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HPV-Impfung

Mädchen möglichst frühzeitig gegen HPV impfen

Jährlich erkranken in Deutschland ca. 6.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Gegen die Viren, die diesen Krebs auslösen, gibt es eine wirksame Impfung. Für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren werden die Kosten übernommen.

Gebärmutterhalskrebs ist eine Erkrankung, die nachweislich durch eine Virusinfektion ausgelöst wird. Verantwortlich sind Humane Papillomviren (HPV), die fast ausschließlich beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. In den meisten Fällen kann sich das Immunsystem gegen die Viren wehren, aber bei manchen Frauen führen besonders aggressive Virusstämme (Hochrisiko-Typen) zu Veränderungen in der Schleimhaut des Gebärmutterhalses, die sich schließlich zum Krebs entwickeln können. Andere HPV-Typen (Niedrigrisiko-Typen) können zu Genitalwarzen führen, die zwar nicht bösartig, aber sehr unschön und psychisch belastend sind. Für junge Mädchen gibt es jetzt ein wirksames Mittel gegen Erkrankungen als Folge einer HPV-Infektion: Eine Impfung gegen die beiden aggressivsten HPV-Typen (16 und 18), die verhindert, dass sich das Virus in der Schleimhaut der Gebärmutter und der Scheide festsetzt. Zurzeit sind zwei Impfstoffe verfügbar: Einer der beiden Impfstoffe verhindert gleichzeitig eine Infektion mit den Genitalwarzen-verursachenden Niedrigrisiko-Typen 6 und 11.

Impfung für junge Mädchen besonders wichtig

Seit dem 1. Juli 2007 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die HPV-Impfung bei jungen Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Eine Immunisierung vor dem ersten Geschlechtsverkehr minimiert das Risiko, sich mit einem aggressiven HPV-Typen zu infizieren und im Anschluss zu erkranken. Sie ist auch deshalb wichtig, weil in diesem Alter die Schleimhaut im Scheidenbereich noch recht dünn ist und sich die HP-Viren schneller festsetzen können. Auch für junge Frauen über 18 kann eine HPV-Impfung sinnvoll sein. Viele Krankenkassen zahlen die Schutzimpfung daher auch jungen Frauen bis 26 Jahre. Die Kostenübernahme ist in diesem Fall vor der Impfung mit der entsprechenden Krankenkasse zu klären.

Die meisten Infektionen mit HPV erfolgen im Alter bis 25 Jahre. Mütter sollten darum mit ihren Töchtern rechtzeitig über das Thema Geschlechtsverkehr reden und sie zur Impfung begleiten. Die Impfung richtet sich gegen zwei besonders aggressive Stämme des HP-Virus (Typen 16 und 18). Einige dieser HPV-Stämme erhöhen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs um das 300-Fache. Wissenschaftler erhoffen sich bei Frauen, die jetzt gegen das Virus geimpft werden, einen deutlichen Rückgang dieser Krebsart.

Fast 6.500 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs pro Jahr

Mit rund 6.500 Neuerkrankungen und 2.000 Todesfällen pro Jahr ist der Gebärmutterhalskrebs in Deutschland die dritthäufigste frauenspezifische Krebstodesursache. Werden die Krebsvorstufen rechtzeitig erkannt und bekämpft, hat die betroffene Frau sehr gute Heilungschancen. Eine regelmäßige Früherkennungsuntersuchung ist darum für Frauen ab 20 Jahren auch im Leistungspaket der gesetzlichen Krankenkassen enthalten.

Selbstverantwortliches Handeln ist der beste Schutz

Auch wenn sie keinen 100%igen Schutz bieten, sind Kondome neben der Impfung der beste Weg, um sich vor Erkrankungen als Folge einer Infektion mit HPV zu schützen. Auch über dieses Thema sollten Mütter und Väter mit ihrem Nachwuchs reden. Männer sind für die Verbreitung des HP-Virus mitverantwortlich. Darum sollten auch männliche Jugendliche darauf achten, sich und ihre Partnerin beim Sex mit einem Kondom zu schützen. Und auch das Risiko für Infektionen mit zahlreichen anderen Erregern wie Chlamydien, Herpesviren und HIV können Jugendliche durch die konsequente Benutzung von Kondomen minimieren.

Für junge Frauen ist darüber hinaus der regelmäßige Gang zur Früherkennungsuntersuchung wichtig, um durch einen sogenannten PAP-Abstrich Veränderungen in der Gebärmutterhalsschleimhaut rechtzeitig zu erkennen. Gebärmutterhalskrebs ist eine Erkrankung, die sich verhindern lässt. Darum sind die frühzeitige Impfung in Verbindung mit der regelmäßigen Teilnahme an der Früherkennungsuntersuchung sowie selbstverantwortliches Verhalten der beste Schutz vor Gebärmutterhalskrebs.


Quelle: Nach Informationen der Deutschen Krebshilfe e.V., des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
Autor: Susanne E. Kaiser
Stand: Dec 12, 2008


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