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Herz-Kreislauf » Forum Schlaganfall | Expertenfrage
30.05.2010 | 09:04 Uhr | Von Abgemeldete(r) Nutzer(in)

maligner mediainfarkt nach Verschluß der ACI u. Hemikraniektomie

Hallo, meine Mutter (63) hatte am 25.04. diesen Schlaganfall und befindet sich seit dem 12.05. in der Frühreha. Die linke Körperseite ist gelähmt und morgen bekommt sie das Loch im Hals von dem Beatmungsschlauch chirurgisch geschlossen, da dieses sie sehr im sprechen behindert. Ich bin sehr froh, daß sie mittlerweile einigermaßen verständlich reden kann und sie uns alle erkennt. Was mir Sorgen macht, ist das sie zwischenzeitlich sehr verwirrt ist, sie verwechselt Personen und redet irgendwie durcheinander. Was mich wundert ist, das Sachen die schon ewig her sind, komplett genau so wie sie waren von ihr erzählt werden können. Ist dieser Zustand jetzt vorübergehend durch den Schlaganfall oder kommt jetzt eine Demenz zum Vorschein? Ich muss dazu sagen, das sie am 19.04. eine Hornhauttransplantation hatte und daher bei dem Schlaganfall in der Uniklinik lag. Sie wurde halt von der Augenklinik sofort in die Neurologie verlegt. Liegt das vielleicht einfach an den zwei kurz hintereinander stattgefunden OP´s? Außerdem wird sie mittels einer PEG immer noch künstlich ernährt. Vielen Dank für Ihre Antwort.

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01.06.2010, 09:30 Uhr
Antwort von Abgemeldete(r) Nutzer(in)

Hallo,
so wie Sie es berichten ist der Rehabilitationsverlauf, angesichts des doch großen Schlaganfalles, als positiv zu werten. So wie Sie schreiben, können Sie mit Ihrer Mutter ja sogar gut über die alten Zeiten reden. Bei einem derartig ausgedehnten Hirninfarkt bleiben erhebliche Störungen der Aufmerksamkeit sowie auch schwere Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit leider nicht aus. Dabei gibt es gute und schlechte Tage - diese sind nach einem Schlaganfall viel ausgeprägter als beim Gesunden. Hier kann es gelegentlich auch zu Verwirrtheitszuständen kommen. Hier ist aber zu erwarten dass Ihre Muter, insbesondere im gewohnten häuslichen Umfeld, nach und nach weniger Verwirrt sein wird. Mit einer Demenz hat das alles nichts zu tun. Wie gesagt bestehen nach einem großen Schlaganfall jetzt teils erhebliche geistige Einbußen, auch Schluckstörungen und ein mangelnder Antrieb zur Nahrungsaufnahme sind hier leider häufig. Inwieweit die vorausgegengenen Operationen eine Rolle gespielt haben kann ich leider nicht beurteilen. MFG H. Matrisch, Nervenarzt i.V. Dr. Frommelt

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01.06.2010, 13:54 Uhr
Antwort von Abgemeldete(r) Nutzer(in)

Vielen Dank erst einmal für die Antwort! Das Loch im Hals ist gestern dann doch nicht verschlossen worden, weil der Arzt im Krankenhaus meinte das sei nicht nötig. War wohl fehlende Kommunikation zwischen dem Arzt in der Reha und dem Chirurgen. Wie dem auch sei, bin ich froh, wenn Sie sagen das die Verwirrtheit nicht unbedingt Demenz heißt. Mangelnden Antrieb zur Nahrungsaufnahme kann ich nicht bestätigen. Sie will unbedingt selbst essen und trinken und sagt auch ständig das sie das braucht um wieder auf die Beine zu kommen. Habe das heute auch der Logopädin gesagt und daraufhin wurde ihr Götterspeise gegeben und siehe da es hat geklappt. Die Logopädin war ganz begeistert und die Ergotherapeutin sprach mich auch an und meinte sie würde ganz gut mit arbeiten. Aber Ihrer Antwort entnehme ich das ich mich darauf einstellen muss, das sie weiterhin Probleme mit der Aufmerksamkeit und dem Verwirrtsein haben wird, zumindest vorläufig. Dennoch werde ich damit wohl auch klar kommen. Ich danke Ihnen und werde mich bestimmt noch einmal an Sie wenden, wenn ich eine Frage haben sollte. Mit freundlichen Grüßen B. Schmidt

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02.09.2010, 11:51 Uhr
Antwort von Abgemeldete(r) Nutzer(in)

