Herzinsuffizienz

Frauen mit Herzschwäche häufiger depressiv

Patientinnen mit Herzinsuffizienz sind häufiger von Depressionen betroffen und leiden häufiger unter Angststörungen als ihre männlichen Leidensgenossen.

Patienten mit Herzinsuffizienz berichten häufig von einem großen Leidensdruck. Scheinbar gehen Frauen jedoch anders mit der Diagnose um als Männer. So treten Angst und depressive Verstimmungen bei ihnen deutlich häufiger auf als bei männlichen Patienten. Außerdem sind ihre, für eine Depression typischen, Symptome stärker ausgeprägt als beim männlichen Geschlecht. Zuletzt scheinen auch Herzrhythmusstörungen eher typisch für Patientinnen als für Patienten zu sein. Das geht aus Berichten von Experten hervor, die an der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Mannheim teilgenommen haben.

Dr. Claudia Piper von der Ruhe-Universität Bochum erläutert: "Insbesondere bei Frauen mit symptomatischer Herzinsuffizienz sollte im Verlauf der Erkrankung das Risiko der Entwicklung depressiver Symptome beachtet und mit standardisierten Fragen oder Fragebögen regelmäßig erfasst werden, um rechtzeitig eine weiterführende fachspezifische Diagnostik und Therapie einzuleiten.“ Die Expertin beruft sich auf eine Untersuchung von 150 Herzinsuffizienz-Patienten. Die Patienten nahmen an fachärztlichen Interviews teil. Ein standardisierter Fragebogen ergänzte das Interview und diente der Erhebung von Angst und Depressivität.

Etwa 57,7 Prozent der Frauen litten unter Angst. Bei den männlichen Patienten waren es nur 41,8 Prozent. Wiederkehrende ausgeprägte Angstsymptome traten bei 28 Prozent der Frauen und 18,4 Prozent der Männer auf. Während der klinischen Behandlung der Patienten konnten die Forscher keinen relevanten Unterschied in Sachen Häufigkeit und Ausprägung der Depressivität zwischen den Geschlechtern feststellen. Drei Monate nach der Entlassung jedoch zeigten 46,2 Prozent der Patientinnen depressive Symptome. Bei den Männern war der Trend mit 22,4 Prozent (vorher 29,6 Prozent) leicht rückläufig.


Quelle: Nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Autor: Sibylle Fünfstück
Stand: Apr 16, 2010


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