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Herz-CT

Was eine Herz-CT alles erkennen kann

Die Computertomographie des Herzens ist eine Untersuchungsmethode, die viele Möglichkeiten bietet. Das Verfahren kann z.B. eine Verkalkung der Herzkranzgefäße darstellen und Aufschluss über das Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit geben. Die gute Bildqualität hilft aber auch angeborene Herzfehler zu identifizieren und Operationen präzise zu planen.

Bei einer Computertomographie werden in wenigen Sekunden bis zu 500 Schichtaufnahmen des Herzens aufgezeichnet - und das in weniger als 9 Sekunden. Diese Aufnahmen können auch zu einem 3D-Bild zusammengesetzt werden. So entsteht ein sehr klares, plastisches Abbild des bewegten Herzens, bei dem seine Funktion gut sichtbar ist. Wird bei der Untersuchung ein Röntgenkontrastmittel eingesetzt, zeigt das Gerät das gesamte Gefäßsystem bis ins kleinste Detail Das präzisiert die Diagnose. Eine Herz-CT bildet das Innere der Gefäße ebenso ab wie die Gefäßwände. Darin übertrifft die Methode eine Herzkatheter-Untersuchung. Weitere Pluspunkte ergeben sich aus der dreidimensionalen Darstellung: Die einzelnen Teile des Herzens erscheinen im realistischen Größenverhältnis. Zudem kann der Arzt das 3D-Objekt beliebig drehen. Dadurch erkennt er leichter wichtige Details.

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Analyse des Herzkalks zeigt KHK-Risiko

Eine Herz-CT dient vor allem dazu, eine koronare Herzkrankheit (KHK) in einem frühen Stadium zu erkennen oder auch auszuschließen. Darunter werden Veränderungen an den Gefäßwänden sowie Verengungen und Verschlüsse der Gefäße verstanden, die auf Ablagerungen (Plaques) zurückzuführen sind. Ein so genanntes Calcium Scoring zeigt bereits minimale Ablagerungen von Herzkalk. Das ermöglicht Diagnose und Behandlung einer KHK, bevor Engstellen in den Herzkranzgefäßen entstehen und die Symptomatik ernst wird. Denn Kalkablagerungen erhöhen das Infarktrisiko eines Patienten um das 25fache, berichtet die medizinische Fachzeitschrift MMW. Höchste Zeit, mit einer entsprechenden Therapie zu reagieren. Fällt das Calcium Scoring negativ aus, hat auch das großen Erkenntniswert: Jemand, der keinen Herzkalk in seinen Gefäßen hat, ist in Sachen KHK fürs Erste auf der sicheren Seite. Gefährdete Menschen sollten allerdings weiter beobachtet werden. Eine einfache Möglichkeit dazu bietet ein Rechner, den ein Team um Prof. Gerd Assmann vom Institut für Arterioskleroseforschung der Universität Münster entwickelt hat. Der Rechner wertet verschiedene Risikofaktoren wie Alter, Blutfettwerte, Rauchen oder Diabetes aus. Das Ergebnis sagt einem Arzt, wie groß die Gefahr für einen Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod ist. Patienten mit geringem bis mäßigem Risiko sollten alle 2-5 Jahre mittels dieses Rechners nachuntersucht werden, so die derzeitige Empfehlung der Wissenschaftler. Ist das Risiko besorgniserregend gestiegen, kann ein weiteres Calcium Scoring mehr Aufschluss geben.

CT macht Herzfehler und Infarkte sichtbar

Die deutliche Darstellung des Herzens durch eine CT bietet auch bei anderen Diagnosen als der koronaren Herzkrankheit Vorteile. Klinische Studien zeigen, dass sich Veränderungen an den Herzklappen oder an der großen Körperschlagader (z.B. Aortenaneurysmen = Aussackungen der Gefäßwand) sowie angeborene Herzfehler feststellen lassen. Gerade in der Kinderkardiologie kann das Verfahren dazu dienen, den Befund einer Herz-Katheter-Untersuchung zu präzisieren. Ein Arzt kann mit einer Herz-CT auch nach vergangenen Infarkten suchen (erkennbar am vernarbten Gewebe) oder ermitteln, wie gut das Herz pumpt.

3D-Bild vereinfacht OP-Planung

Eine Herz-CT wird in vielen Fällen zur genauen Analyse der Erkrankung und ihrer Behandlung eingesetzt. Außerdem hilft die dreidimensionale Abbildung bei der präzisen Planung einer Operation. Später lässt sich durch die Computertomographie der Erfolg des Eingriffs überprüfen. Das Verfahren eignet sich zur Kontrolle nach Herzoperationen, aber auch, um die Wirkung einer medikamentösen Therapie bei einer KHK zu verfolgen.
Die Herzkatheter-Untersuchung erhält gegenüber der Herz-CT dann den Vorzug, wenn direkt ein Eingriff - etwa das Plazieren eines Spiraldrahtprothese zum Offenhalten der Gefäße (Stent) - vorgenommen werden muss. Außerdem setzen Ärzte das radiologische Verfahren nicht ein, wenn ein Patient an schweren Herzrhythmusstörungen oder einer Überfunktion der Schilddrüse leidet, jemand auf das jodhaltige Röntgenkontrastmittel allergisch reagiert oder eine eingeschränkte Nierenfunktion hat.


Autor: Springer Medizin
Stand: Oct 12, 2007


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