Europaweiter Fleischskandal
Pferd in Gourmetkost - und jetzt auch noch Esel
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- Vor allem in Hack lässt sich Pferde- oder Eselfleisch gut verstecken.
- Getty Images/Brand X
Der Pferdefleischskandal weitet sich aus - und es trifft nicht nur Billiganbieter: Produkte der Firma Schuhbecks Genießer Service könnten Pferd enthalten. In England stießen die Prüfer gar auf Eselfleisch im Hack. Was Verbraucher jetzt wissen müssen.
Nicht nur Billigware und - wie jetzt entdeckt - Döner enthalten Pferdefleisch. Auch hochwertige Fertiggerichte wie einige von Sternekoch Alfons Schuhbeck lizensierte Produkte von Schuhbecks Genießer Service (SGS Genießer Service) könnten betroffen sein, wie die „Bild"-Zeitung vom Montag berichtet. Außerdem wies das RTL-Magazin „Extra" im Zuge einer Stichprobe in einem Döner in Leipzig Pferdefleisch nach.
Der europäische Fleischskandal weitet sich aus. Mittlerweile stehen folgende Gerichte unter Verdacht, Pferd statt Rind zu enthalten, wie die Verbraucherzentrale Hamburg mitteilt:
| Produkt | erhältlich bei |
| Tiefkühl Lasagne Bolognese (Tip) | Real |
| Tiefkühl Lasagne (A&P) | Kaiser's Tengelmann |
| Tiefkühl Mini Cheeseburger (Agro on) | Real |
| Tiefkühl Lasagne | Eismann |
| Tiefkühl Lasagne Bolognese (gut & günstig) | Edeka |
| Cucina Ravioli Sorte Bolognese | Aldi Süd |
| Omnimax Rindergulasch in pikanter Bratensauce | Aldi Süd |
| Lasagne Bolognese (Gut & Günstig) | Konsum Leipzig |
| Combino Tortellini Rindfleisch | Lidl |
| Lasagne Bolognese Capri | Metro |
| Rewe Chili con Carne | Rewe |
| Rewe Spaghetti Bolognese | Rewe |
| Mou Lasagne Bolognese | Rewe |
Europaweite Analysen haben bis jetzt ergeben, dass rund 750.000 Tonnen Pferdefleisch aus Rumänien eingeführt und auch als solches deklariert wurden. Danach beginnen die Kanäle der Lebensmittelmafia sich zu verästeln: Firmen in ganz Europa - vor allem in Frankreich, aber auch Luxemburg und Zypern - haben das Fleisch weiterverkauft und verarbeitet. Wann die Umdeklarierungen stattfanden und wer dafür verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Erste Verhaftungen gab es in Großbritannien. Dort hatten Kontrolleure sogar Eselfleisch im Hack entdeckt.
Ebenfalls in Großbritannien entdeckten Kontrolleure Rückstände des umstrittenen Schmerzmittels Phenylbutazon im Pferdefleisch. Das Rheuma-Medikament weist starke Nebenwirkungen auf. Welche Folgen das für die getäuschten Verbraucher hat, ist noch offen.
Der offizielle Pro-Kopf-Verbrauch von Pferdefleisch soll in Deutschland nur rund 100 Gramm ausmachen. Diese Zahl dürfte den Tatsachen auf keinen Fall entsprechen, rechnet man die etwa 144 Tonnen Fertiggerichte mit Pferdefleisch mit ein, die nach Deutschland geliefert wurden.
Pferdefleisch-Skandal bleibt sicher nicht der letzte
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Giftiger Schimmel im Tierfutter
Tausende Tonnen von belastetem Mais wurden in Niedersachsen zu Tierfutter verarbeitet. Das aus Serbien importierte Getreide ist mit dem krebserregenden Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 verseucht. Fressen Kühe den Mais, reichert sich der Stoff in der Milch an.
Martin Gerten / dpa
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Bio-Eier
Angebliche Bio-Eier aus der Legebatterie: Millionen Eier von unglücklichen Hühnern sind in Deutschland als teurere Bio- und Freilandeier verkauft worden, Hunderte Betriebe sollen in den Skandal verwickelt sein.
Getty Images/iStockphoto
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Falsch deklariertes Rinderhack
Pferde- statt Rinderhack erhitzt seit Januar die Gemüter in Europa. Real, Edeka und Aldi zogen Tiefkühl-Lasagnen, -Burger und andere Produkte wegen Pferdefleischs zurück.
Carsten Rehder / dpa
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Pferde-Lasagne
Noch ist nicht klar, wie rumänisches Pferdefleisch in zahlreiche Fertiggerichte geriet. In England wurden jedoch Rückstände des umstrittenen Schmerzmittels Phenylbutazon in einigen Proben gefunden.
Andy Rain / dpa
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BSE
Das massive Auftreten von Rinderwahn Anfang bis Mitte der Neunziger ist wohl die Mutter aller Lebensmittelskandale: Tausende Kühe mussten notgeschlachtet werden, die völlig unnatürliche Fütterung mit Tiermehl wurde als Konsequenz verboten. Bei Menschen löst BSE-verseuchtes Fleisch die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit aus, die letztlich das Gehirn degenerieren lässt. Erste Verdachtsfälle gab es in Deutschland Anfang der Neunziger, in England sogar schon Mitte der Achtziger Jahre.
