
Metastasen bei GIST
Absiedelungen von Tumoren verändern die Erkrankung
Bei rund der Hälfte der GIST-Patienten hat der Ausgangstumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Tochtergeschwülste gebildet. Diese Absiedelungen finden sich meist im Bauchraum.
Zahlreiche Krebserkrankungen gehen mit einem zweistufigen Krankheitsprozess einher. In der ersten Stufe sind sie auf einen einzigen Krebsherd, den Primärtumor, beschränkt. In der zweiten Krankheitsstufe verlassen Krebszellen den Primärtumor und bilden Tochtergeschwülste (Metastasen, Tumorabsiedelungen) in anderen Körperregionen.
Was sind Metastasen?
Denn für Tumorerkrankungen bestehen grundsätzlich zwei Wege, sich im Körper auszubreiten. Zum einen kann ein Primärtumor durch Wachstum an Größe zunehmen, ohne dass die Tumorzellen den Kontakt zueinander verlieren. Auf diese Weise breitet sich der Tumor womöglich sogar über die Grenzen des Organs seiner Entstehung hinaus aus. So kann ein Darmtumor beispielsweise in den Beckenknochen einwachsen, ohne dass dafür Metastasen abgesiedelt werden müssen.
Zum anderen besteht die Möglichkeit, dass die Zellen eines Tumors ihren Zusammenhalt auflockern und einzelne Zellen bzw. Gruppen von Zellen die Geschwulst verlassen. Damit entstehen verschiedene Bereiche mit Krebszellen im Körper, die untereinander keinen Kontakt mehr haben. Derartige Absiedelungen eines Primärtumors werden als Metastasen bezeichnet.
Vom Primärtumor abgelöste Zellen können sowohl durch den Blutstrom als auch durch die Bewegung des Lymphwassers in den Lymphgefäßen im Körper verteilt werden. Der Entstehungsort des Primärtumors innerhalb des Blut- und Lymphgefäßsystems hat großen Einfluss darauf, in welchen Körperregionen sich Absiedlungen bilden. Ebenso beeinflussen Eigenschaften der Tumorzellen bzw. der verschiedenen Körpergewebe, an welchen Orten einzelne Krebsarten bevorzugt Metastasen bilden.
Wo befinden sich Metastasen bei GIST?
Untersuchungen haben gezeigt, dass durchschnittlich neun von zehn Metastasen bei GIST-Erkrankungen im Bauchraum gebildet werden. Zwei Drittel dieser Bauchraum-Metastasen wiederum sind in der Leber zu finden. Denn das Blut aus dem Magen-Darm-Bereich des Körpers fließt auf seinem Weg durch den Organismus zunächst in die Leber, wo Nährstoffe aus dem Darm verarbeitet werden.
Die Leber bildet somit ein Filtersystem, in dem sich abgelöste Tumorzellen verfangen und Metastasen bilden können. Das letzte Drittel der Bauchraum-Metastasen wird in der Bauchhöhle (Peritoneum) und zu einem kleinen Anteil in den Lymphknoten des Bauchs abgesiedelt.
Außerhalb des Bauchraums findet sich nur etwa ein Zehntel aller GIST-Metastasen, wobei zwei Drittel dieser Tochtergeschwülste in den Knochen auftreten. Darüber hinaus können Absiedelungen in der Lunge und gelegentlich in bzw. unter der Haut entstehen.
Was bedeuten Metastasen bei GIST?
Rund die Hälfte aller GIST-Patienten weist zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits Metastasen auf. Damit befindet sich die Erkrankung in einem Stadium, das nach heutigem Kenntnisstand eine vollständige Heilung nicht mehr zulässt, selbst wenn der Primärtumor und sämtliche Absiedelungen operativ entfernt werden.
Dies hat einen Einfluss auf die Therapie. Denn bei nicht metastasierten GIST ist die vollständige Entfernung allen Tumorgewebes das oberste Ziel, um die Patienten nach Möglichkeit vollständig und endgültig zu heilen. Bei metastasierten GIST streben Ärzte mit der Therapie für die Patienten hingegen ein möglichst langes und ? bezüglich der Lebensqualität ? gutes Leben mit der Erkrankung an.
In solchen Erkrankungsfällen kann es daher erforderlich sein, Kompromisse zwischen Behandlungsalternativen zu finden. So muss beispielsweise abgewogen werden, in welchem Umfang eine operative Entfernung von Tumorgewebe vorgenommen wird, wenn der Eingriff zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen würde.
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