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Therapieziele

Heilen durch Operationen, zurückdrängen mit Medikamenten

Die Heilung von GIST durch Operation ist nicht immer möglich. Moderne Medikamente erlauben aber ein langes Leben mit der Erkrankung.

Ziel der Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) ist nach Möglichkeit die vollständige Heilung der Erkrankung. Diese kann jedoch nur erreicht werden, wenn sich der Tumor durch eine Operation restlos entfernen lässt. Ist ein heilender Eingriff nicht mehr möglich, etwa weil der Krebs bereits gestreut hat, werden moderne Medikamente wie der Tyrosinkinasehemmer Imatinib eingesetzt, die ein langes Leben mit der Krankheit ermöglichen.

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Heilen – oder mit der Erkrankung leben

Das Ziel der Therapie bei GIST ist es, die Krankheit endgültig zu besiegen oder dauerhaft unter Kontrolle zu bringen. Als Maß dafür gelten die Größe der Tumoren und ihre Verbreitung im Körper (Absiedelung von Tochtergeschwülsten), die in regelmäßigen Kontrolluntersuchungen erfasst werden. Die Patienten sollen trotz der Erkrankung ein selbstbestimmtes Leben mit hoher Lebensqualität führen können.
Wünschenswert ist also eine zuverlässige Behandlung, die nur wenige Nebenwirkungen aufweist und die GIST-Betroffenen nach Möglichkeit nicht in ihrer Lebensführung einschränkt. Diese Vorgaben lassen sich heutzutage vielfach umsetzen, selbst wenn sich der Krebs nicht vollständig aus dem Körper entfernen lässt oder bereits Tochtergeschwülste abgesiedelt hat. Moderne Medikamente ermöglichen vielen GIST-Patienten dauerhaft und ohne bedeutsame Einschränkungen mit ihrer Erkrankung zu leben. Die Betroffenen können arbeiten, in Urlaub fahren und wie gewohnt am Leben teilnehmen. Der ursprünglich tödliche Krebs wird zu einer lebensbegleitenden (chronischen) Erkrankung.

Besonderheiten der Behandlung von GIST

Bis zur Zulassung des Wirkstoffs Imatinib im Jahr 2002 waren die Behandlungsmöglichkeiten bei GIST außerordentlich beschränkt.
GIST sprechen weder auf die Behandlung mit herkömmlichen Krebsmedikamenten (Chemotherapie), noch auf Bestrahlung (Strahlentherapie) an. Die einzige Therapie, die ein dauerhaftes Überleben der Betroffenen ermöglichen konnte, war die vollständige operative Entfernung des Tumors.

Gastrointestinale Stromatumoren verursachen häufig kaum Beschwerden, selbst wenn sie bereits weit fortgeschritten sind. Die Tumoren werden deshalb oft erst spät entdeckt und sind in vielen Fällen recht groß, wenn sie gefunden werden. Durchschnittlich etwa fünf bis acht Zentimeter im Durchmesser.
Um das eigentliche GIST-Gewebe muss bei der Entfernung (Resektion) ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Dadurch wird das Ausmaß der Operation weiter vergrößert. Das Krebsgewebe lässt sich deshalb nicht immer herausoperieren, ohne, teilweise erhebliche, Schäden an benachbarten Organen zu verursachen.
Hinzu kommt, dass GIST leicht Tochtergeschwülste (Metastasen) absiedeln, die es unmöglich machen, das Krebsgewebe durch eine Operation vollständig aus dem Körper zu entfernen. Solche Metastasen können auch während der Entfernung des Tumors oder sogar bei der Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) mit einer Nadel entstehen. Chirurgen müssen bei der Resektion deshalb sehr vorsichtig vorgehen und vermeiden, den Tumor zu verletzen.

Operation und Medikamente ergänzen einander

GIST werden heutzutage abgestuft sowohl durch Operationen als auch mit Medikamenten behandelt. Nicht-gestreute, operable Tumoren werden in jedem Fall chirurgisch entfernt, um nach Möglichkeit eine vollständige Heilung der Patienten zu erreichen. Ob eine Anschlussbehandlung mit Imatinib auch nach kompletter Entfernung der Geschwulst vorteilhaft ist, wird gegenwärtig untersucht.
Zunächst nicht operable Tumoren und Tumoren, die in einer Operation nicht vollständig entfernt werden konnten, werden mit Imatinib behandelt. Durch die Gabe des Medikaments wird das Wachstum des Tumors in 17 von jeweils 20 Fällen zum Stillstand gebracht. In zehn von zwanzig Fällen bildet sich die Krankheit sogar zurück, so dass mitunter eine operative Entfernung möglich wird.
GIST-Patienten, die nicht oder nicht mehr auf Imatinib in der Standarddosierung ansprechen, können je nach Ursache entweder mit höheren Dosen des Medikaments oder mit Alternativpräparaten bzw. einer Kombination aus Alternativpräparat und Imatinib behandelt werden. Bei den Alternativpräparaten handelt es sich teilweise um Weiterentwicklungen von Imatinib, teilweise auch um Neuentwicklungen, die anderen Stellen des Zellstoffwechsels angreifen als Imatinib. Dadurch sind diese Medikamente in der Lage, Tumoren zu stoppen, die nicht auf Imatinib ansprechen oder bei denen Imatinib seine Wirksamkeit verloren hat.

Regelmäßige Nachsorge ist entscheidend

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von GIST ist die regelmäßige Überprüfung des Behandlungsergebnisses. Das gilt auch, wenn der Tumor chirurgisch vollständig und mit Sicherheitsabstand entfernt werden konnte, da selbst bei optimalem Operationsverlauf der Krebs in etwa der Hälfte der Fälle erneut auftritt.
Abhängig vom Krankheitsverlauf wird empfohlen, anfangs alle drei Monate eine Computertomographie (CT) durchzuführen, um nach einem erneuten Auftreten des Tumors zu suchen bzw. die Entwicklung von nicht vollständig entfernbaren Geschwülsten zu beobachten. Bei erfolgreicher Therapie kann der Abstand zwischen den Untersuchungen nach zwei Jahren auf sechs Monate erhöht werden. Nach fünf Jahren können bei unproblematischem Verlauf jährliche CT-Untersuchungen ausreichen. Diese sollten lebenslang beibehalten werden.


Quelle: Nach Informationen von "Das Lebenshaus e. V.", der Fachzeitschrift Annals of Oncology u.a.
Autor: JG
Stand: May 12, 2009


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