
Hautpflege beim Profi
So finden Sie eine gute Kosmetikerin
Eine Kosmetikerin kann mehr leisten als Sie selbst. Vorausgesetzt sie ist kompetent. Schauen Sie sich ein Studio daher genau an, bevor Sie zur Behandlung Platz nehmen. LIFELINE sagt Ihnen, worauf Sie achten sollten.
Der Fall machte Schlagzeilen: Um die Schmerzen beim Enthaaren zu lindern, gab eine Kosmetikerin ihrer Kundin eine Betäubungsspritze. Dabei verletzte sie eine Vene und die Frau erlitt einen Kreislaufschock. Sie fiel ins Koma und verstarb eine Woche später an ihren schweren Hirnschäden. Ein Gericht verurteilte die Kosmetikerin dafür im Sommer 2008 zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Sie hätte überhaupt keine Betäubungsspritze verabreichen dürfen. Denn in Deutschland ist Kosmetikern und Kosmetikerinnen das Geben von Spritzen nur gestattet, wenn sie eine Heilpraktiker-Erlaubnis besitzen.
- Ausbildung: Eine umfassend ausgebildete Kosmetikerin hat ihr Handwerk mehrere Jahre lang an einer Schule gelernt und z.B. eine zweijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule gemacht. Wenn Sie das Abschlusszertifikat nicht im Studio entdecken können, fragen Sie danach und lesen Sie es genau. Von Titeln wie "Fachkosmetikerin" und "Diplom-Kosmetikerin" sollten Sie sich nicht blenden lassen: Sie sind keine Garantie für eine umfassende Ausbildung.
- Hygiene: Gewissenhafte Kosmetiker zählen ein Desinfektionsbad und einen Sterilisator für die Instrumente zu ihrer Ausrüstung. Kanülen zum Öffnen von Mitessern und Talgpfropfen muss die Kosmetikerin für jeden Kunden frisch aus der sterilen Verpackung nehmen. Benutzte Handtücher sollten nicht zum Trocknen auf der Heizung herumliegen.
- Zeit: Eine seriöse Kosmetikerin nimmt sich für jede Kundin ausreichend Zeit, besonders beim ersten Besuch. Denn bei einer neuen Kundin muss sie zunächst den Hauttyp bestimmen und klären, ob die Kundin an Allergien oder Krankheiten leidet und welche Pflegegewohnheiten sie hat, damit sie dies bei ihrer Beratung und Behandlung berücksichtigen kann. Eine versierte Kosmetikerin notiert sich Besonderheiten und Zustand der Haut für künftige Behandlungen.
- Angebot: Gut ausgebildete Kosmetikerinnen bieten meist eine breite Leistungspalette, zu der Gesichtsbehandlungen genauso gehören wie Maniküre und Pediküre. Manche Studios setzen aber auch Schwerpunkte wie etwa Anti-Aging-Pflege. Ein gutes Kosmetikinstitut sollte Produkte für jeden Hauttyp und in verschiedenen Preisklassen parat halten. Falls Sie Wert auf ein spezielles Präparat legen, fragen Sie am besten danach, bevor die Behandlung beginnt. Tipp: Recherchieren Sie vorher im Internet, welche Kosmetikerin Ihr Wunschpräparat benutzt.
- Preise: Preislisten sollten im Salon aushängen und gut zu verstehen sein. Für eine anderthalbstündige Gesichtsbehandlung müssen Sie mit 45-75 Euro rechnen. Falls Sie eine Reklamation haben und eine Nachbehandlung nötig ist, sollte diese kostenlos sein. Unverträgliche Produkte nehmen gute Kosmetikstudios zurück.
Gereinigt, geklärt, gepflegt und entspannt
In Deutschland gehen rund 3,5 Millionen Menschen regelmäßig ins Kosmetikstudio, 90 Prozent davon sind Frauen. Am beliebtesten sind laut Stiftung Warentest Gesichtsbehandlungen. Dabei kann eine Kosmetikerin den Teint von Grund auf reinigen. Außerdem entspannt eine professionelle Gesichtbehandlung und glättet die Haut.
Es gibt viele Varianten, aber das Standardprogramm für Gesicht, Hals und Dekolleté dauert etwa anderthalb Stunden. Es beginnt mit dem Reinigen, bei dem die Kosmetikerin mit einem zum Hauttyp passenden Präparat Make-up und Hautunreinheiten entfernt und die Haut anschließend mit einem Gesichtswasser klärt. Dann folgt meist das Zupfen der Augenbrauen.
Beim anschließenden Peeling wird die Haut gründlich gesäubert. Dampf oder warme Kompressen öffnen die Poren und erleichtern das Reinigen. Hautunreinheiten wie Mitesser oder Pickel drückt eine kompetente Kosmetikerin so vorsichtig aus, dass kaum rote Flecken entstehen. Damit sich die Haut wieder beruhigt, folgt eine Maske. Davor und danach sollte die Kosmetikerin das Gesicht mindestens 20 Minuten massieren. "Das entspannt die Muskulatur und fördert die Durchblutung. Danach wirkt die Haut glatter", erklärt die Berliner Hautärztin Dr. Gertraud Kremer. Überschüssige Maskenreste nimmt die Kosmetikerin abschließend mit einer warmen Kompresse ab und trägt eine Tagescreme auf. Meist gibt es zum Schluss noch ein Tages-Make-up.



