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Falsche Erwartungen bei Schönheits-Operationen

Ein Facelift macht das Gesicht jünger, aber nicht faltenfrei

Eine Schönheits-OP ersetzt keine Anti-Falten-Pflege. Sie soll die Haut straffen, aber nicht alle Fältchen beseitigen. Sonst mutiert das Gesicht zur Maske.

Ein Facelifting hat keinen bleibenden Effekt

Per Facelift zu Schönheit, Traumjob und dem richtigen Partner. Das klingt überzogen. Doch viele Menschen versprechen sich tatsächlich mehr Zufriedenheit durch eine Schönheits-Operation. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn sich dieser Effekt nicht einstellt. Oftmals bedarf es nämlich keines äußeren Eingriffs, sondern einer fachkundigen Inspektion des Innenlebens.

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Gleichwohl ist der Trend zum Facelifting ungebrochen – vor allem bei Jüngeren. Inzwischen sei das Durchschnittsalter von 60 auf 45 Jahre gesunken, berichtet die Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD). In diesem Alter sei die Alterung noch nicht so weit fortgeschritten. Das habe den Vorteil, dass der Patient anschließend frisch und jugendlich, aber nicht geliftet aussehe, sagt Dr. Joram Levy, Plastischer Chirurg und Facelifting-Experte aus Garmisch-Partenkirchen.

Doch wer früh anfängt, belässt es oft nicht bei einem Mal Schneiden und Straffen – zumal die Haut weiter altert. Gut möglich, dass nach acht bis zehn Jahren eine erneute Operation nötig ist, um wieder einen straffen Hautzustand zu erreichen, sagt die GÄCD. Das erste Facelifting wird so auch im übertragenden Sinne zu einem einschneidenden Ereignis im Leben.

Vorsicht vor unseriösen Schönheitschirurgen

Früher strafften Schönheitschirurgen nur die obersten Hautschichten des Gesichts. Das Ergebnis glich dann oft einer Maske. Inzwischen werden die darunter liegenden Bereiche aus Muskeln, Bindegewebe und Fett einbezogen und neu modelliert. Der Aufwand macht es schon deutlich: Hier ist ein Fachmann oder eine Fachfrau gefragt.

Da sich in Deutschland aber jeder Arzt "Schönheitschirurg" nennen darf, sollten Patienten sehr genau prüfen, wen sie Hand an sich legen lassen. Das Wichtigste sei, den Doktor nach seiner Qualifikation zu fragen, sagt GÄCD-Präsident Professor Heinz G. Bull. Kein Arzt könne den kompletten Körper und alle Behandlungen perfekt beherrschen. "Ein Facharzt sollte sich auch in der ästhetischen Chirurgie auf das beschränken, was in sein Fachgebiet gehört", urteilt Bull.

Risiken minimiert außerdem, wer sich an einen Facharzt für plastische Chirurgie wendet: Diese Spezialisten konnten während ihrer sechsjährigen Fortbildung viel Erfahrung sammeln. Auch die großen chirurgischen Fachgesellschaften garantieren hohe Standards. Ein Patient sollte daher schauen, ob der ausgewählte Schönheitschirurg mindestens einer seriösen Vereinigung angehört. Die Gesellschaften organisieren die qualifizierte Weiterbildung ihrer Mitglieder. Das gibt Sicherheit – ist aber keine Garantie für gute Arbeit.

Ein weiteres Indiz für einen seriösen Schönheitschirurgen ist Routine. Daher vorher fragen, wie oft der Operateur Faceliftings macht. Keine Skrupel, ein kompetenter Arzt legt Wert darauf, seine Patienten umfassend zu informieren. Ein seriöser Schönheitschirurg drängt Patienten nicht, sagt Bull. Daher ist Misstrauen angesagt, wenn der Doktor einen Termin unverzüglich ansetzen will. Wer sich sein Gesicht liften lassen will, sollte in jeden Fall die Meinung eines weiteren Operateurs einholen. Die Stiftung Warentest empfiehlt sogar, sich mindestens bei drei Chirurgen zu informieren.

Ein gesundes Leben und regelmäßiges Hautpflege beugen Falten vor

Keine Frage, ein Facelifting lässt jemanden jünger erscheinen. Doch "Ziel kann und sollte dabei niemals ein völlig faltenfreies Gesicht sein", sagt GÄCD-Präsident Bull. Wer viel Wert auf wenig Falten legt, sollte daher beizeiten vorbeugen.

Regel Nummer eins: Nie ohne UV-Schutz in die Sonne gehen – auch wenn die Folgen erst Jahre später sichtbar werden. Regel Nummer zwei: Nicht rauchen. Es stört die Durchblutung und lässt die Haut fahl aussehen. Regel Nummer drei: Viel frisches Obst und Gemüse essen. Die enthaltenen Mineralien und Vitamine helfen der Haut beim Regenerieren. Regel Nummer vier: Viel trinken, am besten Wasser oder Mineralwasser. So bleibt die Haut prall und rosig. Regel Nummer fünf: Die Haut typgetreu und altersgerecht pflegen.

Grundsätzlich gilt: Für fettige Haut keine fetthaltigen Produkte verwenden, für trockene Haut keine zusätzlich austrocknenden Präparate. Da die Haut mit den Jahren automatisch trockener wird, müssen sich die Pflegeprodukte dem schwindenden Feuchtigkeitsgehalt anpassen. Dermatologen empfehlen zur Pflege von trockener Haut eine Wasser-Öl-Emulsion. Sie überzieht die Haut mit einem leichten Fettfilm und sorgt dafür, dass die Haut kein Wasser nach außen abgibt. Das schützt vor Austrocknen und macht raue, schuppige Haut wieder elastischer. Zusätzlich haben sich Feuchtigkeitsbinder wie Harnstoff und Hyaluronsäure bewährt. Diese Stoffe können ein Vielfaches ihres Gewichts an Wasser binden und die Haut von innen aufpolstern. Feine Fältchen verschwinden und regelmäßig angewendet können sie Trockenheitsfalten vorbeugen.


Quelle: Nach Informationen der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD), von Dr. Joram Levy, Plastischer Chirurg und Facelifting-Experte, GÄCD-Präsident Professor Heinz G. Bull und der Stiftung Warentest
Autor: Martina Janning
Stand: Sep 8, 2009


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