Gehirnschlag

Der Schlaganfall und seine Folgen

Lähmungen, Empfindungsstörungen, Schluck- und Sprachstörungen: So schlimm kann ein Apoplex ausgehen

Die Folgen nach einem Schlaganfall sind vielfältig und können unterschiedliche Funktionen unseres Körpers betreffen. Lähmungen, Empfindungsstörungen, Schluck- und Sprachstörungen sind nur einige Beispiele, die das Leben der Betroffenen beeinträchtigen.

Frau bekommt Schlaganfall.jpg
Die Folgen eines Schlaganfalls können unter anderem Empfindungsstörungen sein.
Getty Images/iStockphoto

Das menschliche Gehirn ist in einzelne Regionen unterteilt, die unterschiedliche Vorgänge unseres Körpers steuern. So ist ein Bereich für die Produktion unserer Sprache, ein anderer für das Sprachverständnis zuständig. Die Folgen nach einem Schlaganfall (Apoplex) richten sich nach der Region, in dem sich die Durchblutungsstörung ereignet hat. Daher sind die Beeinträchtigungen für den Patienten sehr unterschiedlich.

Lähmung als Folge eines Schlaganfalls

Zu den häufigen Folgen des Schlaganfalls gehört die Lähmung einer Körperhälfte. Die Bewegung einer Körperhälfte wird jeweils von einer Gehirnhälfte gesteuert. Die linke Gehirnhälfte steuert die rechte Körperseite, die rechte Gehirnhälfte gibt Befehle an die linke Körperseite. So kommt es bei einem Schlaganfall typischerweise zur halbseitigen Lähmung der Muskulatur. Je nach Zahl der betroffenen Gehirnzellen wird die Lähmung die gesamte Körperhälfte oder nur einen Bereich wie zum Beispiel die Hand betreffen. Auch der Grad einer Lähmung ist unterschiedlich ausgeprägt und reicht von einer leichten Taubheit oder Schwäche bis zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit. Relativ häufig betroffen ist der Gesichtsnerv – dem sogenannten Fazialisnerv. Man spricht dann von einer zentralen Fazialisparese. Die Folge ist der Schiefstand der Gesichtsmuskulatur.

In der Medizin wird die Lähmung je nach Ausprägung unterschiedlich bezeichnet:

  • Monoplegie: Die Monoplegie ist die vollständige Lähmung einer Gliedmaße (zum Beispiel der Hand).
  • Paraplegie: Eine Paraplegie ist die vollständige Lähmung beider Beine oder Arme.
  • Hemiplegie: Die Hemiplegie beschreibt die Lähmung einer Körperseite.
  • Tetraplegie: Die Tetraplegie ist die vollständige Lähmung aller vier Gliedmaßen.

Spastiken nach Apoplex

Nach einem Schlaganfall kann als Folge die Grundspannung des Muskels gestört sein. Durch eine erhöhte Spannung in den Muskeln kann dieser nicht mehr bewegt werden und es treten Schmerzen auf. Ärzte sprechen in diesem Fall von Spastizität oder Spastik. Die Spastik nach einem Schlaganfall entsteht meist erst in den Wochen nach dem eigentlichen Ereignis. Krankengymnastische Therapie ist entscheidend, um eine Spastik nach dem Schlaganfall zu verringern und die Bildung von Kontrakturen (Gelenkversteifung) zu verhindern.

Schlaganfall beeinträchtigt auch Empfindungsfähigkeit

Einschränkungen der Empfindungsfähigkeit sind weitere Folgen nach einem Schlaganfall. Diese können sich in Form von Kribbel- und Taubheitsgefühlen, aber auch dem Verlust der Wärme- oder Kälteempfindlichkeit der Haut äußern. Es können Schweregefühle auftreten oder das Empfinden, ein Teil des Körpers gehöre nicht mehr dazu.

Sprachstörungen sind oft Folgen des Schlaganfalls

Üblicherweise liegt das Sprachzentrum beim Rechtshänder in der linken Gehirnhälfte und des Linkshänders entsprechend in der Rechten. Ist das Sprachzentrum betroffen, können sich als Folgen des Schlaganfalls sogenannte Aphasien bilden. Aphasie bedeutet Sprachverlust oder Sprachstörung. Bei dieser Störung können je nach Ausmaß der Hirnschädigung, das Sprachverständnis sowie die Produktion der Sprache betroffen sein. Leichte Wortfindungsstörungen bis zum vollständigen Verlust der Sprache sind möglich. Die Sprache wird mit Unterstützung eines Logopäden neu trainiert.

Schluckstörung durch Apoplex

Der Vorgang des Schluckens kann nach einem Schlaganfall gestört sein. Man spricht dann von einer Dysphagie. Folgen können gelegentliches Verschlucken sein, aber auch eine nicht mehr mögliche Nahrungsaufnahme. Durch das Verschlucken und versehentliche Einatmen von Nahrung besteht die Gefahr einer Lungenentzündung (Aspirationspneumonie). Die Lungenentzündung ist eine häufige Ursache für eine erhöhte Sterblichkeit der Schlaganfallpatienten. Betroffene müssen daher künstlich über eine Sonde ernährt werden und die Sensibilität der Mundhöhle durch Schluck- und Kautraining zurückgewinnen.

Kognitive Störungen

Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen zum Beispiel die Aufmerksamkeit, die Erinnerung, das Lernen, die Kreativität, das Planen, die Orientierung und einige Fähigkeiten mehr, die nach dem Schlaganfall beeinträchtigt sein können.

Zu den schwerwiegenden Folgen des Schlaganfalls zählt die Apraxie, die eine Störung der Ausführung willkürlicher zielgerichteter und geordneter Bewegungen bezeichnet. Der Patient ist nicht oder nur unter großen Bemühungen in der Lage, komplizierte Bewegungsabläufe zu vollführen. So kann das Anziehen eines Pullovers oder das Schmieren eines Butterbrotes Probleme bereiten. Dabei ist die Beweglichkeit der Arme oder Beine nicht gestört. Durch die Apraxie geht vielmehr die Fähigkeit verloren, die notwendigen Bewegungen im Gehirn zu entwerfen und Einzelbewegungen zu einem flüssigen Ablauf zusammenzusetzen.

So mindern Sie Ihr Schlaganfallrisiko

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. April 2014
Quellen: Diener HC, Hacke W, Forsting M (Hrsg.): Schlaganfall. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2004.

Meistgeklickt zum Thema
Prominente Schlaganfall-Patienten
Schlaganfall

Tina Turner, Sharon Stone, Gaby Köster und sogar die junge Amy Macdonald: Welche Promis einen Schlaganfall hatten mehr...

So mindern Sie Ihr Schlaganfallrisiko
Schlaganfall

Die Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, ein erhöhter Cholesterinspiegel und ein ungesunder Lebensstil durch Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht. mehr...

Schlaganfall: Vorboten und akute Symptome erkennen
Schlaganfall

Ein Schlaganfall passiert im Inneren des Körpers. Wer die Vorboten erkennt, kann ihn verhindern mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Schlaganfall: Kann es auch mich treffen?

Überprüfen Sie Ihr eigenes Schlaganfallrisiko.

mehr...
Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang