Gesundheitsproblem Nummer 1
Herz-Kreislauferkrankungen führen die Todesursachenstatistik weiter an
Im Jahr 2009 verstarben in Deutschland mehr als 850.000 Menschen, davon 405.000 Männer und knapp 450.000 Frauen. Die häufigste Ursache war wie in den Vorjahren eine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems.
Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind nach wie vor das Gesundheitsproblem Nummer 1 in der westlichen Welt. Knapp 42 Prozent der Todesfälle in Deutschland gehen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden auf das Konto von Herz- und Gefäßerkrankungen, wobei jedoch mehr als 90 Prozent der Betroffenen 65 Jahre und älter waren.
Herzinfarkt bleibt „Domäne“ des Mannes
Dass Frauen insgesamt eine höhere Lebenserwartung als Männer aufweisen, schlägt sich entsprechend in der Zahl der Herz-Kreislauftodesfälle nieder: Sie liegt bei Frauen mit rund 206.000 deutlich höher als bei Männern, bei denen sie im Jahr 2009 bei 150 000 lag. Häufiger als Frauen aber versterben Männer an einem Herzinfarkt: Dieser war 2009 laut Statistischem Bundesamt bei insgesamt 60 153 Menschen die Todesursache. Davon waren rund 56 Prozent Männer und etwa 44 Prozent Frauen.
Erfreulich: Der Anteil an der Gesamtsterblichkeit ist rückläufig
Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet dabei der letzte Gesundheitsbericht des Bundes in puncto Herz-Kreislauferkrankungen. Anders als beispielsweise bei den Krebserkrankungen, die an Häufigkeit kontinuierlich zunehmen, ist der Anteil der Herz-Kreislauferkrankungen bei der Gesamtsterblichkeit zurückgegangen. Das betrifft Männer und Frauen gleichermaßen.
Der Rückgang ist aber nicht in allen Altersgruppen gleich, denn bei den älteren Semestern steigt die Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen sogar an. Das könnte infolge der allgemein zunehmenden Lebenserwartung und dem damit steigenden Anteil älterer und alter Menschen in der Gesellschaft dazu führen, dass trotz der erreichten Behandlungserfolge die Gesamt-Sterblichkeit der Menschen mit einer Koronaren Herzerkrankung erneut ansteigt.
Die Chancen, einen Herzinfarkt zu überleben, sind in den vergangenen Jahren jedoch deutlich besser geworden, was nicht zuletzt in einer besseren Notfallversorgung begründet ist. So ist nach Angaben des Augsburger Herzinfarktregisters die Zahl der Patienten, die vor der Einweisung ins Krankenhaus oder in den ersten Tagen in der Klinik versterben, seit den 80iger Jahren deutlich gesunken. Allerdings gibt es in diesem Bereich noch Verbesserungspotenzial, da auch jetzt noch 90 Prozent derjenigen, die den Herzinfarkt nicht überleben, vor der Klinikeinweisung oder in den ersten Tagen nach dem Ereignis zu Tode kommen.
Weniger Re-Infarkte
Durch die bessere Akutbehandlung und die bessere Rehabilitation erleiden andererseits weniger Infarktpatienten einen zweiten Herzinfarkt. Als bemerkenswert hebt der Gesundheitsbericht zudem hervor, dass heutzutage weniger Erwerbstätige als vor gut einem Jahrzehnt aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten arbeitsunfähig oder vorzeitig berentet werden.
Dennoch bleiben Herz-Kreislauferkrankungen insgesamt bislang die häufigste Todesursache und führen nicht selten durch einen vorzeitigen Tod (vor dem 70sten Lebensjahr) zum Verlust potenzieller Lebensjahre. Die Herz-Kreislauferkrankungen sind zudem, so der Gesundheitsbericht, auch wirtschaftlich bedeutsam. Denn sie verursachen die höchsten Behandlungskosten, wobei insbesondere die Koronare Herzerkrankung und der Schlaganfall zu den „Haupt-Kostentreibern“ zählen. Als wesentliche Ursachen der hohen Herz-Kreislauf-Sterblichkeit nennt der Gesundheitsbericht die weite Verbreitung von Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes, welche mittlerweile die wohl häufigsten Diagnosen bei niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Internisten darstellen.
Statistisches Bundesamt Deutschland: Herz-/Kreislauferkrankungen nach wie vor häufigste Todesursache, Pressemitteilung Nr.371 vom 18.10.2010 http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/10/PD10__371__232.psml (Download vom 03.01.2011)
Gesundheitsbericht des Bundes 2006, www.gbe-bund.de
Gesundheit in Deutschland aktuell 2009, http://www.gbe-bund.de/gbe10/owards.prc_show_pdf?p_id=13126&p_sprache=D (Download vom 03.01.2011)