Heut muss ich doch nochmal eine Frage stellen. Meine Mutter ist zwischenzeitlich seit Mitte Juli bei mir zu Hause. Wie bereits erwähnt, ist der Schlaganfall ja nach einer Hornhauttransplantation passiert. Jetzt hat meine Mutter zwischenzeitlich an diesem Auge solch schlimme Schmerzen gehabt, das sie nochmals in der Augenklinik lag und mir gesagt wurde, daß sie auf diesem Auge nichts mehr sieht und es besser wäre es ganz zu entfernen. Da diese OP unumgänglich ist, habe ich nachgefragt, ob dann nicht in einem die Wiedereinsetzung der Schädeldecke erfolgen könne, damit wenigstens nur eine OP ansteht. Die Ärzte waren damit auch einverstanden, haben diese OP jetzt aber bereits zweimal verschoben, weil sie einen Harnwegsinfekt hat und dieser trotz Antibiotika nicht ausheilt. Denke fast das liegt an dem Dauerkatheder. Wie dem auch sei, meine Mutter macht leider geistig eher Rückschritte als Fortschritte, trotz der häuslichen Umgebung. Sie erzählt ständig Sachen die nicht stimmen und ist örtlich total desorientiert. Kann es sein das nach dem Einsetzen der Schädeldecke das wieder besser wird? Außerdem hatten wir zwischenzeitlich noch eine sehr ungewöhnliche Erfahrung gemacht. Während der Pflegedienst morgens da war, musste meine Mutter auf den Toilettenstuhl zwecks Verdauung und schied dabei einen Schlauch aus. Wir waren alle ziemlich entsetzt weil niemand wußte, was es damit auf sich hat. Habe dann mit einem vertretenden Arzt gesprochen, der Hausarzt hatte Urlaub, und dieser meinte es höre sich ganz nach einer Nasensonde an. Dieser Schlauch liegt zwischenzeitlich beim Hausarzt. Ich kann nur hoffen, das dieses Ding wenigsten keinen Schaden im Darmbereich verursacht hat.

Worum es mir aber eigentlich geht, ist wirklich diese immense Verschlechterung des geistigen. Körperlich macht sie sehr gut mit, aber das macht mir echt Angst, zumal sie zwischenzeitlich auch depressiv wirkt. Vielleicht könnten Sie mir ja einen Ratschlag geben, ob es da nicht ein pflanzliches Medikament gibt. Vielen Dank im Voraus...

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06.09.2010, 08:16 Uhr
Antwort von Abgemeldete(r) Nutzer(in)

Grüß Gott,

Ihren Zeilen ist zu entnehmen, dass Sie sehr schwere Zeiten durchmachen. Sie sprechen ein paar Punkte an, auf die ich gerne eingehe: Zunächst mal die Frage, ob man den Knochendeckel wieder einsetzen kann. Solange eine Infektion vorliegt, befürchtet man, dass es zu einer Entzündung an den Rändern der Schädeldecke kommt, sobald man sie eingefügt hat. Leider ist das nicht ganz selten. Sie haben recht, dass der Harnwegsinfekt wahrscheinlich unter dem Dauerkatheter nicht richtig ausheilt. Die günstigste Möglichkeit die Blase zu entleeren, ist das intermittierende Katheterisieren, das heißt, dass etwa 4-stündlich die Blase von einer Hilfsperson mit einem Katheter entleert wird. Die Frage, ob sich die geistige Verfassung bessert, wenn man die Schädeldecke wieder einsetzt, lässt sich nicht klar beantworten. Es gibt einige Patienten, die sich nach dem Einsetzen der Schädeldecke deutlich bessern. Allerdings ist das nicht bei jedem Patienten der Fall. Man wird auf jedem Fall mit dem Einsetzen des Deckels so lange warten, bis keine erkennbare Entzündung mehr im Körper vorhanden ist.

Ihnen bleibt auch wenig erspart: Dass der Schlauch einer Nasensonde auf diesem Weg wieder auftaucht, ist mir auch neu. Gott sei Dank ist unser Magen im Stande, Scheren, Tupfer und Schläuche ohne Verletzungen zu transportieren.

Sie benötigen einen guten Neuropsychiater, der sich sowohl mit der neurologischen als auch mit der psychiatrischen Symptomatik auskennt. Das scheint nicht ganz einfach zu sein, einen entsprechenden Experten zu finden.

Ganz allgemein kann ich sagen: Unter den depressionsmindernden Mitteln gibt es für das Johanniskraut recht gute Hinweise auf seine Wirksamkeit. Gegen Verwirrtheit hat das aber wenig Nutzen.

Sie betreuen Ihre Mutter sehr liebevoll. Sie glauben gar nicht, wie viel Heilkraft auch von einer guten Betreuung ausgeht. Dass sie manchmal gesundheitlich nicht die erwarteten Erfolge bringt, sieht man leider an Ihrem Beispiel. Bei dieser massiven Verschlechterung wäre es übrigens doch zu überlegen, noch einmal eine Bildgebung des Gehirns zu veranlassen.

