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Beruf & Karriere

Schönsein verschafft Vorteile

Wer gut aussieht, hat es im Beruf leichter. Doch ohne angenehme Ausstrahlung und ein gepflegtes Äußeres ist auch ein schönes Gesicht nur halb so attraktiv.

Zu schön, um real zu sein

Was macht Schönheit aus? Eine Frage, die auch Forscher fasziniert. Wissenschaftler der Universität Regenburg machten daher eine Studie, in der sie Testpersonen Fotos von Frauengesichtern zeigten. Resultat: Die Frauen, die die Betrachter am attraktivsten fanden, existierten überhaupt nicht. Die Porträts waren am Computer so verändert worden, dass Fältchen, Hautunreinheiten und Unregelmäßigkeiten verschwanden. Fazit der Forscher: „Aufgrund unserer Ergebnisse müssen wir bezweifeln, dass gegenwärtig die Attraktivität von Menschen noch mit Maßstäben bemessen wird, die sich an realen Gesichtern herausbilden." Schon jetzt strahlten von den Titelseiten der Magazine technisch bearbeitete Schönheiten. Selbst sehr attraktive Originalgesichter haben gegen sie keinerlei Chance.

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Hingucker: Frauengesicht mit kindlichen Zügen

Bisher galt: Je durchschnittlicher, desto schöner empfinden wir ein Gesicht. Die Regensburger stellten fest, dass ein Kunstgesicht umso anziehender wirkt, je mehr Originalgesichter in ihm enthalten sind.

Allerdings: Je attraktiver die in einem gemorphten Gesicht enthaltenen Originale sind, desto attraktiver wird auch das Kunstgesicht. Dies widerspreche der Durchschnittshypothese, betonen die Forscher.
Und auch im puncto Symmetrie differenzieren sie. Ihre Experimente zeigten, dass Symmetrie zwar die Attraktivität beeinflusse, jedoch bei weitem nicht in dem Ausmaß, wie es häufig angenommen wird. "Sehr symmetrische Gesichter sind noch lange nicht attraktiv und sehr attraktive Gesichter zeigen durchaus Abweichungen von der Symmetrie", urteilen die Experten. "Insgesamt scheint Symmetrie ein nur eher schwaches Kriterium für Attraktivität zu sein." Denn nicht die Proportionen machen durchschnittliche Gesichter attraktiv, sondern die Oberflächen.

Das bedeutet im Klartext: Kindchenschema. So flog das Gros der Betrachter bei Frauen auf große, runde Augen, eine hohe gewölbte Stirn, eine kurze Nase und ein kleines Kinn. Die meisten bevorzugten Frauengesichter, denen ein Kindchenanteil von 10-50% beigemischt war, berichten die Wissenschaftler: "Dies bedeutet: Selbst die attraktivsten Frauen werden noch schöner, wenn wir ihre Gesichtsproportionen kindlicher machen."

Schönheit als Erfolgsfaktor im Beruf

Insgesamt besitzen schöne Frauen laut der Untersuchung eine braunere Haut, ein schmaleres Gesicht, vollere und gepflegtere Lippen. Sie haben einen weiteren Augenabstand, dunklere und schmalere Augenbrauen, höhere Wangenknochen und eine schmalere Nase. Ähnliches trifft auf attraktive Männer zu, jedoch sollten sie zusätzlich über markante Züge am Unterkiefer und Kinn verfügen.

Für beide Geschlechter gilt jedoch: Einen starken, positiven Einfluss auf die Attraktivität hat eine glatte, makellose Haut. Sie und alle anderen Schönheitsattribute haben sozialen Folgen: Denn je attraktiver ein Gesicht, umso positiver schätzen wir die Person ein. Schöne Menschen gelten als erfolgreicher, zufriedener, sympathischer, intelligenter, geselliger, aufregender, kreativer und fleißiger. Das macht sich auch im Beruf bemerkbar.

Der Ökonom Daniel Hamermesh von der Universität Texas hat beispielsweise herausgefunden, dass schöne Menschen mehr verdienen. Gutes Aussehen sei beim Gehalt so viel wert wie eineinhalb Jahre Berufserfahrung mehr, sagt er.

Gepflegt, hilfsbereit und mit einem strahlenden Lächeln

Kurzum: Wer gut aussieht, hat es im Leben leichter. Doch zum Glück braucht niemand nur auf seine Geburtsgaben vertrauen. Denn "Ausstrahlung" und ein "gepflegtes Äußeres" stehen ganz oben auf der Liste der Schönmacher. Doch Leuchtkraft kommt auch von innen: So haben US-Wissenschafter festgestellt, dass hilfsbereite und ehrliche Menschen auf andere eine große Anziehung ausüben. Kommen dazu noch ein direkter Blick und ein strahlendes Lächeln schlägt der Schönheitspegel weit nach rechts aus. Das zeige, dass Menschen ein Gesicht vorziehen, das sie mögen, folgern britische Experten. Attraktivität habe also nicht immer etwas mit Schönheit zu tun.

Das fand schon der Dichter Christian Morgenstern (1871-1914). Er meinte: "Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet."


Quelle: Nach Informationen der Universität Regensburg, wissenschaft.de und des Linzer Marktforschungsinstituts Spectra
Autor: Martina Janning
Stand: Jul 14, 2008


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