht sie sich nur das Beste für ihre beiden Mädchen. Die HPV-Impfung gehört für sie ganz klar dazu.


Special Impfen

Frau R., Ihre ältere Tochter ist jetzt 14 Jahre alt. Worüber haben Sie sich am meisten Sorgen gemacht, als sie in die Pubertät gekommen ist?

Uta R.

Am meisten Sorgen habe ich mir darüber gemacht, wie sie mit den Veränderungen zurechtkommt, die jetzt mit ihr vorgehen. Wie heißt es doch so schön: "Pubertät beginnt dann, wenn die Eltern anfangen, komisch zu werden." Sie wird eben jetzt erwachsen, ihr Körper verändert sich und die Hormone spielen total verrückt. Darunter hat auch die Stimmung zu leiden.

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Sind Ihre Befürchtungen eingetreten?

Uta R.

Ja, es ist schon anstrengend. Zickenalarm ist angesagt. Es ist einfach die Phase, in der sich die Kinder von den Eltern abnabeln. Plötzlich unternehmen sie nichts mehr mit einem und wollen lieber ihre eigenen Sachen machen. Und finden alles, was man vorschlägt, fürchterlich. Da braucht man viel Geduld und Nervenstärke.

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Spricht Ihre Tochter mit Ihnen über ihre Probleme?

Uta R.

Sie behält viel für sich oder macht es mit ihren Freundinnen aus. Mit mir spricht sie nicht mehr über alles. Im Gegenteil: Sie reagiert sehr gereizt, wenn ich bei gewissen Themen ständig nachhake.

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Glauben Sie, dass Ihre Tochter schon die ersten sexuellen Erfahrungen gesammelt hat?

Uta R.

Sie hatte schon einmal einen Freund, der wesentlich älter war als sie - da habe ich einen ganz schönen Schrecken bekommen. Aber über einen Kuss hinaus ist das Ganze wohl noch nicht gegangen.In den Medien hört man immer wieder, dass die Jugendlichen heutzutage ihre ersten sexuellen Erfahrungen immer früher machen. Im Durchschnitt sind die Mädchen wohl um die 15. Bei meiner Tochter ist das, glaube ich, momentan noch kein Thema, aber wenn es soweit ist, weiß ich, dass sie gut aufgeklärt ist.

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Haben Sie Ihre Tochter selbst aufgeklärt?

Uta R.

Als ihre kleine Schwester geboren wurde, hat mir meine große Tochter die ersten Fragen gestellt. Später wurde das Thema dann auch in der Schule behandelt. Die Aufklärung fängt heutzutage mit Genehmigung der Eltern schon in der zweiten Klasse an. Die emotionale Komponente - wie man mit seinen Gefühlen umgeht - wird dabei natürlich nicht vermittelt. Aber meine Tochter weiß, dass sie jederzeit zu mir kommen kann und mit mir über solche Dinge sprechen kann.

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Sie haben Ihre Tochter bereits gegen HPV impfen lassen. Wie sind Sie auf die Impfung aufmerksam geworden?

Uta R.

Ich bin darauf gestoßen, als ich selbst beim Gynäkologen war. Der weiß, dass ich zwei Töchter habe, und hat mich auf die Impfung angesprochen. Er hat mir auch erklärt, wie wichtig es ist, dass die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen ist. Und da man nie genau weiß, wann es soweit ist, hat er mir empfohlen, meine Tochter mit 12 Jahren gleich impfen zu lassen.

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Hat Ihr Frauenarzt Ihre Tochter geimpft?

Uta R.

Meine Tochter und ich sind zusammen zu ihrer Kinderärztin gegangen, bei der wir ein Infoblatt bekommen haben und noch zusätzlich persönlich über die Impfung aufgeklärt wurden. Und dann haben wir uns dazu entschlossen. Denn wenn die Impfung greifen soll, dann ist es gerade wichtig, dass sie komplett abgeschlossen ist, bevor die Mädchen sexuell aktiv werden. Meine Tochter hat die Impfung übrigens sehr gut vertragen.

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Wie sehen andere Mütter aus Ihrem Bekanntenkreis die HPV-Impfung?

Uta R.

Viele Eltern von Klassenkameradinnen meiner Tochter stehen Impfungen generell skeptisch gegenüber. Das betrifft nicht nur die HPV-Impfung, sondern auch andere Impfungen. Den Kindern dieser Eltern fehlen deshalb oftmals wichtige Impfungen. Und auch wenn die Jugendlichen ab 14 Jahren bereits begrenzt mündig sind und die Entscheidung für oder gegen eine Impfung unter bestimmten Voraussetzungen selbst treffen könnten, schließen sie sich meist der Meinung ihrer Eltern an und lassen sich nicht impfen.

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Teilen Sie diese Bedenken?

Uta R.

Ich selbst kann eine solche Haltung nicht nachvollziehen. Ich, hatte Zellveränderungen am Gebärmutterhals und wurde daraufhin auf HPV getestet. Da ich gelernte Krankenschwester bin und auf einer gynäkologischen Station gearbeitet habe, weiß ich, was es bedeutet, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Das möchte ich meiner Tochter gerne ersparen.

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Vielen Dank für das Interview!


Autor: Annette Mende
Stand: Feb 13, 2009


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