
Kosmetik ohne Tierversuche
Hautreizungstests an Zellkulturen verhindern Tierversuche
Vor ihrer Zulassung für den Markt müssen Kosmetika und Chemikalien auf ihre Hautverträglichkeit getestet werden. Neue Testverfahren anhand von Zellkulturen könnten künftig die Zahl der dafür notwendigen Tierversuche drastisch reduzieren.
Alle potenziell hautreizenden Stoffe wie Kosmetika und Chemikalien müssen vor ihrer Marktzulassung getestet werden, damit eventuelle Risiken für die Verbraucher abgeschätzt werden können. Jedes Jahr werden dafür ca. 20.000 Tierversuche durchgeführt, vor allem an Kaninchen und Mäusen. Die am 1. Juni 2007 in Kraft tretende REACH-Chemikalienverordnung macht es notwendig, auch Chemikalien, die bereits auf dem Markt sind, anhand von Kaninchen auf ihre Hautwirkung zu überprüfen.
Forscher bemühen sich seit langem, einen befriedigenden Ersatz für Tierversuche zu finden in erster Linie, um den Tieren unnötige Qualen zu ersparen, aber auch, weil die Haut von Tieren nicht immer wie die menschliche Haut reagiert. Darüber hinaus wird ab dem Jahr 2009 innerhalb der EU das Testen kosmetischer Inhaltsstoffe an Tieren verboten sein. Mit einer kürzlich erfolgten positiv verlaufenen Prüfung von fünf neuen "in-vitro"-Tests durch das Europäische Zentrum zur Validierung alternativer Methoden (ECVAM) ist das Ziel der tierversuchsfreien Testung ein gutes Stück nähergerückt.
Zwei der "in-vitro"-Tests basieren auf der Züchtung menschlichen Hautgewebes im Labor. Die gewonnenen Zellkulturen simulieren das Verhalten menschlicher Haut auf die Einwirkung von Chemikalien und machen so Versuche an Kaninchen überflüssig. Mithilfe zweier weiterer Tests anhand von Tiergewebe aus Schlachthöfen können schwere Augenreizungen durch Chemikalien festgestellt werden. Ein fünfter Test ersetzt bisherige Hautallergieversuche an Mäusen und könnte deren Zahl künftig halbieren.



