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Herzinfarktrisiko

Terminnot und Arbeitsstress setzen das Herz unter Druck

Ob Termindruck, Mehrarbeit, belastende Auseinandersetzungen mit dem Vorgesetzten oder die akute Wettbewerbssituation unter Kollegen: Stress am Arbeitsplatz kann dem Herzen gefährlich werden. Das ist bei Arbeitern nicht anders als bei Managern. Denn auch Lärm und Schmutz am Arbeitsplatz wirken als Dauerbelastung. Stressige Arbeitssituationen sind generell nicht selten der Auslöser für einen Herzinfarkt, wie Studien zeigen.

Im Rahmen einer schwedischen Untersuchung wurde die Arbeitssituation von 1.381 Herzinfarkt-Patienten analysiert. Bei acht Prozent von ihnen stand der Herzinfarkt in direktem Zusammenhang mit einem besonders stressigen Arbeitstag. Das Risiko von Personen, die unter starkem Termindruck auf einen bestimmten Zeitpunkt hinarbeiten, war entsprechend der Studie in den darauf folgenden 24 Stunden sogar um das Sechsfache erhöht. Doch nicht immer zeigen sich die Auswirkungen von Belastungssituationen so rasch. So gibt es Befunde, wonach Männer noch zwölf Monate nach einem gravierenden Konflikt am Arbeitsplatz ein stark erhöhtes Infarktrisiko aufweisen.

Doch nicht nur bei Managern gerät das Herz durch Terminstress, Hektik und Zeitnot unter Druck. Auch Arbeiter stehen häufig unter Stress, weiß Professor Dr. Johannes Siegrist aus Düsseldorf. Stress - das ist nach seinen Angaben nicht nur ein bisweilen hektischer Alltag, sondern auch zum Beispiel eine langfristig starke Arbeitsbelastung unter unsicheren Rahmenbedingungen. Ebenso beeinflussen begrenzte Aufstiegschancen und fehlende Anerkennung das Stressempfinden und damit das Infarktrisiko.

Positiven und negativen Stress unterscheiden

Das heißt andererseits nicht, dass jede Stresssituation Gefahr für das Herz signalisiert. Denn Stress bedeutet in erster Linie, dass ein Reiz auf den Körper wirkt. Das Nervensystem reagiert darauf, indem es vermehrt Adrenalin ausschüttet, das deshalb auch als Stresshormon bezeichnet wird. Der Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck steigt und der Körper wird in einen reaktionsbereiten Zustand versetzt - ein Mechanismus, der in früheren Zeiten lebensnotwendig war, etwa wenn es in Gefahrensituationen um Kampf oder auch um Flucht ging.

Stresssituationen können den Menschen deshalb durchaus auch beflügeln und zur Höchstleistung anspornen, weshalb die Stressforscher zwischen positivem und negativem Stress - in der Fachsprache als Eustress und Disstress bezeichnet - unterscheiden. Eustress schadet dem Körper dabei nicht. Denn mit dem Abklingen der Reizsituation lassen auch die Stressreaktionen nach. Anders beim Disstress, der meist infolge einer anhaltenden Belastungssituation vermittelt wird. Dann bleiben Herzfrequenz und Blutdruck lange erhöht, der Körper verharrt praktisch in der Alarmsituation. Dauerstress führt zu körperlichen Beschwerden wie Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Magenproblemen und Bluthochdruck und kann so Herz-Kreislauferkrankungen den Weg bahnen.

Gesund leben, wenn Stress unvermeidbar ist

Wenn Stress am Arbeitsplatz unvermeidbar ist, empfiehlt es sich, dem erhöhten Herz-Kreislaufrisiko durch eine gesunde Lebensführung entgegenzusteuern. Dazu gehören eine gesunde, cholesterinbewusste Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, der Verzicht auf das Rauchen sowie Entspannungsübungen. Wer unter Bluthochdruck und/oder zu hohen Blutfettwerten leidet, sollte diese Risikofaktoren außerdem regelmäßig kontrollieren und konsequent behandeln lassen.

Außerdem kann man durch ein verbessertes Zeitmanagement und regelmäßige Entspannungsübungen der Stressfalle entkommen. Zu den bekanntesten Entspannungstechniken gehören Yoga, Autogenes Training und die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Helfen solche allgemeinen Maßnahmen nicht, so ist es im Hinblick auf die langfristige Gesundheit ratsam, sich professionelle Hilfe bei einem Therapeuten zu suchen. Denn Außenstehende erkennen oft sehr viel einfacher, wo „der Schuh drückt“ und wie sich möglicherweise mit ganz einfachen Mitteln der persönliche Alltag „entstressen“ lässt.


Quelle: Themenheft Herz der Siemens Betriebskrankenkasse
Initiative gesund leben und ernähren e.V.
Autor: Claudia Urban / Letzte Überarbeitung: Redaktion SpringerGesundheit, 02.11.2010
Stand: Nov 3, 2010


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