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Risikobewertung bei GIST

Tumorgröße und Zellteilungsrate bestimmen das Risiko

Die Anzahl der Zellteilungen im Tumor und die Größe eines GIST liefern Hinweise darauf, welche Patienten besonders sorgfältig überwacht werden sollten.

Medizinische Untersuchungen, wie sie im Rahmen der Diagnose und Verlaufskontrolle von Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) vorgenommen werden, stellen eine Belastung für die Patienten dar. Sie erfordern Zeit, eventuell die Anreise in ein Behandlungszentrum, können unangenehm sein und mit Strahleneinwirkungen (z.B. bei der Computertomographie) oder Eingriffen (Blutentnahme, Darmspiegelung u.ä.) verbunden sein.

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Gerade bei Patienten, die dauerhaft an einer Erkrankung leiden, sollte deshalb sorgfältig abgewogen werden, welcher Aufwand zur Überwachung des Krankheitsverlaufs gerechtfertigt ist. Beispielsweise können häufige umfassende Untersuchungen gerechtfertigt sein, wenn absehbar ist, dass ein Tumor zur raschen Ausbreitung im Körper neigt. Bei einem Tumor mit nur geringer Neigung zur Ausbreitung sind dagegen eventuell Untersuchungen in größerem zeitlichen Abstand ausreichend.

Welche Faktoren bestimmen das Risiko?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass vor allem zwei Einflussgrößen die Gefahr einer Ausbreitung des Tumors bestimmen: Die Größe des Tumors und die Anzahl der Zellteilungen (Mitosen), die unter dem Mikroskop im Tumorgewebe nachgewiesen werden können.

Während sich die Größe eines Tumors durch Messen relativ leicht bestimmen lässt, musste für das Auszählen der Zellteilungen ein spezielles Verfahren entwickelt werden. Als Standard gilt heute, dass 50 unterschiedliche Sichtfelder bei starker Mikroskopvergrößerung (HPF: High Power Fields) ausgezählt werden.

Die folgende Tabelle fasst zusammen, wie die Gefährlichkeit eines GIST auf Grundlage der Tumorgröße und der Zellteilungsrate bewertet wird. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um durchschnittliche Angaben. Ob ein einzelner Tumor tatsächlich streut und wie er sich im weiteren Krankheitsverlauf wirklich entwickelt, kann aus der Tabelle nicht abgeleitet werden.


Quelle: Nach Informationen von:

Casali PG, et al. Gastrointestinal stromal tumors: ESMO Clinical Recommendations for diagnosis, treatment and follow-up. Annals of Oncology. 2008;19(Suppl 2):ii35?8

Wartenberg M, Reichardt P. Patientenratgeber GIST (Gastrointestinale Stromatumoren). Das Lebenshaus. Selbsthilfe GIST 2007 (2. Auflage)

NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology: SoftTissue Sarcoma. V.1.2009

Life Raft Group (LRG): Diagnosis and Risk Assessment

Choi H. Response Evaluation of Gastrointestinal Stromal Tumors. The Oncologist. 2008;13(Suppl 2):4?7

Autor: Jan Groh
Stand: Jun 11, 2009


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