Erstattungsfähigkeit und Satzungsleistungen

Viele Krankenkassen bezahlen rezeptfreie Arzneimittel

Rezeptfreie Arzneien wie homöopathische Globuli oder pflanzliche Erkältungsmittel muss man aus der eigenen Tasche bezahlen? Nicht unbedingt: Bei manchen Kassen sind je nach Tarif Erstattungen in Höhe mehrerer Hundert Euro drin. Wie viel eine Krankenkasse für apothekenpflichtige Mittel bezahlt, schreiben ihre sogenannten Satzungsleistungen vor.

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Für viele apothekenpflichtige Arzneimittel können Versicherte Geld von ihrer Krankenkasse zurückbekommen.
iStock

Seit 2004 sind rezeptpflichtige Arzneimittel nicht mehr Bestandteil des Leistungskatalogs gesetzlicher Kassen. Auf dem rosaroten Kassenrezept können Ärzte Patienten, die über zwölf Jahre alt sind, seither nur noch verschreibungspflichtige Arzneimittel wie zum Beispiel Antibiotika vermerken.

Hält der Mediziner hingegen ein pflanzliches oder homöopathisches Mittel für die beste Behandlungsoption, notiert er dessen Namen und die richtige Dosierung auf einem oder Privatrezept. Wer gegen seine Beschwerden ein rezeptfreies, sogenanntes OTC-Präparat ("over the counter" = "über den Ladentisch") verordnet bekommt, sollte sich davon aber keinesfalls entmutigen lassen, den Gang zur Apotheke anzutreten und die Behandlung einzuleiten.

Zum einen ist die Wirkung vieler Phytotherapeutika und Homöopathika wissenschaftlich gut belegt. Zum anderen können Patienten das Geld, das sie für OTC-Arzneimittel ausgegeben haben, häufig zurückverlangen: Einige Krankenkassen erstatten ihren Versicherten freiwillig die Ausgaben für nicht rezept-, aber apothekenpflichtige Arzneimittel aus den Bereichen Homöopathie, Phytotherapie und Anthroposophie – zumindest in einem festgelegten finanziellen Rahmen. Auch Anwendungen wie die Osteopathie kann diese Regelung je nach Krankenkassentarif betreffen.

Homöopathie: 15 häufige Beschwerden und welches Mittel hilft!

Diese Kassen kommen für rezeptfreie Arzneimittel auf

Ob und in welchem Umfang ein Krankenversicherer die Kosten für Komplementärmedizin übernimmt, legen die Satzungsleistungen fest, die sich von Kasse zu Kasse erheblich unterscheiden können. Die BKK ProVita etwa erstattet homöopathische und pflanzliche Arzneimittel für bis zu 500 Euro im Jahr, sofern ein Arzt diese verordnet. Für Schwangere gilt eine Erstattung ohne Budgetgrenze.

Viele weitere Kassen wie zum Beispiel die AOK Nordwest unterstützen ebenfalls vor allem Schwangere finanziell, indem sie die Kosten für homöopathische Arzneimittel übernehmen. Bei der TK gibt es pro Versichertem und Kalenderjahr maximal 100 Euro für rezeptfreie Arzneimittel zurück. Andere Krankenkassen wiederum erstatten die Ausgaben für OTC-Medikamente gegen bestimmte Beschwerden, etwa Allergien.

Bezahlt auch meine Kasse OTC-Arzneimittel?

Die aufgeführten Kassen sind dabei lediglich Beispiele. Um mehr über die Satzungsleistungen Ihrer Kasse zu erfahren und bares Geld zu sparen, können Sie sich mit Ihrem Ansprechpartner vor Ort in Verbindung setzen oder sich über das jeweilige Online-Angebot informieren. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Konditionen vieler Kassen.

Wichtig: Um Ihre Forderungen geltend zu machen, müssen Sie sowohl das ärztliche Rezept als auch den Kaufbeleg aus der (Versand-)Apotheke aufbewahren und der Krankenkasse im Original zusenden.

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Letzte Aktualisierung: 20. September 2016
Quellen: Informationen der Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/media219631A.pdf

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