Herzrhythmusstörungen

Vorhofflimmern bleibt oft unerkannt

Werden Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern schnell erkannt und mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt, können Folgeschäden wie Schlaganfälle vermieden werden.

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doctor checking pulse on throat
Getty Images/iStockphoto

Vorhofflimmern sind Herzrhythmusstörungen. Die elektrische Erregung der Vorhöfe ist eingeschränkt und die Pumpleistung des ganzen Herzens vermindert. An sich ist diese Form der Herzrhythmusstörung nicht lebensbedrohlich. Vorhofflimmern kann jedoch das Risiko für Blutgefäßverschlüsse zum Beispiel im Gehirn oder in den Nieren erhöhen. Denn durch die verminderte Pumpleistung kann sich das Blut stauen. Blutgerinnsel bilden sich und können sich in den Gefäßen des Gehirns festsetzen. Ein unmittelbar lebensbedrohlicher Schlaganfall kann die Folge sein.

Nach Schätzungen wird ein Fünftel aller Schlaganfälle durch Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern ausgelöst. Außerdem scheint chronisches Vorhofflimmern kleine „Mikroschlaganfälle“ zu verursachen, die das Gehirn schleichend, aber stetig schädigen können. Aus diesem Grund sollten Herzrhythmusstörungen immer ernst genommen und gegebenenfalls behandelt werden. In vielen Fällen reicht bereits die Gabe eines gerinnungshemmenden Medikamentes, um das Schlaganfallrisiko drastisch zu senken. Doch nicht immer wissen die Betroffenen überhaupt, dass ihr Herz aus dem Takt geraten ist.

Ärzte und Wissenschaftler des Kompetenznetzes Vorhofflimmern (AFNET) warnen vor den Gefahren des oft unerkannten Vorhofflimmerns. In vielen Fällen zeigen sich die Herzrhythmusstörungen an Symptomen wie Herzstolpern, Herzrasen, einem unregelmäßigen Puls und innerer Unruhe. Eine Studie konnte jedoch erst kürzlich zeigen, dass 70 Prozent aller Vorhofflimmer-Episoden keine Beschwerden verursachen. „Untersuchungsprogramme zur Früherkennung gefährdeter Bevölkerungsgruppen, also von Menschen über 50 Jahren, insbesondere mit Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit oder Herzmuskelschwäche, sind daher eine wichtige Aufgabe für die Zukunft“, erklärt Prof. Günter Breithardt, Sprecher des Kompetenznetzes Vorhofflimmern.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. Januar 2016
Quellen: Dr. Angelika Leute, Netzwerkzentrale Kompetenznetz Vorhofflimmern: Presseinformation „Vorhofflimmern frühzeitig erkennen – viele Schlaganfälle wären vermeidbar“, 7. Juni 2010

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