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Reha: Wo Herzkranke gesund leben lernen

Rehabilitation ist mehr als nur Nachsorge mit ein paar Trainingseinheiten auf dem Fahrrad-Ergometer: Sie bildet die Grundlage für den künftigen Lebensstil. Darum empfiehlt es sich, die Reha-Klinik sorgfältig auszusuchen. Sie sollte in jedem Fall ein Qualitätssiegel der deutschen Gesellschaft zur Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (DGPR) tragen.

Das Siegel garantiert, dass in der Klinik Ärzte arbeiten, die auf Herzerkrankungen spezialisiert und genügend Geräte für eine genaue Diagnose vorhanden sind. Bevor ein Herzpatient aber das volle Angebot mit Bewegungstraining und Ernährungsseminaren ausschöpfen kann, muss er einige Zeit warten.

Der Patient wird oft schon nach zehn Tagen aus dem Krankenhaus entlassen und kommt sehr geschwächt in der Reha-Klinik an. Für die Ärzte geht es deshalb zunächst darum, die richtigen Medikamente in optimaler Dosierung für den Herzkranken zu finden. Erst danach kann das Reha-Programm richtig beginnen.

Auch eine psychosoziale Beratung gehört zum Programm

In der Reha-Klinik arbeiten Ärzte, Schwestern, Bewegungstherapeuten, Psychologen, Sozialarbeiter und Diätassistenten zusammen, um dem Patienten zu zeigen, wie er seine Lebensweise gesund gestalten kann.

Auf dem Programm stehen:


  • Information über den Herzinfarkt, seine Folgen und über vermeidbare Risikofaktoren

  • Bewegungstraining wie Gehtraining, Gymnastik und Übungen am Heimtrainer - Dauer und Intensität der Bewegungstherapie ermitteln Ärzte durch ein Belastungs-EKG

  • Entspannungstraining, das helfen soll, Nervosität, Herzjagen und hohen Blutdruck in den Griff zu bekommen

  • Diätberatung zur Gewichtsreduktion mit Tipps für eine cholesterin- und salzarme sowie vitaminreiche Kost

  • Psychosoziale Beratung etwa bei Problemen am Arbeitsplatz oder mit dem Partner. Die Sozialarbeiter helfen auch, einen Schwerbehinderten-Ausweis und Umschulungen zu beantragen

  • Vermittlung von Herzsport- oder Selbsthilfegruppen

Die Rehabilitation dauert normalerweise drei Wochen. Doch nicht alle Patienten möchten diese Zeit fern von Freunden und Familie verbringen. Für sie ist die ambulante Reha in einer Art Tagesklinik eine Alternative. Ungefähr 20 Prozent der Patienten wünschen ausdrücklich ein ambulantes Anschluss-Heilverfahren.

Für Patienten, die familiäre Probleme haben, empfiehlt sich die ambulante Reha aber nicht. Sie finden nur während eines stationären Aufenthalts Ruhe und Entlastung. Abstand vom Alltag ist für sie auch so wichtig, damit sie erkennen, wo die Ursachen für ihren Infarkt liegen könnten.

Den Antrag früh stellen

Jeder Infarktpatient hat das Recht auf eine Reha-Behandlung. Wichtig ist, dass sie den Antrag früh stellen. In der Regel bereitet schon der Sozialarbeiter im Krankenhaus den Antrag auf eine Rehabilitation vor und leitet ihn an den Kostenträger - die Renten- oder Krankenversicherung - weiter.


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 27, 2002


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