Repräsentative Befragung

Homöopathische Arzneimittel immer beliebter

Zwei Drittel der Deutschen benutzen Homöopathika

Über die Hälfte der Bevölkerung hat bereits homöopathische Arzneimittel angewendet. Der Anteil der Verwender stieg von 53 Prozent im Jahr 2009 auf aktuell 60 Prozent. Dies sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt hat.

Homöopathische Globuli
Homöopathische Arzneimittel werden immer beliebter, besonders bei Frauen – das zeigt eine aktuelle Umfrage. Häufig führt sie die Empfehlung von Freunden oder Familienangehörigen zur Verwendung von Homöopathika.
iStock

Deutsche Verbraucher bescheinigen homöopathischen Arzneimitteln eine besonders gute Verträglichkeit: Die breite Mehrheit ist überzeugt, dass homöopathische Arzneimittel nebenwirkungsarm sind. Über die Hälfte stimmt den Aussagen zu, dass Homöopathika dadurch zudem gut für Kinder geeignet sind.

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"Insgesamt ist festzustellen, dass homöopathische Arzneimittel immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der Verwenderkreis ist deutlich gewachsen", erläutert Dr. Barbara Steinhoff, Leiterin der Abteilung Pflanzliche und Homöopathische Arzneimittel im Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH).

Besonders Frauen und Westdeutsche nehmen homöopathische Präparate

Die Studie zeigt auch, dass vor allem Frauen zu Homöopathika greifen: 73 Prozent der weiblichen Befragten gaben an, solche Arzneimittel zu verwenden, der Anteil der Männer liegt bei 48 Prozent. In Westdeutschland nehmen 64 Prozent homöopathische Arzneimittel ein, im Osten des Landes sind es 44 Prozent.

Ergebnisse der Allensbach-Studie im Überblick

In einer bevölkerungsrepräsentativen Studie hat das Institut für Demoskopie Allensbach Daten zur Akzeptanz und zum Image homöopathischer Arzneimittel in Deutschland erhoben. Die Studie knüpft an eine 2009 durchgeführte, vergleichbar angelegte Untersuchung an. Die Daten zeigen: Homöopathische Arzneimittel finden in Deutschland immer größeren Anklang. Befragt wurden insgesamt gut 1.503 Personen ab 16 Jahren in ganz Deutschland.

In den vergangenen fünf Jahren ist der Kreis der Nutzer von Homöopathika nach den neuen Daten signifikant gewachsen: von 53 Prozent auf mittlerweile 60 Prozent der Bevölkerung. Richtet man den Blick noch weiter in die Vergangenheit, wird die zunehmende Verbreitung homöopathischer Arzneimittel noch deutlicher: Vor rund 45 Jahren, 1970, nutzten in Westdeutschland gerade einmal 24 Prozent homöopathische Präparate. Nach wie vor deutlich überdurchschnittlich häufig werden Homöopathika von Frauen sowie in den westlichen Bundesländern verwendet.

Homöopathie_520.png
Basis der Studie: 1.503 Befragte in der Bundesrepublik Deutschland, Bevölkerung ab 16 Jahre. Institut für Demoskopie Allensbach, Umfragen 10039 (2009), 11025 (2014)
Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V

Im Vergleich zu 2009 ist auch der Anteil derer gestiegen, die von persönlichen Heilerfahrungen durch homöopathische Präparate berichten. Fast neun von zehn Verwendern haben Homöopathika der eigenen Wahrnehmung nach schon geholfen, darunter 48 Prozent, die dies ohne jede Einschränkung zu Protokoll geben. Weitere 39 Prozent berichten, ihnen haben homöopathische Mittel zumindest in manchen Fällen geholfen.

Bezogen auf die Gesamtbevölkerung ist der Anteil derer, die von positiven Erfahrungen mit homöopathischen Präparaten berichten, in den letzten fünf Jahren damit von 24 auf 29 Prozent gestiegen. Den Verwendern haben homöopathische Mittel nach eigener Aussage schon bei einem breiten Spektrum von Erkrankungen und Beschwerden geholfen. Mit Abstand am häufigsten wurden homöopathische Mittel dabei erfolgreich gegen Erkältungen und grippale Infekte eingesetzt.

Empfehlung von Freunden wichtiger Zugangspunkt zur Homöopathie

Aber nicht nur die ganz überwiegend positiven Heilerfahrungen dürften zur weiteren Verbreitung homöopathischer Mittel beigetragen haben – der Weg zu Homöopathika führt nämlich meist über die persönliche Empfehlung von Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern. Auch die Wahrnehmung von homöopathischen Mitteln als gut verträglich hat hier sicher eine Rolle gespielt: Gut drei Viertel der Verwender beschreiben Homöopathika als nebenwirkungsarm, etwa zwei Drittel als besonders gut verträglich.

Und da ein mit zwölf Prozent vergleichsweise kleiner Teil der Bevölkerung ausdrücklich ausschließt, homöopathische Präparate zu nehmen, dürfte der Kreis der Verwender homöopathischer Arzneimittel in den kommenden Jahren noch weiter wachsen.

Erkältung bei Kindern: Die besten Tipps

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. Dezember 2014
Quellen: Institut für Demoskopie Allensbach; Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (https://www.bah-bonn.de/presse-und-publikationen/pressemitteilungen/artikel/repraesentative-befragung-immer-mehr-menschen-nehmen-homoeopathika/ - Abruf: 17.12.2014)

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