Ich hoffe, Ihnen etwas weitergeholfen zu haben.

Beste Grüße

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27.09.2010, 10:04 Uhr
Antwort von Abgemeldete(r) Nutzer(in)

Hallo,
meine Mutter ist zwischenzeitlich operiert worden, das heißt am 23.09. wurde ihr der Schädeldeckel wieder eingesetzt und gleichzeitig das linke Auge entfernt.

Als meine Mutter den Tag vorher in die Uniklinik transportiert worden ist, muss ich sagen, das sie mir sehr seltsam vorkam, da sie auf einmal gar nicht mehr mit mit sprechen wollte. Außerdem hatte sie ständig so einen Hustenreiz als wenn sie am Ersticken wäre. Das war den Tag vorher nicht.

In der Klinik habe ich auch direkt eine Ärztin drauf angesprochen, weil ich Angst hatte, daß sie vielleicht einen zweiten SA hatte, aber es wurden noch am gleichen Tag ein CT vom Kopf sowie wegen dem Husten eine Röntgenaufnahme der Lunge gemacht, beide ohne Befund.

Sie hatte wohl noch erhöhte Entzündungswerte im Blut, aber die OP sollte dennoch stattfinden.

Der Arzt sagte mir dann, daß man sie nach der OP in den Aufwachraum bringen würde und dann wieder auf Station, eventuell wenn sie länger zum wach werden bräuchte, käme sie für 24 Stunden auf Intensivstation.

Nun habe ich den Donnerstag morgen angerufen gegen 10.00 Uhr und mir wurde gesagt sie sei im OP, soll mich mittags melden. Das habe ich dann im Stundentakt getan und erst gegen 16.00 Uhr erfahren, das die OP gut verlaufen wäre und sie aber noch zur Überwachung auf Intensiv gekommen wäre.

Soweit sogut. Freitag war ich auf Intensiv und hab mit dem Arzt gesprochen, der mir sagte alles wäre gut, aber sie hätten den Beatmungsschlauch so spät gezogen, und da das Bett auf Intensiv frei wäre, hätten sie sie lieber noch ne Nacht da liegen. Jetzt ist es so, das meine Mutter immer noch nicht wirklich viel redet, bzw. eigentlich gar nichts.

Das der Schädel fast auf die doppelte Größe angeschwollen ist, kann ich mir schon erklären, aber das der Allgemeinzustand sich so verschlechtert, obwohl alles doch so gut verlaufen ist?

Am Samstag abend war ich wieder da, sie liegt immer noch auf Intensiv und die Schwester meinte nur die Müdigkeit könne davon kommen, das sie noch etwas Medikamente bekommen hat, um die Drainageschläuche zu ziehen. Aber dann würde sie wohl Sonntag verlegt.

Sonntag, also gestern war mein Bruder da und sie spricht immer noch nicht, und wegen der Verlegung soll heute mal gesehen werden.

Entschuldigung, aber langsam mach ich mir doch Sorgen, statt 24 Stunden Überwachung liegt sie jetzt schon die 4 Nacht auf Intensiv.

Können Sie mir sagen was da los ist?

Vielen Dank schonmal......

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29.09.2010, 03:57 Uhr
Antwort von Abgemeldete(r) Nutzer(in)

Grüß Gott Bisacama,

Sie machen sich verständlicherweise viel Sorge darum, was jetzt mit Ihrer Mutter geschehen sein könne, dass sie sich so schlecht von dem letzten operativen Eingriff erholt. Ich habe auch keine Erklärung dafür und würde in dieser Situation auch meine Kollegen fragen. Üblicherweise ist ja die Knochendeckelung kein so großer Eingriff, dass man danach mehrere Tage auf einer Intensivstation verbleibt. Nicht ganz verstanden habe ich, warum der Schädel angeschwollen sei. Es kann schon in der Umgebung des eingedeckten Knochendeckels zu einer Schwellung kommen. Aber der Schädel insgesamt vergrößert sich nicht.

Eigentlich ist es schade, dass Sie über den Umweg des Internets versuchen zu erfahren, was mit Ihrer Mutter geschehen ist. Es wäre doch sehr viel einfacher und für Sie beruhigender, wenn Sie auf der Intensivstation von den behandelnden Ärzten eine klare Auskunft bekämen. Und wenn Ihnen der Stationsarzt/In diese Auskunft nicht geben kann, sollten Sie sich an den zuständigen Oberarzt wenden. Näheres erfahren Sie auf der Station, Sie können sich auch an den Chefarzt selber wenden. Bedenken Sie, dass Ihre Mutter sehr schwer erkrankt war und dass jeder neue Eingriff am Gehirn eine viel größere Belastung darstellt, als dies bei einem gesunden Menschen ist.

Alles Gute

Dr. P. Frommelt

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