Gefäßerkrankung PAVK

PAVK erhöht das Sterberisiko bei älteren Patienten

Neue Studienergebnisse bestätigen erneut: Bei PAVK drohen Herzinfarkt und Schlaganfall. Patienten über 65 Jahre sind besonders gefährdet.

Jeder fünfte Patient über 65 Jahre hat eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). Diese zeigt sich in der mangelhaften Durchblutung der Beine und Symptomen wie Schmerzen beim Gehen in Beinen und/oder Gesäß. Doch die Folgen dieser Krankheit reichen noch weiter, wie die Ergebnisse einer aktuellen Studie erneut zeigen. Danach hatten Studienteilnehmer mit PAVK gegenüber nicht erkrankten Teilnehmern in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose ein mehr als doppelt so hohes Sterberisiko. Auch wenn die PAVK symptomlos verläuft, also von den Betroffenen selbst noch gar nicht bemerkt wird, ist das Risiko erhöht.

Die Wissenschaftler begründen dies damit, dass nachweislich ein sogenanntes Kreuzrisiko zwischen dem Auftreten der PAVK und anderen lebensgefährlichen Gefäßkrankheiten wie der Koronaren Herzkrankheit (KHK) und dadurch herbeigeführten Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall besteht. So erlitt laut dem REACH-(Reducation of Atherothrombosis for continued health)-Register, das weltweit die Daten von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen dokumentiert, einer von fünf Patienten mit PAVK innerhalb des ersten Beobachtungsjahres einen Herzinfarkt oder Schlaganfall mit teilweise tödlichem Ausgang oder wurde aufgrund einer Gefäßkrankheit ins Krankenhaus eingewiesen.

Dementsprechend dürften PAVK, Herzinfarkt und Schlaganfall nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden, forderten die Experten auf der 14. Dreiländertagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Angiologie (Gefäßerkrankungen) in München. Eine flächendeckende PAVK-Früherkennungsuntersuchungen für ältere Patienten durch den Hausarzt wäre wünschenswert. Auch die Einnahme von Medikamenten wie Thrombozytenfunktionshemmer sei wichtig. Die Behandlung müsse unmittelbar nach der Diagnose der PAVK beginnen und zur Vorbeugung eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls lebenslang beibehalten werden.

Patienten sollten darüber hinaus genau auf früheste Symptome einer PAVK, zu denen beispielsweise kalte Beine gehören, achten und gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen, damit die PAVK möglichst früh diagnostiziert und behandelt werden kann.


Quelle: Nach Informationen einer Pressemitteilung von Sanofi Aventis vom 10. September 2007 und der getABI-(German Epidemiological Trial on Ankle Brachial Index)-Studie, 5-Jahres-Ergebnisse, ESC Congress 2007
Autor: Claudia Urban
Stand: Nov 23, 2009


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