
Zahlen und Fakten
HPV Impfung: Eine vernünftige Entscheidung
Gebärmutterhalskrebs wird durch Viren verursacht, vor diesen Viren können sich Mädchen und junge Frauen mit einer Impfung schützen. Die Impfung ist gut verträglich, ihre Wirkung aber kann diesem Krebs und seinen Krebsvorstufen vorbeugen.
Eine HPV-Impfung ist nur ein kleiner Stich. Der mögliche Nutzen - die Verhinderung von Veränderungen am Gebärmutterhals, die schlimmstenfalls zu Krebs führen - ist eindeutig belegt. Die Humanen Papillomviren (HPV) werden auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Leider bieten Kondome keinen vollständigen Schutz vor dem Virus, da es auch Hautbereiche besiedeln kann, die nicht vom Kondom abgedeckt werden.
Ist die Impfung sicher und erprobt?
Die Impfung gegen HPV ist seit Ende 2006 in Deutschland zugelassen und wurde in langwierigen Untersuchungen auf ihre Sicherheit und Verträglichkeit erprobt. Seit der Zulassung sind bereits viele zehntausend Mädchen und junge Frauen erfolgreich geimpft worden. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel haben sich schon bis zu Dreiviertel aller weiblichen Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren gegen HPV impfen lassen. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Injektionen in unterschiedlichen Abständen und über den Zeitraum bis zu einem Jahr. Einer Infektion kann so bestmöglich vorgebeugt werden.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Schmerzen, Juckreiz und Rötung an der Impfstelle sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit traten auf. In wenigen Fällen kann es auch zu Unwohlsein und Übelkeit kommen, auch etwas erhöhte Temperatur ist möglich. All dies ist aber nicht bedrohlich, sondern nur Zeichen dafür, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und Antikörper gegen das Virus entwickelt. Junge Mädchen, die unter niedrigem Blutdruck leiden und eventuell vor der Impfung nicht ausreichend gegessen und getrunken haben, können direkt nach der Injektion für sehr kurze Zeit ohnmächtig werden. Dies ist aber ein Phänomen, das nicht nur nach der HPV-Impfung, sondern auch nach anderen Injektionen auftreten kann. Darum ist es wichtig, nach der Impfung noch ein wenig in der Arztpraxis zu warten, bis sich der Stress gelegt hat. Ein großer Schluck zuckerhaltige Limonade oder Fruchtsaft vor und nach der Injektion kann helfen, mögliche Ohnmachten zu verhindern.
HPV-Infektion durch Impfung?
HPV-Impfstoffe enthalten nur künstlich hergestellte leere Hüllen der HP-Viren, da für die Ausbildung einer Immunantwort auch nur diese erforderlich sind. Das Erbmaterial (DNA), das für die Vermehrung der Viren notwendig ist, ist im Impfstoff gar nicht enthalten. Nur vollständige Viren können Gewebeveränderungen hervorrufen. Die Hülle alleine kann nicht zu Gebärmutterhalskrebs führen. Eine HPV-Infektion durch die Impfung ist demnach nicht möglich.
Wie wichtig ist die HPV-Impfung?
Schätzungen zufolge infizieren sich sieben von zehn Frauen im Laufe ihres Lebens mit HP-Viren. Damit zählt die HPV-Infektion zu den häufigsten sexuell übertragenen Erkrankungen überhaupt. Auch wenn bei den meisten Frauen die Infektion wieder folgenlos ausheilt, kann das Virus bei einigen Frauen dauerhaft im Körper aktiv bleiben und zu Veränderungen am Gebärmutterhals oder im Genitalbereich führen. Jedes Jahr werden weltweit viele zehntausend Frauen aufgrund von solchen Veränderungen operiert. Auch wenn bei diesen Frauen noch kein Gebärmutterhalskrebs festgestellt wird, ist die Operation eine große seelische und körperliche Belastung.
Gebärmutterhalskrebs, der jährlich bei rund 6.000 Frauen in Deutschland diagnostiziert wird, lässt sich wahrscheinlich zu 70 % durch die Impfung vermeiden. Die Impfung gegen HPV ist daher ein echter Durchbruch in der Krebsprävention.





