frau_lippen_haut_glatt

Anti-Aging

Von Genen, Hormonen und freien Radikalen

Steinalt werden und dabei körperlich jung und geistig fit bleiben - für viele Menschen ein Traum. Wie unser Körper altert, ist allerdings noch ein Rätsel. Forscher verfolgen verschiedene Ansätze.

Kein Ansatz kann das Altern ganz erklären

"Anti-Aging" hat sich zu einem inflationär verwendeten Begriff entwickelt. Es ist ein Marketingausdruck, den Hersteller und Dienstleister auf völlig unterschiedliche Waren schreiben. Alle Produkte und Angebote verfolgen jedoch ein gemeinsames Ziel: Sie sollen das biologische Altern des Menschen hinauszögern, das Leben verlängern und die Lebensqualität möglichst lange auf einem hohen Niveau halten.

Wer Alterungsprozesse verlangsamen will, muss wissen, was im Körper passiert, wenn ein Mensch in die Jahre kommt. Dieses Rätsel haben Forscher jedoch bis heute nicht komplett lösen können. Es existieren zahlreiche Erklärungstheorien. Kein Ansatz kann das Altern des Körpers aber durch und durch erklären. Offenbar wirken viele Faktoren zusammen, z.B. die Gene, Hormone, die Ernährung und der Lebensstil. Wir stellen Ihnen drei populäre Theorien zum Altern vor:

Anzeige

Die Verschleiß-Theorie

Nach diesem Ansatz führt die Aktivität der Organe und jeder Lebensvorgang des Körpers zur Abnutzung und einem Verschleiß, der sich mit zunehmendem Alter immer deutlicher bemerkbar macht. Körpereigene Reparatursysteme lassen im Laufe des Lebens nach und sorgen so für Falten, graue Haare und Ablagerungen in den Gefäßen. Die Alterungsprozesse sind letztlich schon in den Genen festgelegt. Wissenschaftler streiten allerdings darüber, wie bestimmend die Erbanlagen sind.

Damit der Körper weniger schnell verschleißt, gilt ein gesunder Lebensstil als das A und O. Dazu zählen z.B. eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung, ausreichend Schlaf, mäßig Alkohol und keine Zigaretten. Aber auch Umwelteinflüsse wie Verkehrslärm und Luftverschmutzung spielen eine Rolle. Um die nachlassende Regenerierungskraft des Körpers auszugleichen, sollen Wirkstoffe helfen, die ihm von außen zugeführt werden. Ein Beispiel sind künstliche Mineralstoffe. Ein anderes ist das Unterspritzen von Falten mit Eigenfett oder Hyaluronsäure, um schwindende körpereigene Substanzen zu ersetzen, oder das Eincremen mit Hyaluronsäure, damit die Haut mehr Feuchtigkeit speichern kann und jünger aussieht.

Die Theorie der freien Radikalen

Sie geht davon aus, dass wichtige Moleküle im Organismus beschädigt werden, wenn im Körper freie Radikale entstehen. Das ist bei allen natürlichen Stoffwechselprozessen der Fall. Der Körper muss die freien Radikalen abbauen, dadurch entsteht oxidativer Stress. Da sich die oxidativen Schäden in einer Zelle anhäufen, wird sie in ihrer Funktion eingeschränkt, und der Mensch altert. Um dem entgegenzuwirken, empfehlen Anhänger dieser Theorie zusätzlich Vitamine - vor allem A, C und E -, Liponsäure oder Selen zu sich zu nehmen. Diese sollen sich als Radikalenfänger betätigen und positiv auf den Prozess des Alterns auswirken.

Eine Studie an Nacktmullen zeigte jedoch, dass die lange Lebenserwartung der Tiere nicht an der Fähigkeit liegen kann, freie Radikale abzufangen. Die Nager hatten nämlich besonders viele davon im Körper. Die Theorie, nach der oxidativer Stress einer der Hauptmotoren für Alterungsprozesse ist, müsse aufgrund der Ergebnisse zwar nicht verworfen, aber wohl modifiziert werden, sagen die Wissenschaftler, die die Nacktmulle untersucht haben.

Die Hormon-Theorie

Etwa ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Konzentration vieler Hormone im Körper kontinuierlich ab. Das schränkt die Funktion von Körpersystemen ein. Niedrige Hormonspiegel gelten heute als Ursache etlicher altersbedingter Krankheiten. Das Einnehmen künstlicher Hormone, beispielsweise Testosteron, Östrogen, DHEA oder Wachstumshormone, soll den natürlichen Abfall im Körper ausgleichen.

Die Ärztekammer Niedersachsen betont aber, dass der Nutzen der genannten Hormone bei dauerhafter Anwendung bei sonst gesunden älteren Personen wissenschaftlich nicht bewiesen ist. Die Risiken seien völlig unzureichend untersucht. "Deshalb muss von einer generellen Behandlung von Altersbeschwerden mit Hormonen abgeraten werden", urteilt die Ärztekammer und rät, in Zweifelsfällen einen speziell für Hormonstörungen geschulten Arzt, z.B. einen Endokrinologen, aufzusuchen.


Quelle: Nach Informationen der Ärztekammer Niedersachsen, der Fachzeitschrift Ärztliche Praxis und dem City College of New York
Autor: Martina Janning
Stand: Oct 29, 2009


Sie lesen gerade:

Von Genen, Hormonen und freien Radikalen

Seite empfehlen:
A A A
Anzeige

Hautpflege

26199_gesichtsmaske

Masken & Co.

Masken sind der besondere Kick für die Haut. Lesen sie über Tipps, Tricks und Anregungen.

mehr

Special Haut vital

Feuchtigkeit pur!

Was ist eigentlich Hyaluronsäure? Sie wird in der Kosmetik und in der Medizin verwendet und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit.

mehr