
OP-Wunden
Narbenpflege nach einem Kaiserschnitt
Stillende Frauen müssen genau darauf achten, womit sie eine Kaiserschnittnarbe eincremen. Schädliche Inhaltsstoffe gelangen nämlich in die Muttermilch.
Bei guter Pflege werden Narben fast unsichtbar
Die Narbe schmerzt noch beim Sport. Vor vier Monaten hat Nora Schneider* ihre Tochter mit einem Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Es ist ihr zweites Kind. Auch ihre erste Tochter musste vor drei Jahren auf diese Weise zur Welt gebracht werden. Die junge Mutter weiß daher schon, dass eine Kaiserschnittnarbe Pflege braucht, damit sie nicht verhärtet. Wird die Haut jedoch regelmäßig eingecremt und massiert, kann das Wundmal fast unsichtbar werden. Nora Schneider lässt sich von ihrem Apotheker ein spezielles Öl zur Narbenpflege mixen. Es gibt aber auch geeignete Produkte fertig zu kaufen.
* Name von der Reaktion geändert
Schadstofffrei: Naturkosmetik und Hyaluronsäure
Ganz wichtig für stillende Frauen: Die Kaiserschnittnarbe nicht mit einem beliebigen Pflegemittel einreiben. Der Körper nimmt Inhaltsstoffe von Cremes über die Haut auf; sie gelangen so auch in die Muttermilch. Edith Wolber vom Bundesverband Deutscher Hebammen empfiehlt daher, keine Präparate mit Weichmachern, Konservierungsstoffen, Farb- und Duftstoffen zu verwenden." Sie rät zu kontrollierter Naturkosmetik, erkennbar z.B. am blauen Siegel des BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel). Allerdings kann auch Naturkosmetik unerwünschte Wirkungen entfalten und etwa Kontaktallergien auslösen.
Eine Alternative ist reine Hyaluronsäure. Sie kommt auch natürlich im Körper vor. Als ein wesentlicher Bestandteil der Haut sorgt Hyaluronsäure für ein festes Bindegewebe. Da sie große Mengen Wasser binden und transportieren kann, wird sie gegen Falten und zur medizinischen Narbenpflege eingesetzt. Die Substanz beschleunigt das Heilen der Wunde und verbessert die Struktur der Narbe, sodass keine unschönen Wülste entstehen.
Massieren fördert gutes Vernarben
Eine Frau sollte mit der Pflege ihrer Kaiserschnittnarbe beginnen, sobald die Fäden gezogen sind und die erste Wundheilung abgeschlossen ist. Das sei in der Regel nach fünf bis sechs Tagen der Fall, sagt Fachfrau Wolber. Die Narbe am besten täglich nach der Morgentoilette und dem Baden eincremen. Damit die Wunde nicht verhärtet, empfiehlt Wolber regelmäßige Massagen. Dazu zwei Finger rechts und links neben die Narbe legen und mit leichtem Druck reiben. Das regt die Durchblutung an und fördert die Bildung neuen Gewebes", erklärt Wolber. Generell sollte eine frische Narbe keinen starken Reizen durch Bewegung ausgesetzt sein. Diese Gefahr sieht Wolber nach einem Kaiserschnitt aber nicht. Schmerzen setzten dem Bewegungsdrang der Mütter meist enge Grenzen. So lange die Wunde nicht gut verheilt ist, sollte die Frau übrigens nicht duschen oder baden, damit keine Keime in die Wunde gelangen. Beginnt die Wunde zu eitern, nicht lange abwarten, sondern sie sofort einer Hebamme, einer Pflegekraft oder einem Arzt zeigen.
Dunkle Haut heilt langsamer
Narben können beispielsweise entstehen, wenn zusätzlich zur Oberhaut auch die darunter liegenden Lederhaut durchtrennt wird. Das zerstört das gefäßreiche Bindegewebe, welches für die Bildung neuer Zellen zuständig ist. Der Körper füllt den Defekt in der Haut mit minderwertigem Ersatzgewebe auf, das schwächer durchblutet und weniger elastisch ist. Wie auffällig eine Narbe ist, hängt auch von der jeweiligen Heilungskraft des Körpers ab. Bei dunklen Typen und Menschen mit schlechter Durchblutung oder Diabetes heilt die Haut schlechter, bei starken Rauchern auch. Eine Narbe ist zunächst leicht erhaben und rötlich gefärbt, mit der Zeit aber passt sie sich dem Hautniveau an und verblasst. Nach ihrem ersten Kaiserschnitt, erzählt Nora Schneider, war die Haut mit guter Pflege nach zwei Jahre wieder normal.



