
Hauterkrankungen
Hyaluronsäure – ein Pflegeplus für trockene und kranke Haut
Wer an Neurodermitis oder Schuppenflechte leidet, muss genau darauf achten, was er seiner Haut zumutet. Das fängt bei der täglichen Pflege an. Reine Hyaluronsäure enthält keine Reizstoffe und sorgt für Feuchtigkeit.
Sehr trockene Haut ist mehr als ein kosmetisches Problem. Das verdeutlichen Krankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte (Psoriasis). Wenn Feuchtigkeit fehlt, spannt die Haut unangenehm, juckt ständig und entzündet sich leicht. Das liegt daran, dass die oberste Schicht unserer Körperhülle, die Hornhaut, ihre Barrierefunktion nicht erfüllen kann, wenn sie nicht ausreichend feucht ist. In einer gesunden Hornhaut befinden sich rund 20 Prozent Wasser. Sinkt der Gehalt unter zehn Prozent, wird die Hornhaut trocken und taugt nicht mehr als sicherer Schutzwall gegen äußere Einflüsse. Auch das Entweichen von Wasser und anderen Substanzen aus dem Körper kann sie dann nicht zuverlässig verhindern. Daher ist eine feuchtigkeitspendende Hautpflege bei Neurodermitis und Psoriasis ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Hautpflege bei Neurodermitis
Die richtige Pflege der Haut kann einen Neurodermitisschub verzögern, indem sie die Haut stabilisiert und kräftigt. Der Juckreiz lässt dadurch nach und reizende Umweltstoffe und Allergene haben es schwerer in die Haut einzudringen. Zum einen müssen Neurodermitiker ihrer Haut Fett zuführen, da ihre Talgdrüsen nur eingeschränkt arbeiten. Zum Reinigen empfehlen Experten daher Ölbäder – auch zum Duschen. Wer nichts Öliges mag, kann auf sanfte Produkte ausweichen, die rückfetten. Beim Pflegen heißt es „viel Fett, aber nicht abdichten“, damit der Schweiß abfließen kann und nicht zu Juckreiz führt. „Je entzündeter die Haut, umso feuchter muss die Grundlage sein“, erklärt Körperpflegeexpertin Sabine Ellsässer. Im Winter rät sie zu Wasser-in-Öl-Cremes, im Sommer zu Öl-in-Wasser-Präparaten.
Zum anderen braucht die Haut bei Neurodermitis viel Feuchtigkeit. Um die Haut zu befeuchten, setzen Mediziner vor allem darauf, den Harnstoffgehalt zu erhöhen. Denn der sorgt dafür, dass die Haut Wasser in ihren tiefen Schichten halten kann. Menschen mit Neurodermitis sollten daher Pflegeprodukte mit Harnstoff (Urea) bevorzugen. Zudem kann Hyaluronsäure dafür sorgen, dass die Haut fähig ist, reichlich Wasser zu binden. Wegen dieser Eigenschaft ist Hyaluronsäure inzwischen Bestandteil vieler Pflegeprodukte. Reine Hyaluronsäure hat allerdings den Vorteil, dass keine Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe enthalten sind, die die neurodermitisgeplagte Haut reizen könnten. Ein Hyaluronsäure-Serum ist daher auch als Make-up-Grundlage geeignet.
Ein Tipp: Neurodermitiker sollten sich am besten morgens, mittags und abends am ganzen Körper sorgfältig eincremen. Gut ist es, wenn sie Körperteile, die der Luft ausgesetzt sind, zwischendurch immer mal wieder nachcremen.
Hautpflege bei Psoriasis
Bei Schuppenflechte kann die richtige Pflege die geschwollenen und geröteten Hautareale (Plaques), die typisch für die Krankheit sind, beseitigen und vermeiden helfen. Anders als bei einer Neurodermitis haben Psoriasis-Patienten nicht zwangläufig trockene-fettarme Haut. Der Zustand der Haut kann auch fett und feucht oder normal sein. Bei ihrer Hautpflege sollten Betroffenen das berücksichtigen.
Viele Menschen mit Schuppenflechte besitzen jedoch trockene und fettarme Haut. Eine gute Pflege sollte dann den Mangel an Feuchtigkeit und Fett ausgleichen. Dabei ist es zunächst wichtig, die Haut beim Reinigen nicht weiter auszutrocknen. Besser als Seife sind daher neutrale Waschemulsionen, leicht saure Syndets und rückfettende Substanzen. Auch häufiges, langes und zu heißes Waschen, Duschen oder Baden sollten Psoriasis-Kranke vermeiden. Nach dem Reinigen empfehlen Experten eine fettende Pflegecreme. Für die weitere Pflege eignen sich Produkte, die den Feuchtigkeitsbedarf der Haut decken. Bewährte Zusätze sind z.B. Hyaluronsäure, Harnstoff und Glycerin. Um die Haut nicht unnötig zu irritieren und die Schuppenflechte dadurch anzufachen, kann reine Hyaluronsäure eine gesunde Alternative zu Mischpräparaten sein.



