Muskulöses Männerbein

Gefäßverschluss mit 30?

PAVK nicht nur bei älteren Menschen

Periphere arterielle Verschlusskrankheit - nur eine Erkrankung der Älteren? Weit gefehlt. Viele Menschen haben aufgrund von Vorerkrankungen oder wegen ihres Lebensstils schon in jüngeren Jahren ein erhöhtes Risiko.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) gilt gemeinhin eher als eine Krankheit der Älteren. Jüngere fühlen sich vor der "Schaufensterkrankheit" oder dem "Raucherbein", wie die Krankheit oft auch genannt wird, gefeit. Ein Irrtum!. Zwar nimmt das Risiko für eine PAVK tatsächlich mit steigendem Lebensalter zu, besonders oft erkranken Menschen jenseits des 60. Lebensjahrs. Doch auch Jüngere können mitunter von der PAVK betroffen sein.

Was passiert bei PAVK?

Bei der PAVK wird der Blutstrom in den Beinschlagadern (Arterien) behindert. Die Ursache sind Einengungen der Gefäße aufgrund von Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung"). Dabei lagern sich an den Gefäßwänden Fett und Blutzellen ab und bilden einen Belag, sogenannte Plaques, die das Innere der Gefäße verstopfen. Die Beine werden dadurch nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Schmerzen in den Beinen, zunächst bei Belastung, später aber auch in Ruhe sind die Folge.

Eine PAVK kommt selten allein

Die meisten Betroffenen leiden nicht nur an einer PAVK. Die der Krankheit zugrunde liegende Arteriosklerose betrifft neben den Beinarterien oft auch Arterien des Herzens und des Gehirns. Die Folge sind lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall. Experten nehmen an, dass die Lebenserwartung durch eine PAVK um bis zu zehn Jahre sinkt.

Auch 30-Jährige können erkranken

Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass etwa ein bis drei Prozent der unter 40-Jährigen von einer PAVK betroffen sein könnten. Bei den über 70-Jährigen sind es mit geschätzten 15 bis 20 Prozent deutlich mehr. Verlässliche Zahlen zur Häufigkeit der PAVK liegen nicht vor, da viele Betroffene lange Zeit nichts von ihrer Krankheit bemerken.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet, schon in jüngeren Jahren an der PAVK zu erkranken, sind Personen mit Risikofaktoren wie langjähriges Rauchen, anhaltend erhöhte Blutfettwerte, jahrelanger Diabetes mellitus mit schlecht eingestelltem Zucker, Übergewicht, Bewegungsmangel und Bluthochdruck. In vielen Fällen sind mehrere Risikofaktoren gleichzeitig vorhanden, beispielsweise beim sogenannten metabolischen Syndrom. Dieses liegt vor, wenn eine Person übergewichtig ist und gleichzeitig mindestens zwei weitere der Risikofaktoren Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und gestörter Zuckerstoffwechsel bis hin zum Diabetes mellitus aufweist.

PAVK muss nicht sein

Die Entstehung einer PAVK lässt sich in den meisten Fällen durch eine gesunde Lebensführung erfolgreich verhindern. Das Rauchen aufzugeben, steht hierbei an erster Stelle, aber auch eine gesunde Ernährung und viel Bewegung sind ein guter Schutz. Diabetiker müssen darauf achten, dass ihr Blutzucker gut eingestellt ist.

Personen, die ein besonders hohes PAVK-Risiko haben, sollten sich darüber hinaus von ihrem Arzt untersuchen lassen. Stellt der Arzt tatsächlich eine PAVK fest, kann er entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten, um die Durchblutung der Arterien wieder zu verbessern.


Quelle: Norgren L, et al.: Inter-Society Consensus for the Management of Peripheral Arterial Disease (TASC II). Eur J Vasc Endovasc Surg 2007; 33: S1 ? S75; Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen e.V.; AKH-Consilium der Medizinischen Universität Wien
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Dec 10, 2008


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