Bericht
WHO: Impfraten weltweit so hoch wie nie zuvor
Mit 120 zugelassenen Impfstoffen weltweit gibt es heutzutage mehr Schutz vor potentiell tödlichen Infektionserkrankungen als jemals zuvor. Hinzu kommen mehr als 80 neue Impfstoffe, die sich derzeit in späten Phasen der klinischen Überprüfung befinden. Das belegt ein aktueller Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO, der UNICEF und der Weltbankgruppe.
Im Jahr 2008 konnte mit 106 Millionen geimpften Kindern weltweit ein Rekord aufgestellt und der bis dahin vorherrschende Abwärtstrend bei den Impfraten umgekehrt werden. Das zeigt Erfolge: So nahm nach den Ausführungen des aktuellen Berichts „State of the World's Vaccines and Immunization“ die Zahl der Maserntodesfälle zwischen 2000 und 2007 weltweit um 74 Prozent ab. "Solche Fortschritte müssen neue Anstrengungen initiieren, um Kinder auf der ganzen Welt gegen potentiell lebensbedrohliche Erkrankungen zu immunisieren”, erklärte die Geschäftsführerin von UNICEF, Ann M. Veneman, in einer Pressemitteilung der WHO.
Kürzlich entwickelte Impfstoffe schützen vor Meningokokken-Entzündungen der Hirnhaut, vor schweren Durchfällen, die von Rotaviren ausgelöst werden, vor Pneumokokken, den Haupterregern einer infektiösen, bakteriellen Lungenentzündung, und vor Gebärmutterhalskrebs, bei dessen Entstehung das Humane Papillomavirus (HPV) eine wichtige Rolle spielt. Vakzinen, die sich im späten Stadium der klinischen Entwicklung befinden, sind gegen mehr als 30 Infektionserkrankungen gerichtet, gegen die es bislang keinen entsprechenden Schutz gibt. Darüber hinaus arbeiten Wissenschaftler derzeit an der Entwicklung von Impfstoffen gegen HIV/AIDS, Malaria, Tuberkulose und Dengue-Fieber.
Nach Angaben des Berichts decken Hersteller in Entwicklungsländern inzwischen 86 Prozent des Bedarfs an traditionellen Impfstoffen ab, beispielsweise gegen Masern, Tetanus oder Diphterie. „Wir haben eine dramatische Umkehr bei der Verfügbarkeit von Vakzinen selbst in den ärmsten Ländern erzielt“, so Graeme Wheeler, Geschäftsführer der Weltbankgruppe. „Dennoch muss die internationale Gemeinschaft – gemeinsam mit den Ländern selbst – sicherstellen, dass sowohl bestehende als auch neue Technologien die am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen tatsächlich erreichen, insbesondere Kinder“, fügte er hinzu.




