
Haut ab 50
Hautpflege in den Wechseljahren
Wenn sich der Hormonhaushalt umstellt, kann sich die Faltenbildung verstärken. Frauen sollten darauf achten, den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen. Mimikfalten kann eine Kur mit Botox und Hyaluronsäure glätten.
Die Haut wird trocken und sensibel
Die hormonelle Umstellung des Körpers in den Wechseljahren kann sich auch auf die Haut auswirken: Mitunter wird sie dünner, trockener und Fältchen können sich in Falten verwandeln. Verantwortlich dafür ist wohl vor allem das Nachlassen der Östrogenproduktion. Sie beeinträchtigt auch die Bildung von Kollagen. Dieses Eiweiß im Bindegewebe der Haut hat eine Stützfunktion und kann außerdem Feuchtigkeit speichern. Wenn der Östrogenspiegel in den Wechseljahren stark sinkt, kann die Haut spröder, empfindlicher werden und schneller jucken. Dazu kommt, dass die Talg- und Schweißdrüsen ihre Aktivität drosseln. Das mindert die Schutzfunktion des Hydrolipidfilms auf der Oberfläche der Haut und lässt sie schneller austrocknen.
So scheint es naheliegend, künstlich nachzuhelfen. Tatsächlich kann die Einnahme von Östrogenen das Altern der Haut verlangsamen, allerdings wird eine Hormonersatztherapie aus rein ästhetischen Gründen von Ärzten nicht empfohlen.
Ausreichend Feuchtigkeit beugt Falten vor
In den Wechseljahren sollte die Hautpflege darauf ausgerichtet sein, den Verlust an Kollagen und Feuchtigkeit auszugleichen. Um den Abbau von Kollagen zu hemmen, empfiehlt Dermatologin Dr. Gertraud Kremer Vitamin C. Aber auch Vitamin A und das Coenzym Q10 regen die Haut an, mehr Kollagen zu produzieren. Es ist daher gut, wenn Pflegecremes diese Substanzen enthalten.
Zudem bekämpfen die Vitamine A, C und E sowie Q10 freie Radikale, die u.a. die Haut schädigen können. Cremes mit diesen Substanzen, Antioxidanzien genannt, können Alterungsprozesse der Haut verlangsamen, urteilt der Dermatologe Prof. Dr. Volker Steinkraus. Außerdem weise "eine gut gepflegte und damit gut durchfeuchtete Haut tendenziell immer weniger Falten auf, da Falten schon allein durch eine gute Hydration flacher werden."
Ein guter Feuchthalter ist Hyaluronsäure, da sie besonders viel Wasser binden kann. Von außen aufgetragen, lässt sie die Haut glatter und praller erscheinen. Dieser Effekt sei allerdings nicht dauerhaft, daher müsse permanent nachgelegt werden, erklärt Hautärztin Kremer. Für eine länger anhaltende Wirkung rät die Expertin zu Injektionen mit Hyaluronsäure. Je nach Beschaffenheit der Hyaluronsäure kann ein Unterspritzen Falten drei bis zwölf Monate zum Verschwinden bringen. Außerdem habe die Haut durch Hyaluronsäure die Möglichkeit, sich zu erholen, sagt Kremer. "Die Haut verjüngt sich, weil sie durch die Flüssigkeit besser mit Sauerstoff und Mineralien versorgt wird."
Um tiefe mimische Falten an der Stirn oder Nasenwurzel einzuebnen, setzt die Dermatologin auf eine Spezialbehandlung aus Botulinumtoxin (Botox) und Hyaluronsäure. Dabei lähmt die Botox-Spritze die Mimik und sorgt dafür, dass Falten sich nicht weiter eingraben können, und die Hyaluronsäure füllt die Falten auf und regeneriert die Hautstruktur. Um einen dauerhaften Effekt zu erzielen, seien jährlich drei bis vier Behandlungen nötig, sagt Kremer. Kostenpunkt: um die 1.000 Euro im Jahr.
Noch wichtiger: Sonnenschutz und Schönheitsschlaf
Zur richtigen Hautpflege ab 50 gehört auch ein bewusster Lebensstil. Da die Haut dünner und empfindlicher ist, wird ein ausreichender Sonnenschutz mit UV-A und UV-B-Filter noch wichtiger. Ein besonders arger Altmacher ist Rauchen. Nikotin verschlechtert die Durchblutung der Haut und lässt sie schneller fahl und faltig werden. Positiv wirkt sich dagegen eine lange Nachtruhe aus, da sich im Schlaf die Hautzellen regenerieren.



