Behandlung
Bessere Versorgung von Patienten mit angeborenem Herzfehler
Erwachsene Patienten mit angeborenem Herzfehler müssen sich in Deutschland immer seltener mit einer mangelhaften medizinischen Versorgung abfinden.
Eine gute Nachricht für alle Patienten mit angeborenem Herzfehler (EMAH): Herzspezialisten berichten einhellig auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, dass die medizinische Versorgung der Patienten in Deutschland kontinuierlich verbessert wird. Prof. Dr. Günter Breithardt, Vorsitzender der Task-Force EMAH, erläutert, dass es lange Zeit zu wenige qualifizierte Ärzte in Deutschland gab. Seit einigen Jahren erwerben jedoch immer mehr Kardiologen eine EMAH-Zusatzqualifikation, was dazu führt, dass immer weniger chronisch kranke Patienten in ein Versorgungsloch fallen.
Zur Zeit arbeitet die Task-Force EMAH an einer Zertifizierung für Kliniken und Praxis, um die Versorgung der Patienten weiter zu verbessern. Ein überregionales Zentrum muss strenge Auflagen erfüllen und etwa eine Chirurgie für angeborene Herzfehler haben. Eine Schwerpunktpraxis setzt neben der „EMAH“- Qualifikation des Leiters der Praxis eine strukturierte Zusammenarbeit mit einem Zentrum voraus.
Die Bemühungen der letzten Jahrzehnte zeigen längst Früchte. So erreichten früher gerade einmal zehn Prozent der Kinder mit schweren angeborenen Herzfehlern das Erwachsenenalter. Heute sind es stolze 90 Prozent. Deshalb ist in Deutschland eine völlig neue Patientengruppe entstanden. Die Behandlung der etwa 250.000 erwachsenen Patienten mit angeborenem Herzfehler setzt ein spezielles Fachwissen von niedergelassenen internistischen Kardiologen voraus. "Die Weiterbildung zum EMAH-Arzt zeichnet die betreffenden Ärzte als Spezialisten für Erwachsene mit einem angeborenen Herzfehler aus“, erläutert Breithardt.








