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Übergewicht

Das hat auch unser Herz dick

Übergewicht gehört zu den Faktoren, die unser Herz- und Gefäßsystem in Gefahr bringen. Die überschüssigen Kilos belasten nicht nur die Gelenke, sondern auch das Kreislaufsystem, da das Herz mehr und mehr Blut durch den Körper pumpen muss, um zusätzlich zu den Organen auch die vielen Fettpölsterchen zu versorgen. Wer übergewichtig ist und nicht will, dass sein Herz streikt, weil es die Mehrarbeit dick hat, sollte unbedingt abspecken.

Ob eine Person normalgewichtig, unter- oder aber übergewichtig ist, lässt sich anhand des sogenannten Body-Mass-Index, kurz BMI, ermitteln. Es handelt sich hierbei um eine Messzahl, die sich aus dem Körpergewicht, geteilt durch die Größe im Quadrat errechnet. Wer kontrollieren will, ob er Normalgewicht hat oder nicht, muss allerdings nicht diese komplizierte Rechnung anstellen, sondern kann seinen individuellen BMI einfach auch anhand einer entsprechenden BMI-Tabelle ablesen.

Als normal gilt für Erwachsene im mittleren Alter ein BMI von 18,5 bis 24,9. Liegt der Wert höher, so besteht Übergewicht, wobei ein BMI über 29,9 als krankhaftes Übergewicht, auch Adipositas (Fettleibigkeit) genannt, gilt.

Der Bauchspeck signalisiert Gefahr

Doch nicht allein der BMI bestimmt das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen, auch das Verteilungsmuster der Fettpolster ist von entscheidender Bedeutung. So kommen Frauen im Allgemeinen besser weg, weil sie ihr Fett vor allem auf den Hüften tragen.

Gesundheitlich riskanter ist der berüchtigte Wohlstandsbauch, den so manche Männer vor sich her tragen. Denn vor allem die Fettmasse im Bauchbereich gilt als Störfaktor für den Stoffwechsel und leistet einem Diabetes mellitus, einer Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und Herz-Kreislaufkomplikationen Vorschub.

Taillenumfang bestimmt das Risiko

Ein einfaches Maß zur Beurteilung des Fettdepots im Bauchbereich ist die Messung des Taillenumfangs. Liegt dieser bei Frauen über 79 Zentimeter, so ist von einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung auszugehen. Bei Männern liegt der Wert etwas höher. Bei ihnen gilt: Wenn der Taillenumfang 93 Zentimeter übersteigt, ist Gefahr im Verzug. Von einem deutlich erhöhten Risiko ist bei Frauen ab einem Taillenumfang von 88 und bei Männern ab 102 Zentimetern auszugehen.

Ernährungswissenschaftler und Mediziner raten deshalb generell ab einem BMI von 25 zu einer Messung des Taillenumfangs, um die gesundheitliche Gefährdung konkreter einschätzen zu können.

Als Ursache von Übergewicht und Adipositas gilt vor allem der moderne Lebensstil mit reichlicher und hochkalorischer Ernährung, Fast Food und Bewegungsmangel. Das Problem nimmt seit Jahren ungebremst zu, wobei den Schätzungen zufolge derzeit bereits mehr als jeder zweite Mann einen BMI von 25 und mehr aufweist und somit übergewichtig ist. Etwa 18 Prozent der Männer haben einem BMI über 30, sind also adipös. Bei den Frauen liegt die Rate des Übergewichts bei 35 Prozent und die Häufigkeit der Adipositas wird ebenfalls auf knapp 20 Prozent geschätzt.

Sorgen machen den Experten in diesem Zusammenhang vor allem die Kinder und Jugendlichen: Denn auch bei ihnen wird seit Jahren ein kontinuierlicher Anstieg von Übergewicht und Fettleibigkeit beobachtet. Als Folge drohen langfristig ein Bluthochdruck und eine Fettstoffwechselstörung sowie weitere Stoffwechselerkrankungen wie etwa ein Diabetes mellitus. Sie begünstigen zusätzlich zum Übergewicht eine Arteriosklerose und damit Herz- und Gefäßerkrankungen und deren Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Übergewicht steigert außerdem die Gefahr von Gelenkerkrankungen und auch das Krebsrisiko.


Quelle: Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ der Deutschen Adipositas-Gesellschaft; URL: http://www.adipositas-gesellschaft.de/daten/Adipositas-Leitlinie-2005.pdf (Download vom 03.11.2010)
Autor: Christine Vetter
Stand: Nov 4, 2010


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