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Was beim Infarkt am Herzen passiert

Die Herzkranzarterien versorgen die Herzmuskulatur mit Sauerstoff und Nährstoffen. Bei der koronaren Herzerkrankung ist jedoch ihre Durchblutung gestört. Die Folge: Die Arterien können den Herzmuskel nicht mehr in vollem Umfang mit dem versorgen, was er für seine Funktionstüchtigkeit braucht. Fast immer sind es kalkhaltige und nicht kalkhaltige Ablagerungen in den Herzkranzarterien, die den Blutfluss behindern.

Um zu verstehen, welche Folgen die Verengung der Kranzgefäße hat, hilft es, sich den Aufbau des Herzens zu vergegenwärtigen: Das Herz des Menschen ist ein Hohlmuskel und liegt im vorderen, unteren Bereich des Brustkorbes zum größeren Teil links der Mittellinie. Das Herz einer Frau wiegt etwa 200 bis 250 Gramm, das eines Mannes zwischen 250 und 300 Gramm. Das Herz eines Erwachsenen besteht aus zwei Hälften, die durch eine Scheidewand getrennt sind.

Jede dieser Hälften besteht aus einem Vorhof und einer Kammer. Die beiden Vorhöfe und Kammern befinden sich ständig in Bewegung: erschlaffen oder ziehen sich gerade zusammen. Der Herzmuskel muss also pausenlos enorme Arbeit leisten. Bekommt er wegen einer Durchblutungsstörung jedoch nicht ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe, ruft dies Probleme hervor.

Muskelzellen sterben ab

Der klassische Herzinfarkt entsteht bei Verschluss eines Herzkranzgefäßes durch ein Blutgerinnsel. Die im Versorgungsgebiet dieses Gefäßes liegende Herzmuskulatur erhält schlagartig keinen Sauerstoff mehr und geht innerhalb weniger Stunden zugrunde. Die abgestorbenen Zellen werden durch eine Narbe aus Bindegewebe ersetzt. Aber auch hochgradige Einengungen und Embolien können zum Herzinfarkt führen, ebenso eine chronische Überlastung des Herzens durch Bluthochdruck und Übergewicht.

Die Gefäßverengung der Herzkranzarterien kann zudem das Erregungsleitungssystem des Herzens beeinträchtigen, das für den Schlagrhythmus des Herzens verantwortlich ist - dann gerät der Puls aus dem Takt, was auch zu einer Unterversorgung des Herzmuskels führen kann.


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 27, 2002


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