Nutzen der Homöopathie

Wirksamkeit der Homöopathie vertuscht? Studie sorgt für Skandal

Gerne wurde sie von Homöopathie-Gegnern zitiert – nun stellt sich heraus: Eine groß angelegte Studie, die homöopathische Therapien als ineffektiv darstellt, muss wohl erneut geprüft werden. Fehler im Studienaufbau sollen dazu geführt haben, dass ungeliebte Nachweise für die Wirksamkeit der Homöopathie einfach ignoriert wurden.

Arzt am Schreibtisch
Um eine Übersichtsstudie veröffentlichen zu können, werden viele Studien zum selben Thema analysiert.
iStock

Eine Übersichtsstudie zur Homöopathie, veröffentlicht durch den Nationalen Rat für Gesundheit und Medizinische Forschung Australien (NHMRC), wurde lange als Beleg gehandelt, dass die Wirkung der Homöopathie auf Einbildung beruhe. Vehementer Widerspruch kommt vonseiten des Londoner Homeopathy Research Institute (HRI): Direktor Alex Tournier wirft dem NHMRC Täuschung der Öffentlichkeit vor. Das Institut hat Beschwerde eingereicht.

Homöopathie: Wichtige Mittel und ihre Wirkung

Die Kritik: Die Essenz der Anti-Homöopathie-Studie sei, dass es "keine Erkrankungen gibt, für die zuverlässige Nachweise für eine Wirksamkeit der Homöopathie vorliegen". Diese Schlussfolgerung zogen die Studienmacher eigenen Angaben zufolge aus einer strengen Auswertung von mehr als 1.800 Arbeiten zum Thema Homöopathie.

Kritik am Studienaufbau

Recherchen des Homoepathy Research Institute haben jedoch ergeben: Von den 1.800 Arbeiten wurden nur 176 berücksichtigt. Hintergrund seien Auflagen der NHMRC. So musste eine Studie mehr als 150 Teilnehmer haben und qualitativ sehr hohe Standards erfüllen, um als Quelle in die Übersichtsstudie einzufließen. Die Probandenanzahl von 150 für die Zuverlässigkeit einer Studie anzusetzen sieht die HRI allerdings als vollkommen willkürlich, beispiellos und wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen an. Auf diese Weise seien etliche Studien durchs Raster gefallen, die den Nutzen homöopathischer Mittel belegt hatten.

Das Homoepathy Research Institute sieht außerdem weitere Unstimmigkeiten in der wissenschaftlichen Arbeit des NHMRC. So wurde gegen die selbst auferlegte NHMCR-Regel verstoßen, dass zumindest ein Experte dem Ausschuss angehören muss. Fachleute aus der Homöopathie seien jedoch nicht beteiligt gewesen. Auch die Nähe des Vorsitzenden des NHMCR-Ausschusses zur den homöopathiefeindlichen "Freunden der Wissenschaft in der Medizin" wird vom HRI kritisiert.

Am Ende haben Patienten das Nachsehen

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Rachel Roberts als Geschäftsführerin der HRI sieht großen Schaden für die Patienten: "Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, dass es qualitativ hochwertige Studien gibt, die zeigen, dass Homöopathie bei manchen Beschwerden wirkt, zum Beispiel Heuschnupfen, Sinusitis und Durchfall bei Kindern – Informationen, die nur durch den fehlerhaften Umgang mit Beweismaterial durch den NHMRC verloren gegangen sind."

Auch der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) hinterfragt die Studienergebnisse. "Wir fühlen uns an die 2005 im Lancet publizierte Studie von Shang et. al. erinnert, die das Ende der Homöopathie postulierte", sagt Cornelia Bajic, 1. Vorsitzende des DZVhÄ: "Auch hier wurden nicht 220 Studien begutachtet, wie angegeben, sondern lediglich sechs konventionelle im Vergleich zu acht homöopathischen Studien."

Homöopathische Mittel für kleine Patienten

Autor:
Letzte Aktualisierung: 21. April 2017
Quellen: https://www.hri-research.org/resources/homeopathy-the-debate/the-australian-report-on-homeopathy/; https://www.hri-research.org/wp-content/uploads/2017/04/Executive-Summary-to-Ombudsman-Complaint-re-NHMRC-Homeopathy-Review-FINAL.pdf

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