Gebärmutterhalskrebs-Impfstoff
Zulassungserweiterung zur Vaginalkrebs-Vorbeugung empfohlen
Die europäische Arzneimittelagentur (EMEA) hat angeregt, den Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs auch für die Prävention von Vaginalkrebs-Vorstufen zuzulassen.
Das Komitee für Humanarzneimittel der EMEA hat sich dafür ausgesprochen, einen der derzeit zugelassenen Impfstoffe gegen Gebärmutterhalskrebs auch für vaginale Krebsvorstufen (Präkanzerosen) zuzulassen, die durch humane Papillomviren (HPV) der Typen 16 und 18 verursacht werden. Die EU-Kommission könnte der Empfehlung bereits innerhalb der nächsten Wochen nachkommen.
Laut Univ.-Prof. Dr. Elmar Joura von der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universitäts-Frauenklinik in Wien sind Präkanzerosen der Vagina schwer zu erkennen. Um das Fortschreiten der Erkrankung bis zum Krebs zu vermeiden, müsse sich die Patientin einer schwierigen Behandlung unterziehen. In vielen Fällen komme es nach der Therapie zu Rückfällen. Außerdem könne es bei den betroffenen Frauen zu Ängsten, Depressionen, einer sexuellen Funktionsstörung und einem eingeschränkten Selbstwertgefühl kommen, unterstreicht Joura.
Bisher ist der Impfstoff zugelassen zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs, der durch HPV 16 und 18 ausgelöst wird, Präkanzerosen der Gebärmutter und der Vulva (Schambereich) sowie die Prävention von Genitalwarzen, die durch die HPV-Typen 6 und 11 verursacht werden.
Dass der Wirkstoff auf dem neuen Anwendungsgebiet ebenfalls starken und dauerhaften Schutz bietet, haben die Ergebnisse großer klinischer Studien gezeigt. Auch Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit der HPV-Impfung wurden bereits vor der Zulassung belegt und sind auch nach Markteinführung durch Daten aus laufenden Überwachungsprogrammen bestätigt worden.




