Ernaehrung
Richtige Ernährung kann Infarkt verhüten
Ernährung spielt eine entscheidende Rolle, um einem - erneuten - Herzinfarkt vorzubeugen. Vor allem wer Übergewicht abbaut, reduziert sein Infarktrisiko um 30-50%, sagen Kardiologen. Nach einem Herzinfarkt gehören viel Obst und Gemüse sowie wenig Fleisch auf den Speiseplan. Das reguliert den Cholesterinspiegel und beugt Arteriosklerose vor. Auch ein Gläschen Alkohol hilft dabei.
Die Zahl der Herzinfarkte ist im Mittelmeerraum um etwa 75% niedriger als in Deutschland. Fachleute führen diesen Unterschied zu einem großen Teil auf die ganz besondere Ernährungsweise in dieser Region zurück. Viel Gemüse, Salat, Obst, pflanzliche Öle, eher Fisch als Fleisch und insgesamt wenig Fett - das kennzeichnet die Mittelmeerküche. Experten empfehlen sie Infarktpatienten, um weiteren Infarkten vorzubeugen. Wichtig ist natürlich auch wenig Cholesterin: Die Ernährung sollte höchstens 30% Fett, 15% Eiweiß, 55% Kohlenhydrate und weniger als 300 mg Cholesterin am Tag enthalten. Vor allem der Verzicht auf Fleisch ist wichtig. Er beeinflusst den Cholesterinspiegel günstig, der entscheidend ist für den weiteren Verlauf einer koronaren Herzkrankheit.
"Gutes" und "böses" Cholesterin
Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil des Stoffwechsels, etwa als Ausgangspunkt für die Synthese bestimmter Hormone. Zum Problem wird es erst dann, wenn es in großen Mengen mit der Nahrung - vor allem über tierische Lebensmittel - aufgenommen wird. Ist zu viel Cholesterin im Umlauf, kann es zu Ablagerungen in den Blutgefäßen kommen. Das führt zu einer Verstopfung der Bluttransportwege, Arteriosklerose genannt. Schreitet die Verstopfung so weit fort, dass Gefäße am Herzmuskel oder im Gehirn verschlossen werden, kommt es zum Herzinfarkt bzw. Schlaganfall.
Der normale Cholesteringehalt im Blut liegt bei 150-200 mg pro Deziliter. Steigen die Blutfette über 240 mg pro Deziliter, erhöht sich das Risiko für Arteriosklerose. Doch ein erhöhter Cholesterinspiegel allein ist nicht aussagekräftig. Wichtig ist, ob das Cholesterin an HDL (High-Density-Lipoprotein) oder LDL (Low-Densitiy-Lipoprotein) gebunden ist. Nur das an LDL gebundene Cholesterin fördert die Arteriosklerose. Das HDL ist nützlich, da es das Cholesterin aus den Körperzellen abtransportiert und in die Leber befördert, wo es dann über die Galle ausgeschieden wird. Daher wird es auch als "gutes Cholesterin" bezeichnet. Das an LDL gebundene heißt auch "böses Cholesterin", da es die Arteriosklerose fördert.
Vitamine C, E und Beta-Carotin schützen die Gefäße
Ein weiterer Vorteil der an Obst und Gemüse reichen Mittelmeerkost: Sie enthält viele so genannte Antioxidantien. Die Vitamine C, E und Beta-Carotin als Vorstufe von Vitamin A fangen zellschädigende freie Radikale im Körper, die am Entstehen von Arteriosklerose beteiligt sind. Diese Sauerstoffradikale, so haben Forscher herausgefunden, fördern die Arteriosklerose. Sie stürzen sich vor allem auf das LDL-Cholesterin und zersetzen die Fettsäuren. Erst dieses Produkt lagert sich in die Innenwand der Arterien ein und lässt eine Arteriosklerose beginnen. Je höher also der Gehalt an antioxidativen Vitaminen im Blut, desto geringer ist die Möglichkeit der Oxidation des LDL-Cholesterins, desto weniger Ablagerungen in den Gefäßen - desto besser der Schutz vor Herzinfarkt. Besonders viele "Radikalenfänger" enthalten intensiv gefärbte Grüngemüse, Tomaten, Möhren und hochwertige Pflanzenöle. Hier ist Olivenöl besonders empfehlenswert. Seine ungesättigten Fettsäuren schützen Arterienwände zusätzlich vor Ablagerungen von Cholesterin.
Immer wieder diskutiert: Schutz durch Alkohol?
Immer wieder melden Forscher, dass moderater Alkoholgenuss gut für die Gefäße ist. Er hebe den guten HDL-Cholesterinspiegel und lasse schädliches LDL-Cholesterin sinken, wodurch sich auch das Verstopfungsrisiko in den Arterien verringere. Zudem soll Alkohol die Fließfähigkeit des Blutes erhöhen und so Thrombosen vorbeugen. Auch wenn es immer wieder Untersuchungen gibt, die für eine gewisse Schutzwirkung des regelmäßigen Genusses geringer Mengen Alkohols sprechen, sollten dabei nicht die Gefahren des Alkohols übersehen werden. Gerade angesichts möglicher Gesundheitsschäden und des doch erheblichen Suchtpotentials ist eine generelle Empfehlung von Alkohol zur Vorsorge kaum auszusprechen.








