EKG (Elektrokardiographie)

Elektrische Impulse halten unser Herz im Takt. Diese elektrische Aktivität des Herzens lässt sich per EKG messen.

EKG (Elektrokardiographie)
Sind alle Messelektroden angebracht, dauert das EKG selbst nur einige Sekunden.
(C) 2009 Jupiterimages

Die Elektrokardiographie (alternativ: Elektrokardiografie), kurz EKG, gilt als kardiologische Basisuntersuchung mit hoher Aussagekraft. Mit dieser Untersuchungsmethode wird die elektrische Aktivität des Herzens gemessen: Veränderungen geben wichtige Hinweise auf Herzerkrankungen. Das Ergebnis einer Elektrokardiographie nennt man Elektrokardiogramm.

EKG: Der Sinusknoten gibt den Takt vor

Schwache elektrische Impulse mit einer Spannung von etwa einem Tausendstel Volt sind dafür verantwortlich, dass sich der Herzmuskel regelmäßig zusammenzieht und so das Blut durch die Gefäße pumpt. Diese elektrischen Impulse gehen von den spezialisierten Zellen des Sinusknoten aus, der im rechten Vorhof des Herzens sitzt, und breiten sich  über die Vorhöfe zum Atrioventrikularknoten, kurz AV-Knoten aus. Dieser liegt zwischen linkem und rechten Herzvorhof und fungiert als elektrische Verbindung zu den Herzkammern und leitet den Reiz verzögert weiter. Wenn der elektrische Impuls sich wieder zurückgebildet hat, entspannen sich die Herzmuskeln, um sich durch den nächsten Impuls erneut zusammenzuziehen.

Diese elektrische Aktivität des Herzens folgt einem charakteristischen Muster, das sich mit Hilfe der Elktrokardiographie graphisch darstellen lässt in Form eines Elektrokardiogramms. Abweichungen von diesem Muster deuten auf verschiedene Erkrankungen hin.

Durchführung der EKG-Untersuchung

Die Untersuchung selbst dauert nur wenige Sekunden, nachdem aller Vorbereitungen getroffen wurden; sie ist für den Patienten völlig schmerzlos und ungefährlich. Liegend werden an definierten Messstellen des Brustkorbs sowie an Hand- und Fußgelenken Messelektroden angebracht, die mit dem EKG-Gerät verbunden sind. Sie nehmen Spannungsveränderungen der Herzmuskelzellen über die Haut auf und leiten sie an das EKG-Gerät weiter. Kontaktgel unter den Elektroden verbessert die weitergeleiteten Signale.

Auswertung des EKGs: Das kann der Arzt erkennen

Das Elektrokardiogramm – es wird wie das Verfahren selbst auch mit EKG abgekürzt – gibt dem Arzt Aufschluss über den Herzrhythmus und die Herzfrequenz. Auf diese Weise lassen sich die meisten Formen von Herzrhythmusstörungen diagnostizieren. Auch zeigt das Elektrokardiogramm eventuelle Störungen an bei der Entstehung des elektrischen Impulses und seiner Weiterleitung. 

Diese liefern Hinweise auf verschiedene Erkrankungen des Herzens. So machen sich Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen, beispielsweise durch Arteriosklerose, durch  Störungen bei der Rückbildung des elektrischen Impulses bemerkbar. Auch ein Herzinfarkt hinterlässt Spuren im Elektrokardiogramm: Die durch den Infarkt zerstörten Herzzellen reagieren nicht mehr auf den elektrischen Impuls.

Weitere Krankheiten, zu deren Diagnose das EKG herangezogen wird, sind unter anderem Vorhof- oder Kammerflimmern, Herzmuskelentzündung  (Myokarditis) und Herzbeutelentzündung (Perikarditis).

Langzeit-EKG und Belastungs-EKG

Allerdings liefert das Ruhe-EKG nicht bei jeder Herzerkrankung aussagefähige Hinweise. So zeigen sich manche Beschwerden erst nach körperlicher Anstrengung. In diesem Fall kann ein Belastungs-EKG  angezeigt sein. Auch nur vorübergehend auftretende Herzrhytmusstörungen entgehen dem Ruhe-EKG möglicherweise und können ein Langzeit-EKG erforderlich machen.

Den Arzt über eingenommene Medikamente informieren

Achtung: Verschiedene Medikamente können die Herztätigkeit beeinflussen. Teilen Sie deshalb Ihrem Arzt vor einem EKG gegebenenfalls mit, welche Medikamente Sie einnehmen!

Autor:
Letzte Aktualisierung: 07. Januar 2016
Durch: es

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