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Herzinfarkt

Traumatisierung belastet das Herz

Wissenschaftler der New York Academy of Medicine haben herausgefunden, dass traumatisierte Personen sechsmal mehr gefährdet sind, einen Herzinfarkt zu erleiden, als Personen ohne ein traumatisches Erlebnis.

Dr. Joseph Boscarino prüfte mehrere Untersuchungen mit insgesamt mehr als 50.000 Teilnehmern, die unterschiedlichen Traumata wie z.B. Krieg, Kindesmisshandlungen oder sexuellen Belästigungen ausgesetzt waren. Die Gefahr eines Herzinfarktes war höher, wenn diese Personen zusätzlich noch an Angstgefühlen oder Depressionen litten. Es zeigte sich, dass besonders Veteranen des Vietnam-Kriegs gefährdet sind, einen Herzinfarkt zu erleiden: 7% der 2.490 Veteranen mit einem Post-Traumatischen-Stress-Syndrom (PTSD) hatten einen Herzinfarkt, im Vergleich dazu hatte nur nur 1% der ehemaligen Soldaten ohne PTSD einen Myokard-Infarkt. Bei seinen Berechnungen berücksichtigte Boscarino Faktoren wie Lebensstil, Rauchen, Alter, Rasse, wirtschaftlicher Status und Persönlichkeit.

Der beratende Psychiater Dr. Jim Bolton kann die Untersuchungsergebnisse nur unterstützen. Denn nach seinen Erfahrungen kann sich die seelische Auswirkung eines Traumas erheblich auf den Körper auswirken. Bolton erklärt, dass Patienten mit einem PTSD gewöhnlich auch an Angstgefühlen und Depressionen leiden. Diese können Auswirkungen auf die Herzschläge haben, möglicherweise sogar das Herz anfälliger für Herzrhythmusstörungen machen. Eine weitere Gefahr besteht in der Bildung von Blutgerinnseln.

Zu den Symptomen eines PTSD zählen unausweichliche Erinnerungen oder wiederholte Inszenierungen der traumatischen Erlebnisse in der Erinnerung oder in Träumen. Zudem leiden Betroffene an übermäßiger Wachsamkeit und Unruhe.

Psychologen raten im Falle eines PTSD zu einer Verhaltenstherapie, welche den Patienten hilft, ihre Erinnerungen zu verarbeiten und ihr Leben weiter zu führen. Bolton macht darauf aufmerksam, dass eine solche Aufarbeitung des traumatischen Erlebnisses Jahre dauern kann. So sind manche seiner Patienten Veteranen des 2.Weltkrieges und leiden noch immer an den Folgen.


Quelle: Nach Informationen der BBC-News
Autor: Springer Medizin
Stand: May 9, 2006


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