Therapie
Männliche Herzpatienten erhalten häufiger Medikamente
Männer, die wegen einer Koronaren Herzkrankheit in Behandlung sind, bekommen häufiger Medikamente verschrieben als Patientinnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vorgestellt wurde.
In Deutschland und anderen Industrienationen zählen die Koronare Herzkrankheit (KHK) und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Todesursachen. Eine frühzeitige medikamentöse Therapie kann die Durchblutung und Versorgung des Herzmuskels verbessern, Angina-Pectoris-Anfällen vorbeugen und so Leben retten. Obwohl Kardiologen um die Bedeutung einer umfassenden Therapie wissen, bekommen Patientinnen weniger häufig Medikamente verschrieben und erreichen seltener die Zielwerte für Blutdruck und Cholesterin als männliche Patienten. Dabei spielte das Geschlecht des Arztes keine signifikante Rolle.
Auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim tauschten sich Experten über die Versorgungslücken von Patientinnen mit KHK aus. Ein Forscherteam aus Hamm und Köln berichtete von ihrer Studie, die anhand der Behandlungsdaten aus dem "Disease Management Programm Nordrhein" beleuchtete, ob das Geschlecht von Arzt oder Patient in der Therapie der Koronaren Herzkrankheit einen Einfluss auf das Erreichen von klinischen Zielwerten hat oder das Ausmaß der Medikamentenverschreibung beeinflusst.
Die Ergebnisse belegen klar, dass Patientinnen seltener die vorgegebenen Blutdruckwerte von 140/90 mm/Hg und den Zielwert beim LDL-Cholesterin von weniger als 100 mmol/dl erreichen als männliche Patienten. Die gängige Kombinationstherapie aus Beta-Blockern und ACE Hemmern gegen Herzinsuffizienz erhielten knapp 62 Prozent der Männer. 56,2 Prozent der Patientinnen bekamen eine entsprechende Therapie von einer Ärztin verschrieben, 52,5 Prozent von einem Arzt. Thrombozytenaggregationshemmer zur Vermeidung von Blutgerinnseln bekamen 83,8 (Ärzte) und 85,6 (Ärztinnen) Prozent der Patienten verschrieben. Bei den behandelten Frauen waren es 76,3 und 78,7 Prozent.








