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Narben als kosmetischer Makel

Kleine Narben brauchen kein Make-up, sondern Pflege

Ein entferntes Tattoo und eine heilende Windpocke haben eines gemeinsam: Sie können unschöne Narben hinterlassen. Gezielte Pflege verhindert das.

Spezielle Narbenpflege schafft ein glattes Hautprofil

"Bye Bye Arschgeweih, ich geb dich zum Lasern frei", singt Ina Müller und spricht damit etlichen Frauen aus der Seele. Denn ein Hüft-Tattoo zählt mittlerweile zum Chick vergangener Tage. Gut, dass ich die Tätowierung da hinten selbst selten sehen muss, denkt die eine Gezeichnete gelassen. Besser, wenn auch andere sie nicht mehr zu Gesicht bekommen, befinden andere schamvoll und lassen ihr Tattoo entfernen. Beim "Weglasern" können jedoch Narben entstehen. Damit diese nicht ebenso störend ausfallen wie die Tätowierung zuvor, gibt es bewährte Möglichkeiten, beruhigt der Hautarzt Dr. Matthias Herbst. Um die Narben weniger sichtbar zu machen, empfiehlt er ein Narben-Gel aus der Apotheke, das Behandlung und Pflege vereint. Gute Ergebnisse ließen sich mit Mitteln erzielen, die Heparin, Allantoin und Extractum cepae enthalten, sagt der Dermatologe. Bewährt hat sich auch Hyaluronsäure. Als reines Serum enthält es keine Konservierungs- und Duftstoffe, sodass es sogar von Menschen mit empfindlicher Haut sehr gut vertragen wird. Hyaluronsäure kann große Mengen Wasser binden und so ein glattes Hautprofil schaffen.

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Dem Narbengewebe beim Heilen helfen

Ein getilgtes Muttermal, ein ausgerissenes Piercing, Windpockenbläschen oder eine Verletzung am Knie - für alle gilt: je frischer die Narbe ist, desto eher lässt sich etwas tun, um ihr Aussehen zu verbessern. Aber auch ältere und verhärtete Narben sind noch positiv beeinflussbar. Denn es kann bis zu 20 Jahren dauern, bis eine Narbe ihr endgültiges Aussehen erreicht hat. Das liegt daran, dass sich die Kollagenfasern in der Haut nur langsam umstrukturieren. Doch bereits wenige Minuten nach einer Verletzung setzt der Körper seinen Reparaturbetrieb in Gang: Zellen der Oberhaut wandern in die Wunde, bilden ein Granulationsgewebe und verschließen die Hautöffnung. Diese stark durchblutete und daher rötlich gefärbte Haut verwandelt sich bald in Narbengewebe, das Kollagenfasern bildet. Die Fasern sind jedoch weniger verflochten als im ursprünglichen Gewebe. Die neue Haut ist daher nicht so elastisch und es kann zu einer Schrumpfung und Verhärtung kommen. Das Narbengewebe enthält auch weniger Wasser als die Haut und ist geringer durchblutet. Hier setzt gezielte Pflege an, indem sie diese beiden Faktoren ausgleicht.

Regelmäßige Massagen machen Narben glatter

Um eine Wunde in eine schöne Narbe zu verwandeln, braucht es eine Voraussetzung: Geduld. Die Eigenbehandlung mit Narbenmitteln aus der Apotheke dauere in der Regel drei bis sechs Monate, berichtet Doktor Herbst. Während dieser Zeit muss das Mittel zwei- bis dreimal täglich in die Narbe massiert werden. Dadurch verbessert sich die Struktur der Narbe, sie wird flacher, Verhärtungen weichen auf und Rötungen verblassen. Ergebnis: Die Narbe ist weniger zu sehen. Außerdem reduziert die tägliche Narbenmassage den Juckreiz und lindert mögliche Schmerzen. Das Narbengewebe wird elastischer und unangenehme Spannungsgefühle bei Bewegung lassen nach.

Frische Narben brauchen Schutz

Neben der täglichen Massage der Narbe raten Hautärzte dringend dazu, frische Narben mindestens ein halbes Jahr lang keinen starken Temperaturreizen auszusetzen. Intensive Sonne, UV-Bestrahlung, Solarium, Saunabesuche und extreme Kälte sind zu meiden, denn sie können dem neuen, sehr empfindlichen Gewebe einer Narbe zusetzen und die Heilung der Haut stören. Außerdem können sich die Farbe und die Beschaffenheit der Haut verändern. Wer in die Sonne geht, sollte seine frische Narbe mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktur eincremen, sagen Experten. Gerade das junge Narbengewebe ist sehr empfindlich. Damit es durch Reizung nicht rot wird und verhärtet, sollte auf einer Narbe keine enge oder scheuernde Kleidung getragen werden. Außerdem muss besonders darauf geachtet werden, dass das Narbengewebe nicht erneut verletzt wird. Sonst sinken die Heilungschancen. Die bereits geschädigte Haut kann sich nicht mehr so gut regenerieren und es entstehen tiefe Narben. Diese Gefahr besteht besonders bei Narben, die nahe an einem Knochen liegen. Verletzungen an Ellenbogen oder am Schienbein erfordern daher einen sehr schonenden Umgang und ausgenommen gute Pflege. Besonders bei alten Menschen mit schlechter Durchblutung zieht sich die Wundheilung sonst sehr lange hin.


Quelle: Nach Informationen des Dermatologen Dr. Matthias Herbst und der Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie
Autor: Martina Janning
Stand: May 28, 2009


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