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Periphere arterielle Verschlusskrankheit

So untersucht der Arzt die Blutgefäße in Arm und Bein

Veränderungen im Bereich der Blutgefäße entwickeln sich nicht nur in den Herzkranzgefäßen, sondern ebenso in den Blutgefäßen der Beine und der Arme. Der Mediziner spricht dann vom Vorliegen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, oder kurz von einer PAVK. Ob eine solche Erkrankung vorliegt oder nicht, kann durch verschiedene Untersuchungsverfahren geprüft werden.

Ablagerungen in den Wänden der Blutgefäße, die sogenannte Arteriosklerose, gehören zu den häufigsten Erkrankungen des modernen Zeitalters. Sie verursachen Durchblutungsstörungen, die am Herzen zum Herzinfarkt führen können. Sind die Beine oder die Arme betroffen, so liegt eine PAKV vor, was in sehr schweren Fällen - der Volksmund spricht dann auch von einem Raucherbein - die Notwendigkeit einer Amputation zur Folge haben kann. Um eine solche Maßnahme abzuwehren, ist eine frühzeitige Diagnosestellung und Behandlung der Veränderungen wichtig.

Hinweise darauf, ob eine PAVK vorliegt, geben bereits einfache körperliche Untersuchungen. Dazu gehört die Inspektion der Gliedmaßen. Der Arzt achtet hierbei auf Hinweise für eine Mangeldurchblutung wie etwa blasse und kühle Gliedmaßen, Geschwüre, Schädigungen der Fuß- und Handnägel und eine übermäßige Verhornung. Außerdem wird der Pulsschlag des Herzens an den Arterien in verschiedenen Körperbereichen gefühlt, zum Beispiel in der Leiste, der Kniekehle, an der Innenseite der Knöchel, auf dem Fußrücken und in der Ellenbeuge. Durch das Fühlen der Arterienpulse und das Abhören der entsprechenden Stellen mit dem Stethoskop (Auskultation) lässt sich im Fall des Falles ein Gefäßverschluss lokalisieren. So fehlt bei einem Verschluss der Beckenarterie der Puls in der Leiste und bei einem Verschluss der Oberschenkelarterie fehlt der Puls in der Kniekehle.

Knöchel-Arm-Index: Einfach und aussagekräftig

Es gibt außerdem einen einfachen Funktionstest, mit dem der Arzt die Verschlusskrankheit diagnostizieren kann: Bei der Lagerungsprobe nach Ratschow richtet der Patient in Rückenlage die Beine senkrecht auf und lässt die Füße 30-mal kreisen. Im Falle von Arterienverengungen oder -verschlüssen wird das Bein dabei auffallend blass, während es bei gesunden Arterien seine Farbe kaum verändert. Richtet der Patient sich anschließend auf und lässt die Beine herabhängen, röten sich die Gliedmaße normalerweise spätestens nach fünf bis zehn Sekunden. Nach acht bis zwölf Sekunden füllen sich die Gefäße der Gliedmaßen wieder. Liegt jedoch ein Arterienverschluss vor, so tritt die Hautrötung verzögert auf.

Erhärten lässt sich der Verdacht auf eine PAVK durch die Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (Ankle-Brachial-Index, ABI). Dabei wird der Blutdruck in den Armen und Beinen gemessen und der Quotient aus beiden ermittelten Werten gebildet. Normal ist ein ABI-Wert von 1, was bedeutet, dass in den Armen und Beinen praktisch die gleichen Druckverhältnisse herrschen und somit ein vergleichbarer Blutstrom gewährleistet ist. Bei einem ABI unter 0,9 ist jedoch von einer Durchblutungsstörung in den Beinen auszugehen.

Mit dem Ultraschall die Arterien-Durchlässigkeit prüfen

Zentrale Bedeutung bei der Abklärung einer PAVK hat eine Sonderform der Ultraschalluntersuchung, die Duplexsonografie. Mit dem Verfahren, das als farbcodierte Duplexsonografie den Blutfluss auch farbig sichtbar macht, wird der Blutstrom in den Extremitäten dargestellt und die Beschaffenheit der Gefäßwand lässt sich beurteilen. Damit erhält der Arzt Informationen über eventuelle Gefäßverengungen und auch über deren Ausprägung und mögliche Ursache und über die Konsequenzen für die Durchblutung im betroffenen Bein oder Arm.

Das Verfahren gibt damit zugleich Hinweise auf die zu wählende Behandlungsform. Es ist einfach durchzuführen, für den Patienten nicht belastend und kann beliebig oft wiederholt werden. Allerdings verlangt es eine gewisse Erfahrung des Untersuchers.

Intraarterielle Angiografie – wenn spezielle Fragen anstehen

Braucht der Arzt weiterführende Informationen, so ist eine intraarterielle Angiografie in Betracht zu ziehen. Das Verfahren ist aufwändig und zudem nicht ganz ohne Risiken für den Patienten und kommt daher nur zum Einsatz, wenn durch andere Verfahren keine ausreichenden und adäquaten Informationen zu erhalten, die Untersuchungsergebnisse nicht eindeutig waren oder wenn zum Beispiel eine Operation geplant ist. Bei der intraarteriellen Angiografie liegt der Patient auf einem Röntgentisch. Über die Leisten- oder Ellenbeugenarterie wird ein dünner, flexibler Katheter in das Gefäßsystem eingeführt und bis zur Hauptschlagader vorgeschoben. Es wird ein Kontrastmittel injiziert und der Verlauf des Mittels durch Röntgenaufnahmen verfolgt. So lassen sich Veränderungen der Gefäßwand und Störungen im Blutfluss gut darstellen.

Weniger belastend: CT- und MR-Angiografie

Da die intraarterielle Angiografie für den Patienten nicht ganz ohne Risiken ist, gibt es schon lange Bemühungen, einfachere und weniger risikoträchtige Untersuchungsverfahren zu entwickeln. Dazu gehört zum Beispiel die sogenannte computertomografische Angiografie (CT-Angiografie), bei der ebenfalls ein Kontrastmittel injiziert wird, der Verlauf allerdings über Schichtbildaufnahmen verfolgt wird.

Die Computertomografie hat ebenso wie das Röntgen den Nachteil, mit einer Strahlenbelastung für den Patienten verbunden zu sein. Dies ist bei der Magnetresonanztomografie, kurz MRT, nicht der Fall. Auch mit diesem Verfahren ist, als sogenannte MR-Angiografie, eine genaue Untersuchung der Bein- und Armarterien möglich.


Quelle: Deutsche Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK), S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Angiologie und Gefäßmedizin, AWMF-Register Nr. 065/003; http://www.dga-gefaessmedizin.de/uploads/media/S3-LL_PAVK_27_4_09_def.pdf; Download vom 21.12.2010
Autor: Springer Medizin / Letzte Überarbeitung: Redaktion SpringerGesundheit
Stand: Dec 22, 2010


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