Notfallmaßnahmen
Herzinfarkt - sofort den Notarzt rufen
Plötzlich einsetzende Schmerzen in der Brust, Beklemmungen, Angst und Atemnot - bei solchen Symptomen ist sofort an einen Herzinfarkt zu denken. Es besteht möglicherweise Lebensgefahr. Damit tut Eile not. Es muss sofort per Notruf 112 ein Notarzt gerufen werden.
Jeder Herzinfarkt ist ein Notfall. Denn wenn sich ein Herzkranzgefäß verschließt und das Herz nicht mehr richtig durchblutet wird, sterben bereits nach wenigen Minuten Teile des Herzmuskels infolge des Sauerstoffmangels ab. Der Untergang des Muskelgewebes verursacht seinerseits Störung im Herzrhythmus, was eine Störung der Pumpfunktion nach sich zieht und eventuell sogar das komplette Pumpversagen und somit den Herzstillstand. Jeder Herzinfarkt bedeutet daher Lebensgefahr für den Betroffenen.
Je früher der Infarkt ärztlich behandelt wird, desto besser sind die Chancen, dass der Betreffende den Infarkt überlebt. Wird sehr rasch gehandelt und die Sauerstoffversorgung wieder hergestellt, kann zudem der durch den Infarkt ausgelöste Gewebeschaden sogar wieder behoben werden. Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt, medizinisch auch Myokardinfarkt genannt, so muss deshalb unverzüglich ein Notarzt herbeigerufen werden.
Rasche Reaktion kann lebensrettend sein
Die wichtigste Regel beim Verdacht auf einen Herzinfarkt lautet: Nicht warten, sondern unverzüglich den Notarzt verständigen. Dabei zählt praktisch jede Minute, keinesfalls darf zum Beispiel bis zum Morgen gewartet werden, wenn die Schmerzen und möglicherweise weitere Infarktsymptome nachts einsetzen. Oder bis zum Montag, wenn am Wochenende Symptome auftreten, die einen Herzinfarkt wahrscheinlich machen. Außerdem sollte man sich keinesfalls von Angehörigen, Freunden oder Bekannten mit dem Auto in die Klinik fahren lassen. Dies kann durch die Aufregung gefährlich werden und man erhält zudem rascher Hilfe, wenn man den Notruf unter 112 verständigt. Der herbeigerufene Notarzt wie auch die Rettungssanitäter können zudem direkt schon vor Ort eine Diagnose stellen und eine Behandlung einleiten.
Trotz der notwendigen Eile sollte man aber nicht panisch reagieren, sondern Ruhe bewahren. Es ist wichtig, den Rettungsdienst richtig zu informieren, ihm den Verdacht auf einen Notfall mitzuteilen und die Symptome zu schildern. Außerdem müssen Angaben zum Patienten gemacht werden und keinesfalls darf in der Aufregung vergessen werden, die genaue Adresse anzugeben, zu der der Notarzt und der Rettungswagen fahren sollen. Es sollte außerdem nicht sofort der Hörer aufgelegt, sondern abgewartet werden, ob die Leitstelle, bei der der Notruf eingeht, noch Rückfragen hat.
Erstmaßnahmen vor Ort
Es ist ratsam, in ruhigem Ton mit dem Patienten zu sprechen, seinen Oberkörper hochzulagern und ihm gegebenenfalls Krawatte und Hemd zu lockern, damit er besser Luft bekommt. Dazu kann es auch hilfreich sein, das Fenster zu öffnen und so für frische Luft zu sorgen. Ist der Herzkranke bewusstlos, so sollte man ihn in der stabilen Seitenlage lagern und darauf achten, dass die Atemwege frei sind. Man sollte unbedingt in seiner Nähe bleiben, bis der Notarzt eintrifft.
Kommt es zu einem Herz- und Atemstillstand, so muss unverzüglich mit einer Herzdruckmassage begonnen werden. Dabei sollte eine Drucktiefe von mindestens fünf Zentimetern und eine Druckfrequenz von mindestens 100 Herzdruckmassagen pro Minute erzielt werden. Nach jeder Herzdruckmassage ist der Brustkorb vollständig zu entlasten. Die Unterbrechungen der Herzdruckmassagen sind dabei aber auf ein Minimum zu reduzieren. Geschulte Helfer sollen auch Beatmungen durchführen. Dabei gilt das Verhältnis 30:2, was bedeutet, dass zwei Beatmungen nach 30 Herzdruckmassagen erfolgen sollten. Sind die Helfer vor Ort nicht in Wiederbelebungsmaßnahmen ausgebildet, so können sie durch telefonischen Kontakt mit der Rettungsleitstelle bei den Wiederbelebungsmaßnahmen angeleitet werden. Dabei beschränkt man sich dann auf die ununterbrochene Herzdruckmassage.
ERC-Leitlinien: „Basismaßnahmen zur Wiederbelebung Erwachsener und Verwendung automatisierter externer Defibrillatoren“, Notfall Rettungsmed 2010; 13: 523-542








