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Die Haut als Spiegel der Seele

Seelische Konflikte sind oftmals Auslöser von Hautkrankheiten

"Vor Neid erblassen", "vor Scham erröten", "eine dünne Haut haben", "sich nicht wohl fühlen in seiner Haut" – die alten Redensarten drücken aus, dass die äußere Hülle eng mit unserer Psyche und dem Befinden verbunden ist.

"Wie eng die Haut mit der Psyche zusammenhängt, zeigt sich auch bei vielen Hautkrankheiten", sagt Maria Schwormstedt, Ärztin bei der Techniker Krankenkasse (TK). Längst ist nachgewiesen, dass emotionaler Stress und Konfliktsituationen oftmals an der Entstehung von Krankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis), Akne oder atopischer Dermatitis (Neurodermitis) beteiligt sind bzw. Krankheitsschübe auslösen können.

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Bei Neurodermitis beispielsweise gilt psychische Belastung nach direkten Hautreizungen als zweithäufigster Auslöser von Schüben. Aber auch für die Schuppenflechte wurde ein solcher Zusammenhang nachgewiesen. So reagiert das Immunsystem von Patienten mit Schuppenflechte in stressigen Situationen anders als das von Gesunden.

Darüber hinaus fühlen sich Hautkranke oftmals stigmatisiert. Sie erleben Ausgrenzung, Angst anderer vor möglicher Ansteckungsgefahr oder sogar Ekelreaktionen. Einer Umfrage des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) zufolge leiden vier von fünf Neurodermitis-Patienten unter seelischen Belastungen durch die Krankheit. Bei jedem dritten wirkt sich der Stress sogar auf die gesamte Familie aus.

Die Behandlung einer Hautkrankheit sollte deshalb ganzheitlich erfolgen, empfiehlt Schwormstedt. Neben der klassischen dermatologischen Therapie müssten die Patienten die Möglichkeit zu Psychotherapie und zum Erlernen von Entspannungstechniken (z.B. Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung) erhalten. Welche Technik die richtige ist, bleibe die Entscheidung der Patienten.

Mit dem Einfluss psychischer Vorgänge auf den Ausbruch und Verlauf von Hautkrankheiten beschäftigte sich auch die letzte Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Psychosomatische Dermatologie (APD). Unter dem Motto: "Wer sucht nicht innere und äußere Balance und Wohlbefinden?" wurden die Möglichkeiten einer psychosomatischen Behandlung bei chronischen Hautkrankheiten diskutiert. Vorgestellt wurden unter anderem neu entwickelte Schulungsprogramme für Patienten mit Neurodermitis oder Schuppenflechte, in denen durch Einzel- und Gruppenunterricht Strategien zum Stressabbau und zu einem besseren Umgang mit der Krankheit vermittelt werden.


Quelle: Nach Informationen der Techniker Krankenkasse (Mai 2007); Höring, Ch. M. (2007). Psychosomatische Interventionen für die Haut. Der Deutsche Dermatologe, 3, 202 sowie Archives of Medical Research 2007, 38, 206-211.
Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 25, 2008


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