Gesundheitsstipp, Bildquelle: (c) Wissen-Gesundheit.de/Photocase.com (steffne)

Therapie

Antidepressive Therapie rettet Leben nach Herzinfarkt

Werden Patienten gegen schwere Depressionen behandelt, sinkt die Re-Infarktrate

BERLIN. Bei Herzinfarktpatienten lohnt es sich besonders, nach Depressionen zu schauen: Denn werden Infarktpatienten adäquat antidepressiv behandelt, lässt sich offenbar das Risiko für Re-Infarkte um bis zu zwei Drittel senken.

Auf den Herzinfarkt folgt nicht selten eine Depression: Etwa jeder fünfte Infarktpatient erkrankt in den ersten Wochen nach dem Ereignis, und diese Patienten haben bekanntlich ein deutlich höheres Risiko, in den folgenden Monaten zu sterben, als Infarktpatienten ohne Depression.

Auch in Langzeitstudien war die Sterberate bei depressiven Herzinfarktpatienten deutlich erhöht - teilweise doppelt so hoch wie bei nicht depressiven Leidensgenossen. Erklärt wird dies mit der schlechten Compliance von Depressiven bei der lebenswichtigen kardiovaskulären Medikation, aber auch mit erhöhten Werten von Entzündungsparametern. Unklar war jedoch bislang, ob eine antidepressive Therapie am erhöhten Sterberisiko tatsächlich etwas ändern kann. Genau darauf deuten nun die Daten einer aktuellen Studie mit knapp 240 Patienten nach NSTEMI-Infarkt.

Von diesen Patienten waren 80 nicht depressiv und dienten als Kontrollgruppe, die übrigen 160 Patienten - alle mit schweren Depressionen - erhielten entweder eine intensive antidepressive Betreuung mit Psychotherapie und/oder Arzneien. Zudem wurden sie von Psychologen, Sozialarbeitern und Psychiatern regelmäßig betreut. Die anderen 80 depressiven Patienten sowie deren Ärzte wurden nur darüber informiert, dass depressive Symptome vorliegen.

Die Ergebnisse nach drei Monaten: Mit intensiver Betreuung gingen die Depressionen wie erwartet deutlich stärker zurück als ohne (minus 5,7 versus minus 1,9 Punkte auf der Skala BDI). Dies korrelierte mit der Zahl der Re-Infarkte: So mussten nur drei der Patienten (4 Prozent) mit intensiver antidepressiver Betreuung erneut wegen Herzinfarkten in eine Klinik, ohne Betreuung waren es jedoch zehn (13 Prozent) - also mehr als das Dreifache. Zum Vergleich: Bei den nicht Depressiven waren es fünf (6 Prozent). Trotz der geringen Zahlen - ein Manko der Studie - waren die Unterschiede signifikant (Arch Intern Med 2010, 170:600).


Quelle: Nach Informationen der Ärzte Zeitung
Autor: mut
Stand: Jan 11, 2011


Sie lesen gerade:

Antidepressive Therapie rettet Leben nach Herzinfarkt

Seite empfehlen:
A A A

Neu auf Lifeline

aelteres_paar_laptop

Special Schlaganfall

Jährlich erleiden über 200 000 Bundesbürger einen Schlaganfall, der zugleich die dritthäufigste Todesursache in Deutschland ist. Im Special Schlaganfall erfahren Sie alles über Präventionsmöglichkeiten und Behandlungsmethoden - in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Special Schlaganfall

Herz-Kreislauf-Krankheiten

herz_sinuskurve_herzschlag

Wie hoch ist mein Risiko?

Prüfen Sie sich selbst und erfahren Sie, ob bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder eine Herz-Kreislauferkrankung besteht!

Zu den Selbsttests

Diskussionsforum Herzinfarkt

alter Mann am Computer

Diskutieren Sie mit anderen Patienten

Im Diskussionsforum können Sie mit anderen Betroffenen und Angehörigen in Kontakt treten.

Zum Forum Herzinfarkt

Herzgesunder Urlaub

wandern_aelteres_paar_natur

Gut informiert!

Besonders für Herz-Kreislauf-Patienten ist es wichtig, auch in der Ferienzeit auf Bewegung und eine gesunde Ernährung zu achten.

Herzgesunder Urlaub

Wissen interaktiv

Infofilm Arterie PAVK

Gesunde Arterien - PAVK

Wie die Beschwerden der PAVK aussehen und was Sie dagegen tun können, zeigt Ihnen unser interaktives Lernmodul "Gesunde Arterien - Periphere Arterielle Verschlusskrankheit".

mehr

Einfach bestellen

Newsletter Herzinfarkt

Aktuelle Themen rund um Herzerkrankungen und Herzinfarkt, und Gefäßverschluss - kostenlos per E-Mail.

Zum Newsletter

Bilderstrecke

Schaufensterkrankheit

Wie wird eigentlich eine Gefäßverengung der Beinarterien festgestellt? Klicken Sie sich durch!

Zur Bilderstrecke

Selbsthilfe

HERZKIND e.V.

HERZKIND e.V.

Der HERZKIND e.V. ist eine gemeinnützige Selbsthilfeorganisation und widmet sich der Verbesserung der Betreuung und Beratung herzkranker Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener sowie ihrer Familien. mehr

Zur Selbsthilfe-Übersicht