Thinkstock
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Acrylamid
Schon 2002 geriet das Zellgift erstmals in die Schlagzeilen. Es entsteht beim Erhitzen stärkehaltiger Lebensmittel, etwa Pommes frites. Auch Kartoffelchips und Lebkuchen enthalten viel Acrylamid. Wer brät oder frittiert, sollte die Faustregel „Nur vergolden“ beherzigen, um sich zu schützen.
Thinkstock
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Nitrofen
Ebenfalls 2002 bekam die Bio-Industrie ihr Fett weg: Der Nitrofen-Skandal erschütterte diesen Zweig der Landwirtschaft, über Futtergetreide gelangte der Erbgut und Frucht schädigende Giftstoff in Bio-Fleisch und Bio-Eier. Gegen die Verantwortlichen wurden lediglich Geldbußen verhängt, kritisiert die Verbraucherorganisation Foodwatch.
Thinkstock
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Gammelfleisch
Ob abgelaufenes, umetikettiertes Hackfleisch oder verdorbener Döner: Ab 2005 war der „Gammelfleisch“-Skandal sprichwörtlich in aller Munde.
Thinkstock
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Uran im Trinkwasser
Foodwatch fragte 2008 in allen Bundesländern nach Messwerten des Leitungswassers – Tausende lagen über dem Grenzwert und galten etwa für Säuglingsnahrung als ungeeignet. Mit der Folge, dass noch im selben Jahr der Grenzwert erhöht wurde.
Jochen Eckel / dpa
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Gammel-Käse
Im selben Jahr erschütterte ein Käse-Skandal das Land: 11.000 Tonnen verdorbenen Käses aus Italien wurden als Schmelzkäse und ähnliches „recycelt“. Dortige Behörden ahnten offenbar schon 2006, dass in dem Gammel-Betrieb etwas faul sein könnte.
Michael Ritter / dpa
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Melamin im Milchpulver
300.000 chinesische Kinder wurden krank, als Hersteller 2008 vorsätzlich die Chemikalie Melamin in Milchpulver kippten. In importierten Bonbons und Salz wurde der Stoff schließlich auch in Deutschland entdeckt.
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Gepanschter Alkohol
Glycerin im Wein, Methanol im Wodka – ersteres gilt als nicht gesundheitsschädlich, zweiteres aber führt zu Erblindung oder zum Vergiftungstod, wie 2009 im Fall einiger Schüler, denen in der Türkei gepanschten Alkohol untergejubelt wurde.
Getty Images/Goodshoot RF
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Pestizide
Mit erschreckender Regelmäßigkeit fliegen durch Stichproben Pestizid-Rückstände auf, die die Grenzwerte verletzen. Besonders häufig betrifft das Paprika und Erdbeeren, etwa aus Spanien.
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Ehec, der Darmkeim...
2011 suchte eine Ehec-Epidemie Deutschland heim. Der gefährliche E.coli-Stamm raffte 53 Bundesbürger dahin, viele weitere werden ihr Leben lang auf Dialyse angewiesen sein. Tausende erkrankten. Zunächst vermutete man Salat, Gurken oder Tomaten als Träger des Darmkeims.
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... auf Sprossen
Bald stellte sich jedoch heraus, dass verseuchte Bockshornklee-Samen aus Ägypten die Ursache für viele Ehec-Infektionen waren. Sie keimten hierzulande zu Sprossen aus, die ein beliebtes Topping auf dem Salat abgeben.
Ingo Wagner / dpa
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Dioxin
In Eiern, Milch, Fleisch und so manchem Fisch fand sich in den vergangenen Jahren das Hundertfache des erlaubten Grenzwertes von Dioxin. Das Umweltgift kann das Erbgut schädigen und Krebs hervorrufen.
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Antibiotika und Keime im Hähnchen
2011 und 2012 deckten Untersuchungen den massiven Einsatz von Antibiotika in der industriellen Hähnchennmast auf – auch zur Vorbeugung. Mindestens genauso schlimm: Durch zu kurze Verwendung der Arzneien bilden sich multiresistente Keime, die sich auf rund jedem zweiten Supermarkt-Hähnchen tummeln. Auch in Shrimps und Kalbfleisch wurden schon bedenkliche Antibiotika-Rückstände gefunden.
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Brot mit Zusätzen von Tieren
Mäusekot und Schaben in der Großbäckerei ließen viele Verbraucher angewidert das Gesicht verziehen, die Firma ging pleite. Seit dem Besitzerwechsel will Müller-Brot „wieder für Qualität“ stehen. Sagt zumindest der Slogan der Skandal-Bäckerei.
Marc Müller / dpa
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Ranzige Wurstwaren
In zahlreichen Filialen der Münchner Edel-Metzgerei Vinzenz Murr fanden Lebensmittelkontrolleure vergangenes Jahr ranzige Wurst und Leber. Sie war nicht mehr für den Verkauf gedacht – fraglich ist allerdings, wieso das verdorbene Material trotzdem in den Filialen lagerte.
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Metallteile im Essen
Wagner-Pizza und fertige Currywurst von Lidl: In beides geriet während der Fertigung Metall, die Unternehmen riefen Millionen der entsprechenden Produkte zurück. Auch in Joghurt von Zott war 2009 Metall gefunden worden.
Oliver Berg / dpa
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Krank machende Erdbeeren
Über 11.000 Ostdeutsche erkrankten 2012 an Magen-Darm-Grippe, weil sie verseuchte Tiefkühl-Erdbeeren aus China gegessen hatten.
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Autor: Monika Preuk / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 18. Februar 2013