Radiologische Gefäßdarstellung

Angiographie

Die Angiographie ist ein Verfahren, bei dem Blutgefäße mittels Röntgentechnik sichtbar gemacht und im Bild festgehalten werden.

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Mit einem Kontrastmittel können Arterien und Venen während der Angiografie abgebildet werden.
iStock

Eine Angiographie (alternativ: Angiografie) ist eine Untersuchungsmethode, bei der Blutgefäße mittels bildgebender Verfahren dargestellt werden können. Es handelt sich dabei um eine Röntgenaufnahme der Gefäße, in die zuvor ein jodhaltiges Kontrastmittel gespritzt wird. Veränderungen innerhalb der Gefäße werden dann auf einem Bildschirm sichtbar gemacht.

Auch das Lymphsystem kann so untersucht werden, der medizinische Fachbegriff dafür lautet Lymphographie.

Die Angiographie ist eine eine geeignete Methode, um Erkrankungen, Verletzungen oder Engstellen der Gefäße zu diagnostizieren. Die Untersuchung kann an Gefäßen verschiedener Körperstellen, beispielsweise der Herzkranzgefäße (Koronar-Angiographie), aber auch am Kopf durchgeführt werden. Mit dem Begriff Phlebographie bezeichnet man die Kontrastmitteldarstellung der Venen. Bei einer Angiographie handelt es sich meistens jedoch um eine Arteriographie – eine Untersuchung der Arterien.

So läuft die Angiographie ab

Eine Angiographie dauert meist etwa 30 bis 60 Minuten und wird entweder ambulant oder in spezialisierten medizinischen Zentren stationär durchgeführt. Zur Untersuchung müssen Sie nüchtern erscheinen. Während der Untersuchung liegen Sie auf dem Rücken. In der Regel erhalten Sie vor dem Eingriff eine örtliche Betäubung. Gelegentlich kommen auch Schlafmittel zum Einsatz.

Jodhaltiges Kontrastmittel macht Adern sichtbar

Meist wird bei einer Angiographie ein dünner Schlauch (Katheter) entweder in eine Arm- oder Leistenarterie eingeführt. Von hier aus wird er in die Gefäße weiter geschoben, die genauer untersucht werden sollen. Sitzt der Katheter an seinem Zielpunkt, spritzt der untersuchende Arzt durch ihn oder eine Kanüle von außen ein jodhaltiges Kontrastmittel in die Gefäße. Auf diese Weise macht er die Adern auf einem Bildschirm sichtbar. Die so entstehenden Bilder (Angiogramme) werden gespeichert und dienen der Krankheitsdiagnose.

Angiographie zeigt Gefäßveränderungen an

Eine Angiographie kann in unterschiedlichen Körperregionen durchgeführt werden, um Veränderungen, Verletzungen oder Engstellen der Gefäße sichtbar zu machen. Eine Koronar-Angiographie gibt beispielsweise Hinweise darauf, welchen Schweregrad eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat oder warum sich Krankheitssymptome verschlimmert haben.

Vor Operationen liefert die Untersuchung detaillierte Informationen über die genaue Lage von Gefäßen. Das Untersuchungsverfahren wird unter anderem bei einer bekannten oder vermuteten Koronaren Herzkrankheit oder bei einer Karotisstenose (Verengung der hirnversorgenden Gefäße) angewendet.

Nebenwirkungen und Riskien der Angiographie

Während der Untersuchung können im Einzelfall Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Husten auftreten. Selten kommt es zu Krämpfen, Nierenstörungen oder – bei einer Koronar-Angiographie – zu einem plötzlichen Herzstillstand oder Herzinfarkt.

Während der Untersuchung kann es zu Gefäßverletzungen durch den Führungsdraht, nach der Untersuchung zu Komplikationen an den Gefäßen, zu Gefäßverschluss (Thrombose), Nachblutungen und Hämatomen durch die Einstichstelle der Kanüle kommen.

Manche Menschen reagieren allergisch auf das Kontrastmittel, was sich durch Hautausschläge äußern kann. Komplikationen treten häufiger bei älteren Menschen auf. Generell sind sie jedoch selten zu befürchten.

Zu beachten ist wie bei allen Röntgenuntersuchungen die Strahlenbelastung, die mit der Dauer der Untersuchung steigt.

Alternativen zur Angiographie

Neben einer Angiographie können, um Gefäßerkrankungen zu erkennen, eine Ultraschalluntersuchung, ein EKG oder eine Untersuchung mit Herzkatheter durchgeführt werden. Welche Alternative in Frage kommt, hängt von der Körperregion ab, die untersucht werden soll.

Weitere Alternativen zur "klassischen" Angiographie stellen die Magnetresonanz-Angiographie (MR-Angiographie) und die computertomografische Angiographie (CT-Angiographie) dar.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 18. Dezember 2015
Durch: es
Quellen: Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann, München 2005 Ludewig, S.: Ergebnisse der CT-Angiographie bei der Diagnostik von Nierenarterienstenosen. Dissertation. Ludewig S. (Hrsg.), Berlin 2000.

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