Wieder zu Hause
Was die Beingefäße nach dem Bypass stärkt
Wer eine Bypass-Operation am Bein oder gar eine Amputation hinter sich hat, braucht einen starken Willen: Denn ab jetzt stehen Bewegungs- und Gehtraining täglich auf dem Programm. Auch heißt es Abschied nehmen von Zigaretten, ausuferndem Alkoholkonsum sowie fettem und süßem Essen. Denn anderenfalls würde die Arteriosklerose so rasant wie bisher fortschreiten.
Patienten mit hohem Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes lassen sich von ihrem Arzt am besten auch medikamentös behandeln. Denn diese Erkrankungen sind extrem gefäßschädigend und sollten deshalb sofort eingedämmt werden.
Grundsätzlich geht es bei
Gefäßsportgruppen motivieren
Es ist ratsam für den Patienten, das Bewegungstraining zu Hause ähnlich wie in der Reha zu gestalten. Er beginnt mit einer Aufwärmphase: Zehenstand im Zeitlupentempo, Wadendehnung, Beinpendeln, Gewichtsverlagerungen auf den ganzen Fuß und abschließende Erholung, bei der die Patienten die Beine über zwei bis drei Minuten im stetigen Wechsel ausschütteln. Danach folgt das eigentliche Gehprogramm. Hier gilt: Füße leise aufsetzen und entspannt abrollen. Denn die Beine sollen wie von allein laufen, mit einem Minimum an Anstrengung. Der Gefäßkranke findet auf diese Weise auch am besten sein eigenes Gehtempo.
Mangelt es beim Gehtraining an Motivation, empfehlen sich Gefäßsportgruppen. Adressen vermitteln Reha-Kliniken, Selbsthilfegruppen und Verbände. Das Gehtraining lässt sich zudem oft leichter mit einem Metronom absolvieren. Die Geräte gibt es in elektronischer oder mechanischer Ausführung in Geschäften für Musikinstrumente.
Orthopädische Schuhe schützen den Fuß
Beim Sport, aber auch in allen anderen Lebenslagen gilt es, Verletzungen an den Beinen zu vermeiden, da sie schwer heilen und im schlimmsten Fall zu einer Amputation führen. Darum sind spezielle Schuheinlagen oder orthopädische Schuhe ratsam, die den Fuß schützen.
Falls der Patient eine Amputation hinter sich hat und zu schwach ist, um sich mit einer Prothese fortzubewegen, braucht er einen Rollstuhl. Rollstühle können gekauft oder auch geliehen werden. Handbetriebene Rollstühle sind wendiger und leichter als Modelle mit Motorantrieb. Sie verlangen jedoch viel Kraft in den Armen. Elektrische Rollstühle sind entweder wie klassische Rollstühle gebaut oder als kleine drei- oder vierrädrige Scooter zu bekommen.
Welches Modell in Frage kommt, ist von zahlreichen Voraussetzungen abhängig:
- von der Wohnsituation des Benutzers: also davon, ob er allein wohnt, die Wohnung behindertengerecht ist
- von dem erwünschten Bewegungsradius: Ein Patient, der seine Einkäufe noch selbst erledigen möchte, benötigt einen anderen Rollstuhl als jemand, der voraussichtlich selten das Haus verlassen wird
- von seiner Reaktions- und Koordinationsfähigkeit: Menschen, bei denen diese Fähigkeiten nicht mehr so gut sind, sind mit der Steuerung eines motorgetriebenen Rollstuhls leicht überfordert
- von den Transportmöglichkeiten, die der Patient sonst noch nutzen möchte - so sollte der Rollstuhl vielleicht auch in ein Auto passen.








