
Herrenkosmetik
Mann pflegt sich
Die Zeiten, in denen echte Kerle nur Seife und Rasierwasser an ihre Haut ließen, sind zum Glück vorbei. Denn Männerhaut braucht viel Feuchtigkeit.
Badflucht ein Phänomen von gestern
Hopp unter die Dusche, rasch rasiert und ausgehfertig ist der Mann? Das war früher mal so. Heute betreiben Männer mehr Aufwand. Laut einer Umfrage verbringen europäische Männer im Schnitt 16 Minuten täglich im Badezimmer. Am längsten kümmern sich deutsche Männer um die Pflege ihres Körpers. Sie tummeln sich 24 Minuten am Tag im Bad. Dies besagt der European Grooming Report, für den eine Agentur im Auftrag des Kosmetik- und Rasiererherstellers Gillette in zwölf Ländern rund 12.000 Männer und Frauen interviewte.
Die Optik optimieren
Neben ihrem Rasierzeug gruppieren deutsche Männer heutzutage etliche Cremetiegel, Salbentuben und Duftflacons im Badezimmer. Der Markt für Herrenkosmetik boomt, er bescherte Herstellern in den vergangenen Jahren Umsatzrekorde. Das zeigt: Nachdem die jungen Männer den Anfang gemacht haben, verlieren auch ältere Semester ihre Berührungsängste und langen kräftig in die Cremetöpfe. Schuld daran ist der grassierende Jugendlichkeitskult. Wer topp im Job und in der Liebe gefragt sein will, muss auf sein Äußeres achten. Die Vorstellung, dass Falten Männer interessant machen, scheint veraltert. Nach einer Umfrage glauben jedenfalls 46 Prozent der Manager mit einem Jahreseinkommen von über 100.000 Euro, dass ihr Aussehen ihnen zum Erfolg verhilft. Nur knapp jeder dritte Manager meint, dass persönliche Beziehungen ihn weiterbringen. Ein gepflegtes Erscheinungsbild sei bei Männern viel stärker ein Erkennungsmerkmal als bei Frauen, urteilt Sonja Bischoff, die über Erfolgsfaktoren forscht. Es symbolisiere: 'Ich gehöre dazu', erklärte die Professorin gegenüber dem Manager Magazin.
Frauencremes - zu fett für Männerhaut
Regelmäßige Rasuren, Klimaanlagen, Stress und Umwelteinflüsse setzen der Männerhaut zu. Sie wird trocken, fahl und die Gesichtszüge schlaff. Manche Männer greifen dann in den Cremetiegel ihrer Partnerin und tun sich damit keinen Gefallen. Pflegeprodukte für Frauen enthalten nämlich in der Regel zu viel Fett für Männerhaut. Das führt zu Pickeln ein Problem, unter dem Männer sowieso verstärkt leiden. Der Grund dafür ist, dass die männliche Haut von Natur aus mehr Talg produziert. Weitere Unterschiede: Männerhaut ist etwa 20% dicker als die Haut von Frauen und die Kollagenfasern unter der Oberfläche sind bei Männern kreuz und quer vernetzt, während sie bei Frauen fast parallel verlaufen. Das hält die Haut von Männern straff, lässt sie langsamer altern und Falten bilden: Erst ab dem 50. Lebensjahr baut der Männerkörper Kollagen vermehrt ab und die Haut erschlafft.
Maskuline Kosmetik für vitale Spannkraft
Pflegecremes für Männer sind auf die Besonderheiten maskuliner Haut abgestimmt. Sie enthalten mehr Wasser als Fett, sind also Feuchtigkeitscremes, die der müden Gesichtshaut wieder Fülle und Spannkraft geben. Dabei zeigte eine Untersuchung der Stiftung Warentest, dass gängige Herrenkosmetika ihren Job gut erledigen. Die getesteten Hautcremes schnitten im Punkte Feuchtigkeitsanreicherung fast alle mit "sehr gut" oder "gut" ab. Je älter, desto mehr Pflege das gilt auch für die Haut von Männern. Im reiferen Alter können z.B. Feuchtigkeitscremes mit Kollagen dafür sorgen, dass sich die Zeichen der Zeit nicht zu stark ins Gesicht graben. Ein bewährter Faltenfüller und Frischekick ist auch Hyaluronsäure, ebenfalls ein natürlicher Bestandteil der Haut. Die Substanz kann viel Feuchtigkeit speichern und lässt die Haut so prall und jung aussehen. Andere Anti-Aging-Produkte für Männer enthalten Antioxidantien wie Vitamin A, Vitamin C oder Coenzym Q10, die dafür sorgen, dass die Menge an Freien Radikalen im Körper minimiert wird. Freie Radikale entstehen unter anderen durch Zigarettenrauch und UV-Licht und bewirken einen frühzeitigen Kollagenabbau. Die größte Faltenfräse ist übrigens die Sonne. Eine Männercreme sollte daher immer auch einen Lichtschutz enthalten im Winter reicht Faktor 10, im Sommer sollte die Haut mit Faktor 15-20 geschützt werden.



