Sport
Sport trainiert die Herzleistung
Der Herzinfarkt ist überstanden. Nach Krankenhaus und Reha geht es für den Patienten nun darum, seine körperliche Leistungsfähigkeit zurück zu erlangen. Das verringert das Risiko eines weiteren Infarktes und hilft dem Betroffenen wieder aktiv am Leben teilzunehmen. Für viele bedeutet es eine massive Umstellung: doch Bewegung und Sport sind nach einem Herzinfarkt ein Muss.
Nach einem Infarkt ist die Herzleistung und damit die Kondition deutlich eingeschränkt. Ein Teil des Herzmuskelgewebes ist abgestorben und vernarbt. Dieser Teil kann sich nicht mehr kontrahieren. Die Folge ist eine insgesamt verringerte Kontraktionskraft des Herzmuskels. Die gesunden Bereiche können durch schonendes Aufbautraining die Pumpfunktion nach und nach übernehmen. Bewegung und Sport verbessern so die Leistung des Herzens. Zudem trägt Bewegung zur Kalorienverbrennung bei. Das hilft nicht nur gefährliches Übergewicht abzubauen. Die erhöhte Aufnahme von Insulin in die Zellen und die Verbesserung des Fettstoffwechsels verringern das Infarktrisiko zusätzlich. Damit körperliche Betätigung ihren Nutzen für Infarktpatienten entfalten kann, ist allerdings Voraussetzung, dass sie maßvoll betrieben wird. Betroffene sollten Art und Dauer der Bewegung im Einzelfall mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.
Kontrolliert Sport treiben
Gerade am Anfang ist es sinnvoll, wenn das Bewegungstraining nach einem Herzinfarkt unter medizinischer Aufsicht stattfindet, sagt Dr. Katja Matthias vom AOK-Bundesverband. "Denn der Grat zwischen zu wenig und zu viel körperlicher Bewegung ist nach einem überstandenen Herzinfarkt schmal." Besonders empfehlenswert sind so genannte Koronarsportgruppen, wie sie mittlerweile in allen größeren Städten angeboten werden. Mit konkreten Adressen können der behandelnde Arzt oder die Krankenkasse weiterhelfen. In diesen Herzsportgruppen erstellen und überwachen Mediziner und Physiotherapeuten einen individuellen Trainingsplan. So ist sichergestellt, dass sich der Patient am Anfang nicht überfordert und die sportliche Betätigung nach und nach angemessen gesteigert wird. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist der Kontakt zu anderen Betroffenen. Um den Herzpatienten in die richtige Belastungsgruppe einordnen zu können, macht ein Arzt vor Aufnahme des Trainings umfangreiche kardiologische Untersuchungen.
Belastende Sportarten sind nichts für Herzkranke
Sportarten, bei denen es zu kurzzeitigen hohen Belastungen kommt sind grundsätzlich nicht geeignet für Herzkranke. Ausdauersportarten dagegen können bei zunächst geringer Intensität problemlos betrieben werden. Beim Koronarsport lernen Patienten, welche Sportarten für sie günstig sind. Dazu gehören:
- schnelles Gehen
- Wandern
- Walken
- langsames Laufen
- Radfahren
- Skilanglauf
Beispiele für nicht geeignete Sportarten sind:
- Mountainbiken
- Bodybuilding
- Gewichtheben
- schnelle Ballspiele
- Alpin-Ski
Empfehlenswert ist nach Ansicht der AOK-Ärztin Matthias auch ein regelmäßiges Training zu Hause mit einem Fahrrad-Ergometer. "Besonders für übergewichtige Patienten oder solche mit orthopädischen Problemen sind Radfahren und Ergometer-Training günstig, denn dabei muss das Körpergewicht nicht getragen werden." Ein weiterer Pluspunkt des Ergometers sei, dass der Patient während der Belastung seinen Puls messen könne. Egal für welche körperliche Betätigung sich ein Herzinfarktpatient entscheidet, in jedem Fall gilt: mäßig, aber regelmäßig. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt mindestens 30-45 Minuten Bewegung 4-5 Mal pro Woche.








