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Hilfe für Herzinfarktpatienten

Beistand fördert Genesung nach Infarkt

Nach einem Herzinfarkt heißt es vor allem lernen, mit den Kräften Haus zu halten. Entscheidend ist, belastenden Stress einzudämmen. Lebensgewohnheiten und Berufsalltag müssen an die veränderte Gesundheitssituation angepasst werden. Beistand von Familie und Freunden hilft Herzkranken wieder auf die Beine zu kommen. Zu viel Fürsorge kann aber auch schaden.

Nach einem Infarkt ist ein intaktes soziales Umfeld besonders wichtig. Eine US-Studie mit 2.000 Infarktpatienten zeigte: Selbstisolation und Stress führten zu viereinhalb Mal mehr tödlichen Komplikationen innerhalb von drei Jahren, als bei den Patienten, die sich geborgen fühlten. Nach einer anderen Untersuchung starben innerhalb eines halben Jahres nach einem Herzinfarkt mehr als doppelt so viele der Patienten, die niemanden hatten, mit dem sie über ihre Lebensprobleme reden konnten. Folgerung: Infarktpatienten dürfen sich nicht verschließen, sondern müssen über ihre Zweifel und Ängste reden. Hier kann der Kontakt zu anderen Betroffenen - etwa im Rahmen einer Koronarsportgruppe - helfen. Nach einem einschneidenden Erlebnis wie einem Herzinfarkt ist es völlig normal, zunächst depressiv und mit Sorge in die Zukunft zu blicken. Das geht erwiesenermaßen vorüber. Rund 80% aller Infarktpatienten erlangen ihr früheres Leistungsniveau wieder.

Das richtige Maß an Geborgenheit finden

Angehörigen und Freunden raten Experten, sich über die Krankheit zu informieren. Das hilft, die Situation des Infarktpatienten besser zu verstehen und ihn sinnvoll zu unterstützen, etwa bei der richtigen Ernährung oder beim maßvollen Sporttreiben. Gleichzeitig jedoch sollte die Familie ihre Fürsorge nicht übertreiben. Schnell schafft übertriebene Fürsorge ein Gefühl von Isolation. Übermäßige Schonung kann dazu führen, dass sich der Patient wie in einem goldenen Käfig vorkommt. Auch Angehörigen kann so eine Situation ganz schön zusetzen. Alleinstehenden bieten ambulante Herzgruppen nötigen Austausch und Geborgenheit. Kontakte können häufig der behandelnde Arzt oder die Krankenkasse herstellen.

Herzkranke müssen auf Sex nicht verzichten

Ein Herzinfarkt bedeutet nicht zwangsläufig eine Krise für die Partnerschaft. Im Gegenteil erleben viele Paare ihr Zusammensein danach als intensiver und reicher. Auch Sex ist nach einem Infarkt nicht tabu. Viele überschätzen die Belastung. Rein körperlich betrachtet, entspricht Geschlechtsverkehr jedoch nur einem strammen Spaziergang. Wer sich allerdings unsicher ist, sollte das Thema mit seinem Arzt besprechen.

Im Beruf die Kräfte einteilen

Kehrt der Herzkranke nach dem Infarkt an seinen Arbeitsplatz zurück, sollte er seinen Berufsalltag vorher planen. Das Arbeitspensum muss an den Gesundheitszustand angepasst sein. Nötige Änderungen unbedingt offen mit dem Arbeitgeber besprechen. Wichtig ist, ausreichend Zeit zur Erholung zu reservieren. Sehr hilfreich ist das Erlernen von Techniken zur Entspannung wie Autogenes Training, Yoga oder Meditation. Nach einem Infarkt heißt es vor allem: belastenden Stress vermeiden. Er ist einer der größten Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit. Denn Stresshormone wie Cortisol oder Adrenalin erhöhen den Blutdruck und verschlechtern den Stoffwechsel. Wer beruflich viel fliegen muss, kann dies auch nach einem Herzinfarkt wieder tun. Experten raten allerdings sechs Monate damit zu warten. Herzkranke, die unter Flugangst leiden, sollten sich den psychischen Stress indes ersparen.


Autor: Springer Medizin
Stand: Dec 3, 2009


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